Liebesbotschaft vom Balkon
19.05.2008 | 17:46 Uhr 2008-05-19T17:46:00+0200Rudolf-Steiner-Schüler brachten eine modern-musikalische Version von "Romeo und Julia" auf die Bühne
Langendreer. Ein Lehrer, der von der Bühne geschubst wird, eine schwäbelnde Amme und rockige Klänge - das erlebten die Zuschauer bei der Premiere des Stückes "Romeo und Julia - herzlich frei nach Shakespeare", das von Achtklässlern der Rudolf-Steiner-Schule aufgeführt wurde.
"Können Sie mir das vorlesen?" fragte eine Schauspielerin, als sie zu Beginn mit einer unleserlichen Botschaft durch das Publikum irrte. "Wie bitte, keine Brille, zu wenig Licht - Sie waren wohl mal Waldorfschülerin?", scherzte sie mit den verdutzten Zuschauern.
Mal humorvoll und dynamisch, mal leise und dramatisch ging es zu in dem Stück, das der Klassenlehrer der 8b, Joachim Beck, anhand der berühmten Vorlage für seine Schüler geschrieben hat. "Der alte Shakespeare in neuem Gewand und moderner Sprache - das hat mich gereizt", erzählt er. Faszinierend daran sei, dass es alles beinhalte, was die Menschen seit jeher beschäftige: Liebe, Hass, Krieg, Frieden, Armut, Reichtum und die Frage: Wohin führen Hass und Feindschaft? "Die Botschaft am Ende heißt Versöhnung."
Doch bevor es soweit war, litt das Publikum in der gut besuchten Aula mit Romeo und Julia, gespielt von Constantin Koch und Sarina Becker. "Was hilft Amors Pfeil, wenn er nur einen trifft?", klagte Romeo sein Leid. Für Heiterkeit sorgte dagegen Sarah Vosding, die als schwäbelnde Amme überzeugte. 83 Mitwirkende schwitzten vor und hinter den Kulissen für einen gelungenen Abend. Aufwändig gearbeitete Kostüme waren umgenäht worden, Eltern fungierten als Maskenbildner, auch beim Bühnenbild war sogar der legendäre Balkon nachgebaut worden.
Live-Musik untermalte das durchchoreographierte Stück und sorgte mal für rockige, mal für sanfte Stimmung. "Ich habe einige Klassenspiele gesehen, aber das ist mit Abstand das schönste", lobte Bettina Steckel, Mutter von Jacob alias "Simson "

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