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Neues Leben auf der Zechenbrache

18.01.2012 | 14:42 Uhr
Neues Leben auf der Zechenbrache
Über diese Rohre verschafften sich die Experten einen Überblick über die Bodenbeschaffenheit.

Langendreer.  Weitere vorbereitende Bodenuntersuchungen an der Hauptstraße, später dann Abriss der alten Opel-Wohnheime

An das Zechengelände können sich nur noch die Alten erinnern, an den Opel-Parkplatz schon ein paar Leute mehr - und das Wohnheim für Opel-Arbeiter ist ebenfalls noch vielen im Gedächtnis. Das mehrstöckige Gebäude, in dem es auch einmal eine kleine Moschee gab, ist in einem schrecklichen Zustand und wird bald abgerissen.

Die Rede ist hier natürlich von dem Gelände an der Hauptstraße, gegenüber dem Opelwerk II, auf dem in naher Zukunft die neue, schicke Firmenadresse des Hagebaumarkts Ziesak entstehen soll. Am Wallbaumweg, der aktuellen Zentrale des Werner Unternehmens, das auch in Oberhausen einen großen Baumarkt gebaut hat, rauchen gerade die Köpfe, denn Planung und Umsetzung der Baumaßnahme wollen gut koordiniert sein.

Die Kampfmittel-Räum-Spezialisten der Firma Röhll, ein Unternehmen, das für die Beseitigung der Schäden des Zweiten Weltkrieges gegründet wurde, haben an drei Stellen auf dem alten Zechengelände gesucht und Probebohrungen mit anschließenden Sondierungen durchgeführt. Der Verdacht, der sich bei der Auswertung von Luftbildern ergeben hatte, erwies sich als unbegründet: Das Gelände, so stellten die Experten fest, ist sauber. Oft, so hieß es, zeigen die alten Luftbilder noch Bomben, die jedoch unmittelbar nach Kriegsende bereits geräumt wurden.

Seniorchef Friedrich Ziesak mit Ute Hoffmann, der stellvertretenden Marktleiterin

Am 23. Januar soll nun im hinteren Bereich des Grundstücks mit dem Fällen der Bäume begonnen werden. Genehmigt ist der komplette Kahlschlag, der – von der S-Bahn-Unterführung aus gesehen - die Optik enorm verändern würde. „Einen Randbereich des Baumbestandes, der sich im Laufe der Jahrzehnte dort ausgesät hat und bisher ungestört gewachsen ist, wollen wir gern stehen lassen“, sagt Fritz Ziesak, der das Grundstück schon vor einiger Zeit erworben hat.

Bis zum Ende der 5. Kalenderwoche (KW) soll diese Maßnahme abgeschlossen sein. Ab der 7. KW will man mit dem „maschinellen Rückbau“ des alten Wohnheims beginnen. Es werden große Baumaschinen anrücken, um das Gebäude abzureißen.

„Es handelt sich hier nicht um ein einfaches Grundstück“, fasst Ziesak zusammen. „Im Bereich der Mauer zur Opel-Durchfahrt müssen wir etwa drei Meter Erdreich abtragen und verteilen, damit dort die Ferngasleitung durchgelegt werden kann.“ Der Erdwall dort wird dann nur noch ein wenig höher sein als die Mauer, „weil auf der Gasleitung höchstens 1,20 Meter Erde („Deckungshöhe“) lasten dürfen. Die Rohre für die Ferngasleitung haben eine Lieferzeit von über vier Monaten. „Wir werden in den nächsten Tagen mit den Lieferanten verhandeln.“

Teuer wird die Tatsache, dass sich auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Bruchstraße drei Schächte befinden, auf denen aktuell zu viel Erde lastet. „Die Statiker wollen“, so der Unternehmer, „dass wir die Deckel erneuern.“ Dafür müssen rund um die Löcher Pfähle ins Erdreich gesetzt werden, die am Ende die neuen Deckel tragen werden. Außerdem gibt es noch einen Wetterstollen und einen Luftschutzstollen, die ebenfalls abgesichert werden müssen. Allein diese Maßnahmen werden mehr als 450 000 Euro verschlingen.

Eberhard Franken

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Kommentare
22.01.2012
02:25
Neues Leben auf der Zechenbrache
von BigLA | #2

Das ist doch normal, das heute vor allem Geschäfte im Vordergrund stehen...
Aber Wohnbebauung hat ja noch in jeder Menge 100m² Hinterhöfen oder Gärten platz ;)
Und ob man nicht schon genug Einzelhandel hat wissen ja die Experten ;)

Vernünftig und auch (gut meinem Geschmack nach) romantischer Atmosphäre wird schon seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr gebaut und geplant...
zu manchen Zeiten nachvollziehbar und verständlich (WW2, Nachkriegszeit, Wohnungsnot durch Zerstörung und Zuwanderung usw.) aber Heutzutage frage ich mich, ob die Menschen alle so einen faden Geschmack haben, oder nur kein Interesse oder keine Möglichkeit haben, Einfluss zu nehmen. Denn Architekten haben meiner Meinung nach nicht gerade vernünftige Ideen...(nicht pauschal aber überwiegend..)

naja, seis drum....

1 Antwort
Neues Leben auf der Zechenbrache
von BigLA | #2-1

ahso ja und die Bäume..?? werden ja eh überbewertet, soviel otes Kapital ohne Rendite..

20.01.2012
17:34
Neues Leben auf der Zechenbrache
von GandalfDERWestfale | #1

Warum wird in Bochum nicht mal eine Große Brache zu einem art Park für die Bürger umgebaut? Eine art Landschaftschutzgebiet gerade auch wo Langendreer ja auch ordentlich zugebaut wurde, wird. Oder Bauland für FAmilien
Aber Nein Bochum baut jeden Ecke die die ach so tollen Stadtentwickler finden mit irgend eine Industrie, Gewerbe oder Handel oder Speditionen zu.
Bald besteht Bochum nur noch aus Lärmenden Gewerbe und die besserverdienenden weren zusehen in andere Gebiete zu ziehen wo noch vernündtiger Wohnungsbau gemacht wird.
Bochums Entwickler und Politiker und Verwalter werden immer peinlicher für diese ehemalige schöne lebenswerte Stadt. Das kommt davon wenn man hinzugezogene an die Führerposten lässt. Die wollen nur Geld und lassen dann potthässliche Bauten hinsetzen ziehen dann in eine andere Stadt . Also auch eine art Stadtentwicklungsheuschrecken.
Selber wohnen sie natürlich im Grünen und in Bonzen gegenden. Die müssen nicht an Straßen wohnen doe früher ruhig und lebenswert waren und durch deren Dreckspolitik zu einer Rennstrecke für LKWS werden.

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