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Langendreer

Kirchschule unternahm eine Rundreise durchs Märchenland

13.07.2009 | 16:37 Uhr

Langendreer. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?” Diesen Spruch aus dem Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge” der Gebrüder Grimm kennt seit Generationen wohl jedes Kind. Auch welche unangenehmen Folgen diese Frage für die Prinzessin hat, ist bekannt.

75 Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Kirchschule erzählten nun mit ihrem Film- und Theaterprojekt „Wo ist Schneewittchen?” eine ganz andere Geschichte dazu. Schneewittchen trat da zwar in einem Prinzessinnenkleid wie aus dem Disney-Film auf, doch die Märchenfigur erschien gleich mehrfach: als Thronfolgerin aus Deutschland, der Türkei, Russland und Thailand (Bild). Sie ging zudem auf Weltreise, als die Stiefmutter ihren Zwergen bis in die Schweiz nachstellte, wo Schneewittchen sie in Sicherheit hatte bringen wollte.

Bei der Reise besuchte sie sowohl verschiedene Länder als auch die internationale Märchenwelt. So stießen unter anderem Rotkäppchen aus der Schweiz, Rapunzel aus Frankreich sowie ein griechisches Geißlein aus der Geschichte mit dem Wolf zur Reisegruppe. Allen gemeinsam war, dass sie ihre Rolle im Märchen nicht erfüllen wollten – sie mochten weder einen Frosch küssen, noch am Ende den Prinzen heiraten oder gar vom Wolf gefressen werden.

Die jeweiligen Szenen wurden dabei durch die Reisegruppe miteinander verbunden. Zur Einführung sang oder tanzte zumeist eine Schülergruppe etwas Typisches für die Region: beispielsweise einen Hirtentanz aus Griechenland, einen Kasatschok aus Russland oder ein Lied über französiche Stereotypen von Baguette bis Barett.

Die Kinder spielten das nicht nur auf der Bühne. Einige Teile des etwa 90-minütigen Programms hatten sie vorab auch als Video eingespielt. So wurde Schneewittchen zum Beispiel in einer Filmszene vom Jäger am Turm von Haus Langendreer ausgesetzt. Die sieben Zwerge gingen derweil im benachbarten Wäldchen ihrer Arbeit nach. Nach dem ersten Mordanschlag startete Schneewittchen ihre Flucht vom S-Bahnhof – eine köstliche Szene mit weinenden Zwergen.

Zum Finale der Geschichte fahren die Märchenfiguren doch noch nach Hause zurück. Grund: Das Heimweh ist stärker als das Fernweh oder die Angst vor der bösen Stiefmutter. Schneewittchen isst schließlich den giftigen Apfel und fällt tot um. Alle ziehen nun weinend mit der toten Prinzessin los. Doch Halt: Ein Märchen sollte doch möglichst ein Happyend haben. Und so wird Schneewittchen – aus Mangel an Prinzen – von dem aus dem Kino bekannten Shrek, einem tapferen grünen Giganten, gerettet. Wicho Herrmann


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