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Laschet wirbt für die Integration

11.03.2010 | 14:04 Uhr
Laschet wirbt für die Integration

Langendreer. NRW-Landesminister diskutiert mit Zehntklässlern über Perspektiven von Migranten – „Der zukünftige Handwerkermeister ist ein Türke“.

„Wir brauchen mehr Durchlässigkeit in unserem Schulsystem, damit jeder die gleichen Chancen in der Schule wie für die spätere berufliche Zukunft bekommt.” „Der zukünftige Handwerkermeister ist ein Türke.”, diese und andere Thesen vertrat Armin Laschet, der NRW-Landesminister für Generationen, Familie, Frauen und Integration bei einem Workshop mit Schülern der zehnten Klasse in der Albert-Schweitzer-Schule an der Stiftstraße. Der zweistündige Dialog zwischen dem Minister und den rund 80 Jugendlichen aus - von der Nationalität der Eltern her - mehr als zehn Ländern, drehte sich dabei um das Thema: „Die Aufsteigerrepublik - Migration als Chance”.

Der Minister warb entsprechend dafür, die eigene (Zuwanderer-)Biografie positiv zu sehen, trotz aller derzeitigen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Probleme. Tenor von Laschet zu einem türkischstämmigen Mädchen und einem Jungen aus Russland: „Sie sprechen beide außer Deutsch auch ihre Muttersprache. Als Unternehmen würde ich mir das nicht entgehen lassen, wenn ich auf diese Menschen und deren Märkte nicht verzichten will.”

Die Jugendlichen seien darüber hinaus für die wirtschaftliche Entwicklung im Lande wichtig. „38 Prozent aller Menschen in Nordrhein-Westfalen kommen aus Zuwandererfamilien”, so Laschet. In Bochum seien das sogar zwischen 40 und 50 Prozent. Hinzu komme der steigende Altersdurchschnitt in der Gesellschaft, der die Schüler als zukünftige Unternehmensmitarbeiter interessant mache.

Der Minister: „Der Staat sieht das schon so. Im Jahr 2000 vereinfachte er das Staatsbürgerrecht.” Viele der seit den 90er Jahren im Lande geborene Kinder seien dadurch bis zum 23. Lebensjahr automatisch Deutsche. Er forderte deshalb die Schüler auf, sich auch selbst einzubringen, indem sie nicht durch eine abgeschlossene Ausbildung für den modernen Arbeitsmarkt geeignet seien. Wichtig sei auch das Mitwirken in Vereinen als Aktiver oder im Ehrenamt.

Die Schüler sahen das aus ihrem eigenen Erleben immer wieder anders. Beispielsweise bei der Lehrstellensuche. „Bei Bewerbungen werden wir benachteiligt trotz gleicher Qualifikation”, berichtete unter anderem ein 16-Jähriger. Mehrere Frauen bedauerten zudem, dass sie finanziell gegenüber Männern im Beruf benachteiligt würden.

Insgesamt waren die Jugendlichen zufrieden mit dem Ministergespräch. „Toll fanden wir, dass Laschet zum Einstieg die gelungene Biographie von der Journalistin Hatice Akyün aus seinem Buch vorlas”, erklärten zudem mehrere Mädchen. Es bedarf also auch der positiven Vorbilder, damit Integration eine Chance hat.

Laschet war zu Gast an der Hauptschule auf Einladung der Initiative „Herausforderung Zukunft” (s. Kasten). Die Veranstaltung entpuppte sich jedoch als eine Frage- und Redestunde mit dem Minister, der sich dafür zwei Stunden dafür Zeit ließ. Schulleiter Bernhard Giese erklärte dazu: „Wir wussten erst am Donnerstag, dass die Veranstaltung hier stattfindet. Ein richtiger Workshop mit dem Minister hätte mehr Vorbereitungszeit für unsere Schüler bedurft.” Darüber hinaus war er sehr zufrieden mit dem Engagement, das seine Schüler im Gespräch mit dem Minister an den Tag legten.

Wicho Herrmann



Kommentare
18.03.2010
11:55
Laschet wirbt für die Integration
von entsetzter Beobachter | #3

Man kann sich nur freuen wenn man zur älteren Generation gehört und nicht mehr miterleben muß
wie das hier mal in 20 bis 30 Jahre im Ruhrgebiet aussieht!Herr Laschet gibt uns ja tolle Prognosen
vor!Wenn ich jünger wäre hätte ich dieses Land,in dem jeder einen besseren Status hat als ein Deutscher, schon lange verlassen!

18.03.2010
11:50
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Name von Moderation entfernt | #2

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18.03.2010
11:02
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Name von Moderation entfernt | #1

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