Palästinenser schnitzen für ein besseres Leben

Großer Andrang herrscht vor dem Stand von Armeer Kukaly (rechts) und Elias Khair aus Israel, die in der Herz-Jesu-Kirche in Werne Holzschnitzarbeiten aus Jerusalem und Bethlehemverkaufen.
Großer Andrang herrscht vor dem Stand von Armeer Kukaly (rechts) und Elias Khair aus Israel, die in der Herz-Jesu-Kirche in Werne Holzschnitzarbeiten aus Jerusalem und Bethlehemverkaufen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Zwei Palästinenser verkaufen in der Herz-Jesu-Kirche Werne Handwerkskunst, die ihre Familien in der Heimat aus Olivenholz herstellen.

Werne..  „Das sind richtig schöne Sachen hier“, sagt eine Frau mittleren Alters. Mit vielen anderen Gottesdienstbesuchern steht sie nach der Messe in der Herz-Jesu-Kirche vor dem Stand der zwei Palästinenser Armeer Kukaly und Elias Khair. Die beiden verkaufen unter anderem Krippen, Krippenfiguren und -tiere, Kreuze sowie Schalen für Oliven aus Olivenholz.

Die Hand der Frau streift mit Bedacht über eine kleine Krippe, vor der die Heiligen drei Könige stehen und den neugeborenen Christus anbeten. Über der Krippe steht der berühmte Stern mit dem Schweif und der Schriftzug „Bethlehem“. Und alles ist detailverliebt geschnitzt.

Auch andere Besucher berühren die handgeschnitzten Stücke fast ehrfürchtig und genießen das glatt polierte Holz mit den feinen Maserungen. Das Besondere an den Figuren – egal ob Engel, Heilige Familie oder Jungfrau Maria mit dem Kind: Sie haben keine Gesichter. Stattdessen prägen die Holzmaserung und die Jahresringe des Olivenbaums das jeweilige Werkstück.

Interesse wecken auch die Kreuze mit den vier Einlagen an den jeweiligen Kreuzenden, die die silberne Christusfigur einrahmen. Das sei Weihrauch (Kopf), Olivenblätter und Blumenblüten (links und rechts) sowie Erde (unten), erfahren die neugierigen Kunden von den Verkäufern.

„Alles ist von palästinensischen Holzschnitzern aus Bethlehem per Hand hergestellt“, erklärt Kukaly, als es später am Stand ruhiger wird. Im Gottesdienst hat er schon zuvor darauf hingewiesen. Rund 15 bis 20 Familien stellten die Gegenstände in der Heimat her, so der 25-Jährige weiter. Die beiden jungen Männer kümmern sich um den Verkauf, damit die Menschen zu Hause von ihren kunsthandwerklich hergestellten Stücken auch leben können.

„Wir sind seit vier Wochen hier und ziehen von Gemeinde zu Gemeinde“

„Wir sind seit vier Wochen hier in Deutschland und ziehen von Gemeinde zu Gemeinde“, erzählt der junge palästinensische Christ. In Bochum waren die beiden zuvor in der Propstei-Gemeinde zu Gast. Wenig später am Tage präsentierten sie auch noch in St. Marien ihre Ware.

Gemeindereferent Marcus Steiner hat die beiden nach Herz Jesu Werne eingeladen. „Ich habe spontan Ja gesagt, als Pfarrer Wolharn per Mail kurzfristig für die Palästinenser und ihre Waren um Unterstützung bat“, erzählt der 40-Jährige. Bei der Gemeinde kam das gut an, wie das Gedränge vor dem Stand zeigte.

Die zwei jungen Männer sind mit dem Umsatz demnach auch sehr zufrieden. „Vor allem unsere Krippen fanden großen Anklang“, betont Kukaly. Das weihnachtliche Ambiente und der Bezug zu Bethlehem, dem Geburtsort Christi, scheint anziehend zu sein.