Lessing-Schule wird 125 Jahre alt

Eric Michalski, sein Großvater Erhard Michalsi und Vater Jürgen Michalski  (v.l.) sichten Fotos des Lessing-Gymnasiums, ihrer gemeinsamen Schule.
Eric Michalski, sein Großvater Erhard Michalsi und Vater Jürgen Michalski (v.l.) sichten Fotos des Lessing-Gymnasiums, ihrer gemeinsamen Schule.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Familie Michalski besucht das Gymnasium, das in diesem Jahr 125. Geburtstag feiert, mittlerweile in dritter Generation. Erinnerungen an turbulente Jahre.

Langendreer.  „Drei Michalskis“ hat Frank Saade, Schulleiter der Lessing-Schule, für ein ganz besonderes Treffen in seinen Terminkalender eingetragen. Opa Gerhard (68), Vater Jürgen (41) und Enkel Eric Michalski (12) haben neben ihrem Familiennamen nämlich noch eine andere Gemeinsamkeit: Alle drei sind Lessing-Schüler.

Am 28. April 1890 eröffnet, feiert das Gymnasium in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag. Die Schule hat deshalb nach einer Familie gesucht, die über mehrere Generationen hinweg Teil der Schule ist und davon berichten kann.

1957 wurde Gerhard Michalski eingeschult. Unglaubliche 54 Kinder seien damals in einer Klasse gewesen. „Es ging nicht anders als mit Disziplin und Respekt“, berichtet der 68-Jährige. „Es gab auch noch Ohrfeigen zum Beispiel für nicht gemachte Hausaufgaben.“

Trotz allem sei er heute sehr dankbar für diese Zeit: „Denn ein Besuch des Gymnasiums war damals nicht selbstverständlich.“ Geschlechtergetrennter Unterricht und Lehrer mit Anzug und Krawatte hingegen schon.

1984 war es auch für seinen Sohn Jürgen soweit. „Für mich gehörte die Lessing-Schule bereits zum Familienleben dazu.“ So war er beispielsweise dabei, als Vater Gerhard im Wohnzimmer die jährlichen Mitteilungsblätter der Vereinigung der Ehemaligen der Lessing-Schule verschickte. „Und wer kann das schon von sich behaupten?“, fragt der 41-Jährige. In der Vereinigung ist sein Vater bis heute tätig.

Vorgesehen war für den heutigen Ingenieur allerdings das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium, da die Familie am Werner Hellweg wohnte. Doch für den Sohn war klar: „Ich geh’ zur Lessing-Schule, fertig.“ So stellte die Familie einen Antrag zum Wechsel. „Da war ich froh, dass es klappte“, berichtet Jürgen.

Noch heute ist bei Vater und Sohn die Erinnerung an den Geruch der Schule präsent: „Das war kein unangenehmer, sondern ein bis heute vertrauter Geruch“, sagt Opa Gerhard, als er jetzt zum Jubiläum das Gebäude betrat.

Der Enkel folgte 2012

Da ist es kein Wunder, dass auch der Enkel 2012 dort eingeschult wurde. Aus mittlerweile über 20 Arbeitsgemeinschaften hat sich Eric für die Sanitäter-AG entschieden und erinnert sich besonders gern an die Klassenfahrt nach Wangerooge. „Dort ging es nicht nur um den Unterricht, sondern auch mal um private Sachen. Und wir haben für uns beschlossen: Was auf Wangerooge passiert, bleibt auf Wangerooge“, berichtet der Zwölfjährige lachend.

Auch das haben die Michalskis also gemeinsam: Klassen- und Studienfahrten zählen zu den Sternstunden ihrer Schulzeit. Die Frage, ob das in Zukunft immer noch so sein wird, lässt sich vielleicht in Erics Abiturjahr 2020 beantworten. Denn dann wäre es durchaus möglich, dass fünf Enkelkinder von Gerhard Michalskis gleichzeitig das Gymnasium besuchen.