Mitglieder der evangelischen Gemeinde Langendreer in Sorge

Viele fragende Blicke: Die Mitglieder der evangelischen Gemeinde Langendreer sorgen sich.
Viele fragende Blicke: Die Mitglieder der evangelischen Gemeinde Langendreer sorgen sich.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die einschneidenden Veränderungen in der ev. Kirche Langendreer kommen nicht bei allen Gläubigen gut an. Künftig Konzentration auf zwei Standorte.

Langendreer..  Trauer, Wut, Ratlosigkeit, aber auch Akzeptanz und die Bereitschaft, in die Zukunft zu denken: Diese emotionale Bandbreite bot die Gemeindeversammlung der evang. Ortsgemeinde zur Entscheidung des Presbyteriums, die Gemeindearbeit ab Ende 2018 nur noch an zwei Zentren fortzuführen: an der Dorfkirche und der Michaelkirche.

Für das Gemeindehaus Wittenbergstraße, das Markuszentrum Everstalstraße und die Pauluskirche werden Nutzungskonzepte und Vermarktungsmöglichkeiten erarbeitet und eine Schließung spätestens Ende 2018 vorgenommen.

„Wenn die Gebäude geschlossen sind, kosten sie auch weiter Geld“, eröffnete ein älterer Herr die gut einstündige Diskussion, zu der rund 100 Personen ins Gemeindehaus Alte Bahnhofstraße kamen. „Das stimmt, aber es ist nur noch ein Sockelbetrag“, antwortete Presbyter Volker Nötzel. Man hoffe jedoch, einen Teil der Immobilien veräußern zu können.

Brennende Frage vieler Gemeindemitglieder: Was passiert mit den Gruppen?

Die nächste Frage hieß: Was passiert mit den Gruppen und Kreisen, die derzeit in den Häusern tagen? Pfarrer Thomas Vogtmann: „Darüber werden wir mit den Gruppen reden.“ Presbyter Volker Eschert ergänzte: „Wir haben noch Zeit und hoffen, das miteinander hin zu bekommen.“

„Ich halte es für schwierig, erst Häuser zu schließen und später nach zukünftigen Inhalten der Arbeit zu fragen“, meldete sich Dr. Peter Mommer zu Wort. „Wofür soll die Gemeinde Langendreer zukünftig stehen“, war seine Frage. Pfarrer Wilfried Geldmacher setzte als Antwort, man wolle die Schwerpunkte auf die Kindergärten („Alle bleiben!“) und die Gottesdienste legen.

Brigitte Ruttkowski (Frauenhilfe Alter Bahnhof, Gemeindehaus Wittenbergstraße) war sauer. „Wir haben bald keinen Raum mehr“, klagte sie. „Der Kindermorgen fällt dann weg“, meinte zudem eine Frau von der Wilhelmshöhe. Kleinen Kindern sei die Fahrt zur Christuskirche im Dorf nicht zuzumuten.

Positiver gestimmt und pragmatisch reagierte eine Seniorin von der Pauluskirche: „Wir treffen uns zukünftig halt mehr zu Hause zur Gruppenstunde. Im kleinsten Raum ist Platz“, meinte sie.

Im Presbyterium herrsche nach dieser schweren Entscheidung wieder Aufwind, erklärte Presbyterin Christine Eichel: „Wir haben nun auch wieder Zeit, die Gemeindearbeit inhaltlich zu denken“.