Neues Senioren-Projekt – mit Spazierpaten Ortsteil erkunden

Bernd Mühlenberg  (l.) und Anna Breuing (2. v. r.) sind die ersten Spazierpaten für Altenbochum. Mit ihnen drehen Silvia Gerhard, Helga Diekenbrock und Maria Engelke (v.l.) eine Runde.
Bernd Mühlenberg (l.) und Anna Breuing (2. v. r.) sind die ersten Spazierpaten für Altenbochum. Mit ihnen drehen Silvia Gerhard, Helga Diekenbrock und Maria Engelke (v.l.) eine Runde.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Seniorenbüro Mitte hat für Altenbochum ein neues Projekt aus der Taufe gehoben. Geplant sind lockere Treffs für Menschen unterschiedlicher Fitness.

Altenbochum. Warum sollte ich alleine zu Hause vor dem Fernseher versauern? Mit dieser Motivation hat sich Bernd Mühlenberg (63) als Spazierpate für Altenbochum beim Seniorenbüro Mitte gemeldet, genauso wie Anne Breuing (62).

Mühlenberg zog vor einem Dreivierteljahr nach Altenbochum. Er sagt: „Auf diese Weise lerne ich neue Leuten kennen, aber auch den Stadtteil. So lässt sich Nachbarschaft pflegen. Vielleicht entwickeln sich ja auch feste Kontakte zu Menschen mit ähnlichen Interessen.“

Anne Breuing hingegen kennt jeden Winkel von Altenbochum, sie wohnt seit gut 40 Jahren hier. Auch sie hat Spaß daran, sich zu bewegen im Kreis netter Leute. Dabei sollen die Spaziergruppen bewusst klein gehalten werden.

Deshalb sucht das Seniorenbüro auch noch weitere – mindestens zwei bis drei – Altenbochumer Paten. „Die Voraussetzungen richten sich nach den Teilnehmern. Die eine Gruppe ist gut zu Fuß und erkundet den Stadtteil eine Stunde lang, eine weitere hat vielleicht Senioren darunter, die langsamer vorankommen oder auf Rollatoren angewiesen sind. Dem soll Rechnung getragen werden“, sagt Ilka Genser vom Seniorenbüro Mitte.

Ziel ist es, einmal pro Woche durch Altenbochum zu spazieren

Wichtig ist: Es sollen lockere Treffs werden, ohne Teilnahmeverpflichtung oder feste Verabredung. Anwesenheitspflicht herrscht nur für die Paten. Sie müssen zu vereinbarten Terminen erscheinen und abwarten, wer kommt. „Schlechtes Wetter ist keine Ausrede. Wer keine Zeit hat, muss von einem anderen Paten ersetzt werden, damit kein Senior vergeblich kommt“, so Ilka Genser. Die Idee haben die Bochumer aus Essen übernommen, wo es in vielen Stadtteilen bereits gut laufende Spaziergruppen gibt, begleitet von engagierten Paten.

Ziel ist es, einmal pro Woche durch Altenbochum zu spazieren. Die Routen samt Länge bestimmen jeweils die Paten. Auch die Ziele, die sie auf dem Weg ansteuern. Dabei muss keiner der Paten den Stadtführer mimen. Vielmehr können sich die verschiedenen Teilnehmer der Gruppe mit ihrem Wissen ergänzen.

Für die Gesundheit, aber auch für eine bessere Kommunikation

„Vielleicht können die Leute nach dem Kennenlernen anschließend gemeinsam einen Kaffee trinken gehen im Altenbochumer Bogen, oder es entwickeln sich Bekanntschaften, sobald gemeinsame Interessen entdeckt werden“, sagt Monika Wolf vom Seniorenbüro.

Ein Gedanke, der Bernd Mühlenberg gefällt. Mit den Spaziergängen hofft er nicht nur, etwas für die eigene Gesundheit und Fitness zu tun. „Es ist ja auch eine Art von Kommunikation. So wird sich sicher bald herausstellen, dass es bereits Netzwerke im Ortsteil gibt. Die einen treffen sich zu Brettspielen, die anderen zum Quatschen. Ich warte mal ab, was passiert.“

Bezirksbürgermeisterin Gabi Spork möchte mitgehen

Die Ehrenamtlichen – denn das sind die Spazierpaten – hoffen also, nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst etwas aus ihrem Einsatz zu schöpfen. Die Idee, entstanden aus dem Seniorennetzwerk, soll auch auf Hamme übertragen werden. Eine Patin wartet auch dort auf Mitstreiter, damit es losgehen kann.

Gabi Spork, Bezirksbürgermeisterin für Bochum-Mitte, zeigte sich laut Monika Wolf von der Idee derart begeistert, dass sie jede Gruppe bei ihrem „Jungfernspaziergang“ begleiten will.

Die Ideenwerkstatt Altenbochum (Ina), die die Spaziergänge aus der Taufe gehoben hat, hat ihr nächstes Treffen am Mittwoch, 8. April, 16 Uhr, im Seniorenbüro Mitte, Heuversstraße 2. Wer ebenfalls Patewerden möchte, kann sich unter Tel. 0234/ 92 78 63 90 im Seniorenbüro melden.