Langsam fehlt der Nachwuchs
22.02.2012 | 14:45 Uhr 2012-02-22T14:45:00+0100
Werne. 75 Jahre Brieftaubenzuchtverein „Treu zur Heimat“: Nur noch neun Schläge schicken
Der Brieftaubenzuchtverein „ Treu zur Heimat „ wurde 1936 in Werne gegründet. Zuerst schickte er in der Reisevereinigung Gerthe. Nach zwei Jahren wechselte der Verein über zur RV Werne. Während des Krieges wurde der Reisebetrieb eingestellt.
Karl Nelkerinnert sich noch: „Einige Züchter und eine Hand voll Schuljungs haben 1946 in der RV Werne den Brieftaubensport wieder aufleben lassen.“ Bis Ende der neunziger Jahre hatte der Verein immer um die 36 aktive Mitglieder. Am 1. April 1950 ist Karl Nelk, 67 Jahre, dem Verein beigetreten. Hier ist er nun über 50 Jahre Vorsitzender und er wurde immer einstimmig gewählt. Kalli, wie ihn die Taubenfreunde nennen, sagt dazu: „Und wenn ich nur eine Gegenstimme kriege, nehme ich die Wahl nicht an.“ „Wir haben heute noch neun reisende Schläge, leider fehlt uns der Nachwuchs, es ist heute schwer für dieses zeitaufwendige und auch kostspielige Hobby Jugendliche zu finden.“
Der Verein schloss sich, nachdem die RV Werne aufgelöst wurde, der RV Bochum-Ost an. Diese wiederum fusionierte 2008 mit der RV Witten. Die RV Witten ist heute die drittgrößte in Deutschland mit 145 Mitgliedern und 109 reisenden Schlägen. Zur 75-Jahr-Feier lud der Verein zu einer Ausstellung und Siegerehrung in die Gaststätte „Stratenhoff“ ein, zu der auch befreunde Züchter aus dem Lahntal und aus Siegen angereist waren.
Gesamtsieger wurde Karl Nelk mit 559 Punkten. Die nächsten Plätze belegten die Schlaggemeinschaft Bernhard Schilf und Heinz Ladeck mit 558,5 Punkten und Siegmund Balkenhol mit 558,25 Punkten. Den Standardvogel hatte die Schlaggemeinschaft Schilf-Ladeck. Das Standardweibchen gehört Heinz Szafranski. Der schönste Jungvogel und das schönste Jungweibchen kommen aus dem Schlag von Siegmund Balkenhol. Neben den genannten Züchtern sind noch aktiv gemeldet Heinrich Leunig, Werner Bettenhausen, Rudolf Trögeler, Josef Sonsalla, Friedhelm Kruklinski und als passiv Dieter Jürgen, Alfred Eckhard und Willi Ströter-Tillmann.

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