Kinder glänzen in der Manege

Vier Monate haben die Hort-Kinder für die Zirkus-Inszenierung geprobt.
Vier Monate haben die Hort-Kinder für die Zirkus-Inszenierung geprobt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kinder der Kita Stockumer Straße traten in die Manege beim „Zirkus Fantastico“. Vier Monate Probe für Tanz, Artistik und Akrobatik.

Langendreer. Bunte Girlanden hängen an den Wänden, es duftet nach Popcorn. Mit wehenden, schwarzen Umhängen ziehen acht Jungen und Mädchen zu lauter Marschmusik in die Manege ein. Angeführt werden die Artisten von einem Clown, aus dessen riesigen, gelben Schuhen bunt gestreifte Strümpfe ragen. Den schwarzen Anzug ziert ein rotes Einstecktuch und die kurzen Haare stehen zu allen Seiten des Kopfes ab. Fröhlich begrüßen Clown und Artisten das Publikum: „Herzlich Willkommen zum Zirkus Fantastico.“

Für die Zirkusaufführung wurde der Eingangsraum der Kita Stockumer Straße in eine kleine Manege verwandelt. Bis auf die Bühne ist der ganze Raum gefüllt mit Eltern und Kita-Kindern. Axel Thiemann, von Beruf Clown und Unterhaltungskünstler, hat gemeinsam mit der Heilpädagogin Meike Krüger das Projekt auf die Beine gestellt. Mit acht Grundschulkindern im Alter von sieben bis elf Jahren haben die beiden Kunsttücke aus verschiedenen artistischen Bereichen wie Jonglieren, Zaubern, Akrobatik und Tanz eingeübt.

Mit einer Tanzeinlage eröffnen die vier Tanz-Artistinnen Aysu (9), Beyza (7), Lenya (9) und Ceylin (8) dann auch die Show und legen zu Avicis „Hey Brother“ eine flotte Sohle auf das Zirkusparkett. Danach ernten auch die vier Ball-Artisten Toby (7), Kingsley (11), Felix (8) und Christoph Beifall für ihre Künste im Jonglieren und werden dabei tatkräftig von Clown Axel unterstützt. Die kleinen Künstler lassen nicht nur die Bälle in die Luft fliegen, sondern auch gekonnt ihre Muskeln spielen.

Damit die Kunststücke der 45 minütigen Aufführung gelingen, haben die acht Hort-Kinder knapp vier Monate geprobt. „Die Kinder haben so ein Ziel, worauf sie hinarbeiten können. Sie sehen dann auch, ‚ich kann überhaupt was‘ “, betont die Heilpädagogin. Auch Mechthild Formanowicz, Leiterin der Kita, ist von dem Zirkusprojekt überzeugt: „Die Kinder bauen Berührungsängste ab und können hier ihre eigenen Fähigkeiten entdecken.“

Mit bunten Plastiktellern auf dem Kopf betreten alle Zirkuskünstler gemeinsam die Bühne. Doch auf den Köpfen bleiben die Teller nicht lange. Gekonnt lassen die Artisten die Teller erst auf den Fingern und dann auf dünnen Stäbchen kreisen. Auch mit einem Diabolo können die Nachwuchsartisten geschickt umgehen. Dem elfjährigen Kingsley gelingt es sogar, die vom Clown in die Luft geworfenen Halbschalen mit seiner Schnur aufzufangen. Geschicklichkeit müssen die Kinder auch beim nächsten Kunststück beweisen. Auf einem großen, blauen Ball balancieren die Akrobaten freihändig über die Manege. „Das war schwierig, aber wir haben es geschafft“, freut sich die die neunjährige Lenya. Den Mut der Zirkustalente lobt auch Eva Maria Marquardt von der Beratungsstelle Langendreer: „ Bei der Aufführung müssen die Kinder ihre Ängste überwinden, das ist ganz schön mutig, was die hier auf die Beine stellen.“

Die acht Nachwuchstalente haben Geschmack an Akrobatik und Zauberei gefunden. Aysu und Felix sind sich einig: „Das wollen wir noch mal machen.“ Unter tosendem Applaus verabschieden sich die Artisten des Zirkus Fantastico.