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Behindertenprojet für Afrika

„Licht ins Dunkel bringen“

24.10.2012 | 17:32 Uhr
„Licht ins Dunkel bringen“
Auch Musik ist wichtig für Musah Abubakar (links) beim „Tag für Ghana" im Bahnhof Langendreer. Foto:Foto: Joachim Haenisch

Langendreer.  Musah Abubakar kümmert sich mit dem Projekt Haskey um Aufklärung zum Thema Behinderung in seiner Heimat Ghana.

Wie soll eine Gesellschaft mit behinderten Menschen umgehen? Diese Frage wird in Deutschland zunehmend mit dem pädagogischen Stichwort „Inklusion“ beantwortet. Was das bedeutet, beschreiben Slogans karitativer Unternehmen auf Plakatwänden. „Es ist normal, verschieden zu sein“ oder „Vielfalt macht stark“ oder „Jedes Kind ist besonders“ ist da zu lesen.

Solch aufgeklärt-mitmenschliches Denken hat der aus Ghana stammende Musah Abubakar (44), der vor 20 Jahren nach Deutschland kam, und nun in Langendreer lebt, verinnerlicht: „Seit 1999 arbeite ich mit behinderten Menschen“, erzählt Abubakar strahlend, „erst ohne Ausbildung, jetzt mit Ausbildung“. 2009 hat der Afrikaner die Lehre zum Heilerziehungspfleger abgeschlossen. Während all dieser Jahre der Arbeit im sozialen Bereich hat Abubakar eines nie vergessen können: In seiner Heimat Ghana werden Menschen mit Behinderung von der Gesellschaft ausgegrenzt.

Kranke Kinder werden als Schande erlebt, versteckt, nicht gefördert, manchmal sogar von der eigenen Familie ausgesetzt. „Als ich ein Jugendlicher war, lebte im selben Wohnhaus wie meine Familie ein Mädchen mit Kinderlähmung. Sie konnte nur auf dem Po rutschen. So bewegte sie sich vorwärts. Geistig war sie hellwach, hat aber nie eine Schule besucht. Niemand unterstützte sie. Sie starb mit neun Jahren.“

Behinderung wird als Strafe Gottes gesehen

Diese traurige Erinnerung kann und will Musah Abubakar nicht vergessen. Im Gegenteil: Sie dient ihm als Motivation. Abubakar hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich von Deutschland aus für behinderte Kinder in seiner Heimatstadt Kumasi in Ghana einzusetzen. Für ein menschenwürdiges Leben. „Behinderung wird in meiner Heimat als Strafe Gottes gesehen“, so Abubakar, „Aufklärungsarbeit ist nötig“. Zu diesem Zweck existiert seit drei Jahren der Verein „Haskey – Projekt Ghana“, mit inzwischen 25 Mitgliedern.

„Haskey ist ein westafrikanisches Wort und bedeutet Licht“, erklärt Abubakar, „und genau das wollen wir: Licht ins Dunkel bringen.“ Erster Erfolg des Vereins: Vor sieben Wochen konnte vor Ort in Kumasi ein Büro angemietet werden, das Eltern von behinderten Kindern als Anlaufstelle zur Aufklärung und Beratung dienen soll. Geplant ist der Aufbau einer heilpädagogischen Kindertagesstätte mit angegliederter Werkstatt. Ein Architektenentwurf existiert bereits, die Mittel fehlen noch. Der Verein ist für finanzielle, materielle und organisatorische Unterstützung offen und dankbar.

So freut sich der Verein bereits über die Spende des Spielzeugs und Mobiliars eines heilpädagogischen Kindergartens, der geschlossen wird. „Wenn es soweit ist, und das Haskey-Zentrum steht, werden wir diese großzügige Spende nach Kumasi schicken“, blickt Havva Calar, Abubakars rechte Hand und 2. Vorsitzende des Vereins, erwartungsfroh in die Zukunft.

Spenden für das Haskey-Projekt Ghana an: GLS Gemeinschaftsbank Bochum eG, Konto 4031776600, BLZ 43060967.

Stefanie Peters


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