Langendreerholz: "Umzugskarussell" der Evangelischen Gemeinde kommt auf Touren
15.09.2009 | 11:33 Uhr 2009-09-15T11:33:00+0200Langendreerholz. Eigentlich sollte das „Umzugskarussell” der Evangelischen Gemeinde längst abgeschlossen sein, doch das Vorhaben verzögerte sich. Diese Woche wird aber als erster konkreter Schritt die große Glasscheibe im Eingangsbereich der Pauluskirche eingesetzt,
Damit entsteht mitten in dem Gotteshaus ein Gruppenraum. Kennenlernen können die Bürger der Umgebung diese einfallsreiche architektonische Lösung am 27. September, wenn dort ein Wahllokal öffnet: Angesichts der Tatsache, dass gleichzeitig der sonntägliche Gottesdienst stattfinden wird, kann man die Kirche an der Langendreerstraße dann durchaus als multifunktional bezeichnen.
Dass der Gruppenraum in der Kirche mit einer Glassscheibe abgetrennt wird, soll vor allem dafür sorgen, dass man ihn separat heizen kann. Gleichzeitige Veranstaltungen im Gruppenraum und in der Kirche werden zwar die Ausnahme bleiben, doch so ist auch für eine Schallisolierung gesorgt.
Der neue Raum in der Kirche dient als Versammlungsraum für zehn Gruppen vom Männerkreis bis zur Frauenhilfe, die sich früher im Gemeindehaus Langendreerholz trafen. Dieses beherbergt künftig den Kindergarten der Gemeinde. Das Gebäude aus der Gründerzeit, das in den 80er Jahren einen Anbau erhielt, ist bereits überwiegend leergezogen, doch es müssen noch bauliche Veränderungen vorgenommen werden. So braucht etwa jeder Gruppenraum einen separaten Fluchtweg. Das bedeutet, dass in die Fensterfront eine in den Garten führende Treppe integriert werden muss. Zudem werden die Sanitäranlagen renoviert.
Die 55 Kinder und sieben Erzieherinnen des neuen Kindergartens, der auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige anbietet, können sich in ihrem neuen Domizil im Gemeindehaus unter anderen auf eine ziemlich große Turnhalle freuen: Dafür wird der frühere Gemeindesaal umfunktioniert, in dem sich auf dem Foto Pfarrer Wilfried Geldmacher und Heidi Ruland, die für den Kindergarten zuständige Presbyterin, umsehen.
Der benachbarte Flachbau des Kindergartens aus den 70er Jahren, in dem bislang 80 Kinder betreut wurden, wird abgerissen, auf dem Grundstück entsteht Wohnbebauung. Bei der Planung dieser Häuser entstanden auch einige der Verzögerungen: Wie Pfarrer Wilfried Geldmacher erklärte, erforderte eine Wasserleitung eine Umplanung, außerdem habe die Stadt statt der geplanten zweistöckigen Bebauung nur anderthalb Etagen genehmigt, was weitere Überarbeitungen der Pläne durch den Bauträger erforderte. Dieser errichtet und vermarktet die Immobilen auf dem Grundstück, das die Gemeinde auf Erbpacht-Basis zur Verfügung stellt.
Mit dem Umzug will die Gemeinde „aus knappen Mitteln das Beste machen”, wie Geldmacher erklärt. Auf eine neue Prognose, wann die gesamte Maßnahme beendet sein wird, verzichtet der Pfarrer, klar ist aber, dass nun alles „so schnell wie möglich” passieren soll.

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