Musikalische Zeitreise
21.03.2011 | 16:44 Uhr 2011-03-21T16:44:00+0100
Langendreer. „Wir müssen heute ohne unseren Moderator Steffen Müller-Gabriel am Flügel auskommen, so dass Sie zwischen den Stücken keine Gedichte und Geschichten hören werden. Wir spielen deshalb einfach nur“, eröffnete Werner Köhn, Leiter des Orchesters „Die Salonlöwen“, den Auftritt in der Christuskirche. Andres Reukauf ersetzte seinen Kollegen Müller-Gabriel. Die Zuhörer tauchten in ein Klangerlebnis mit Schlagern und bekannten Melodien aus den 20er bis 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein.
Slawische Klänge, unterlegt mit entsprechenden Streichereinlagen von Geige und Cello, setzten dabei den Rahmen des musikalischen Vortrags, den KulTurM“ (Verein zur Förderung der Musik der Evangelischen Gemeinde Langendreer) organisierte. So intonierte das sechsköpfige Ensemble zum Auftakt „Schwarze Augen“ von Ferraris im flotten Tanzrhythmus. „Grüße von der Wolga“ setzten wiederum den Schlusspunkt. Das Potpourri vieler Klassiker der russischen Musik forderte dabei durch zahlreiche Tempiwechsel – von schwülstig tragend bis zum „Galopp“ des Kasatschok – nicht nur das Können der Musiker heraus, sondern bot auch tonale Einblicke in die russische Seele.
Ein Reigen von Walzermelodien, Tango- und Foxtrottstücke gaben dem Vortrag viel Abwechslung. Zu hören waren der berühmte Wienerwalzer „Wien bleibt Wien“ wie der Tango „Jalousie“. Letzterer nahm sich dabei im Rhythmus und Temperament dem Thema Liebe und Eifersucht an.
Beliebte Melodien, die zudem viele Erinnerungen beim zumeist grauhaarigen Publikum geweckt haben dürften, gab es zudem wieder. Das waren die Stücke „Miss Marple Theme“ (Titelmelodie der Verfilmungen der Hobbydetektivin Jane Marple, einer Figur der englischen Kriminalautorin Agatha Christie) sowie „Zuckerpuppe“ in der Instrumentalversion des Hits von Bill Ramsey.
Die Musiker, die alle als Profis beim Philharmonischen Orchester der Stadt Hagen ihr Einkommen verdienen, boten dabei eine perfekte musikalische Darbietung. Ob beim Spiel der Grund- und Obermelodien, den verschiedenen Soloeinlagen oder den vielen Rhythmuswechseln in den Stücken: Das Zusammenspiel passte.
Trotz großartiger Leistung kamen in diesem Jahr leider „nur“ 100 Besucher in die Christuskirche. Der Grund dafür dürfte wohl beim Eintrittspreis von zehn Euro (Mitglieder von KulTurm acht Euro) gelegen haben, der in diesem Jahr zum ersten Mal erhoben wurde. Köhn dankte deshalb dem Publikum mit: „Es ist schön, dass so viele bereit sind, für ein Kulturangebot etwas auszugeben.“ Auf ihre Kosten dürften sie gekommen sein: nach 75 Minuten Programm und einer Zugabe gab es stehende Ovationen.
Das nächste Konzert von KulTurM in der Christuskirche, Alte Bahnhofstraße 14, ist am Sonntag, 27. März, um 17 Uhr. „Lieder der Romantik“ ist das Thema des Duettabends von Uta und Pia Buchheister. Der Eintritt beträgt acht bzw. sieben Euro (Mitglieder KulTurm & Schwerbehinderte). Vorverkauf: freitags 9 bis 12 Uhr bei „Café Komm“, im Gemeindehaus, Alte Bahnhofstr. 28.

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