Orgel der Christuskirche in Langendreer ist endlich fertig

Die Steinmann-Orgel in der Christuskirche Langendreer ist nach 34 Jahren endlich vollständig.
Die Steinmann-Orgel in der Christuskirche Langendreer ist nach 34 Jahren endlich vollständig.
Foto: Wicho Herrmann
Was wir bereits wissen
Freude in der evangelischen Gemeinde Langendreer: 34 Jahre nach dem Einbau ist das Instrument mit 18 Registern komplett. Dem Förderverein sei Dank.

Langendreer..  34 Jahre nach dem Einbau der „neuen“ Orgel in der Christuskirche ist es nun so weit: Die Steinmann-Orgel auf der Empore ist dank des unermüdlichen Einsatzes von „Lakulturm“, dem Verein zur Förderung der Musik an der Christuskirche, komplett. Als letztes Register bauten Orgelbauer Jan Steinmann und sein Mitarbeiter Frank Wilmsmann jetzt eine „Trompete, 8 Fuss“ (mit 2,40 Meter die größte Orgelpfeife) ein.

Hans-Hagen von Döhren und Gerhard Nötzel vom Vorstand von „Lakulturm“ sind sehr zufrieden: „Jetzt fehlt nur noch ein Anstrich des Orgelgehäuses.“ Fast zwei Jahrzehnte lang sammelte der Verein für den Orgelausbau. Mal durch Spenden, dann wieder von dem Erlös aus Konzerten im historischen Kirchenbau.

Das Musikprogramm für den guten Zweck wird es weiterhin geben – auch wenn die Orgel mit ihren heute 18 Registern und einem Tremulanten (Vorrichtung am Instrument, um einen vibrierenden, schwebenden Ton hervorzubringen) nun endgültig ausgebaut ist. „Es ist aber nicht so, dass wir an der Kirche nichts mehr zu fördern hätten“, erklärt von Döhren. Nur an der Orgel passiert zukünftig nichts mehr; mit Ausnahme der regelmäßigen Wartungsaufgaben.

Gestartet war das Orgelprojekt Anfang der 80er Jahre. Nach der großen Restaurierung der Kirche, deren nicht mehr sichtbarer Ursprung aus Holz sich auf das 8. Jahrhundert nach Christus zurückdatieren lässt, benötigte die Gemeinde eine neue Orgel in ihrer „Dorfkirche“. Weil das Geld knapp war, entschied das Presbyterium. nur fünf Register in das Pedal- und Hauptwerk des Instruments der Firma Steinmann aus Vlotho einzubauen.

1999 als Initiative gegründet

„Der Platz für einige weitere Register war damit vorhanden“, erklärt Gerhard Nötzel. „Sie sollten auch nachgerüstet werden“, so der ehemalige Presbyter. Was fehlte, war das Geld. Private Förderer (unter anderem „Café Komm“, der Freitagstreff im Gemeindehaus) finanzierten 1998 vier weitere Register. Von Döhren: „Damit konnten die Gottesdienste nun besser begleitet werden. Wenn man ein kleines Orgelkonzert geben wollte, brauchten wir jedoch noch ein paar Register mehr.“

Im März 1999 gründete sich „Kulturm“ als Initiative. Das im Namen verankerte Ziel hieß, durch Konzerte Geld für die Reparatur des schief stehenden Turms einzuspielen. Im Juli des Jahres war dieser zwar repariert. Die Benefizkonzerte gingen jedoch weiter. Ende der 2000er Jahre kam die Orgel wieder in den Blick. Durch Spenden der Volksbank, der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie von vielen Kirchenfreunden gelang 2009 die Anschaffung zweier weiterer Register. Das Café Komm, das „Café im Dorf“ und die örtliche Frauenhilfe unterstützten den Orgelausbau.

2013 folgten zwei weitere Register, nunmehr waren es 13. In den Folgejahren kamen die restlichen Orgelpfeifen hinzu. „Wir haben es geschafft“, freut sich Gerhard Nötzel, der von Anbeginn der Motor des Projekts war. „Während andere ihre Orgeln abbauen, weil die Kirchen geschlossen werden, konnten wir ausbauen.“