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Janosch Moldau klagt sein Liebesleid

05.11.2012 | 11:27 Uhr

Bochum.  Der Neu-Ulmer Musiker Janosch Moldau hat sein langerwartetes drittes Album veröffentlicht. Auf Lovestar zeigt Moldau, wie schön Trauer, Schwere und Leid klingen können. Am 9. November kommt Moldau im Vorprogramm von 18 Summers nach Bochum-Langendreer ins Matrix.

Wo holt dieser Mann bloß dieses tiefe Schwarz her, mit dem er seine Musik übermalt? Wer Janosch Moldaus Album "Lovestar" hört, muss glauben, er habe es hier mit dem Werk eines sehr traurigen Menschen zu tun. Dabei strahlt der Mann aus Neu-Ulm im echten Leben so viel postive Energie aus. Im persönlichen Gespräch lacht er gerne und viel und präsentiert sich als schräger, aber durchweg netter Typ, der "einfach nur gute Musik machen" will. Die gerate dann immer etwas düster.

Denn wenn er komponiert, zeigt Janoasch Moldau seine dunkle Seite, der er nicht entkommen kann und auch nicht entkommen will. Moldau nutzt Musik als Kanal für Düsternis, für die schlechten Schwingungen und Stimmungen. So ist auch Lovestar ein Werk in Moll. Janosch Moldau widmet sich in 14 Songs der Liebe und betrachtet ihre fürchterlichen Seiten. Kein simples "Boy meets girl"-Schema, es geht um Angst, Bedrohung, Verlust.

Zu gut zum Weghören

Video
Der Elektro-Musiker Janosch Moldau war im Dortmunder FZW. DerWesten bat ihn zum Soundcheck auf die Couch.

Die Songs auf "Lovestar" zu hören, ist wie rückwärts zu gehen, die Augen fest auf ein gerade überstandenes Unwetter gerichtet. Und im festen Wissen, dass blauer Himmel nur eine Illusion sein kann und der nächste mächtige Schauer bald folgen wird. Dabei prasseln Moldaus Synthie-Kompositionen tatsächlich wie ein warmer Regen auf den Zuhörer. Denn bei aller Schwere ist die Musik viel zu gut, um wegzuhören. Wahre Synthie-Bretter gehen direkt ins Herz. Moldau mischt sie mit fein nuancierten Gitarren-Sounds und angenehm treibenden Beats.

Wer Elektro mag, wird sich Janosch Moldau nicht verschleißen können. Der ewige Vergleich mit Depeche Mode passt zwar, doch lässt Moldau selbst düsterste Depeche-Mode-Werke wie fröhlichen Bubblegum-Pop klingen. Moldaus weiche Stimme, die da so wunderbar leidet, gehört definitiv zum Besseren, was Deutschlands Musikszene zu bieten hat. Umso unverständlicher, dass dieser talentierte Trauerklos so lange nach einer Plattenfirma für sein drittes Album suchen musste.

Vielleicht liegt es an der Konsequenz, mit der Moldau der Düsternis fröhnt. Sinnbildlich steht schon der Opener des Albums, der gleichnamige Song "Lovestar". Jedes Mal, wenn das Stück einen kurzen Hoffnungsschimmer andeutet, folgt Moldaus Wehklagen. Herzerreißend und einfach schön.

Am 9. November live im Matrix

Auf der Bühne beeindruckt Moldau ebenfalls - als One-Man-Band mit Synthesizer, Gitarre und Gesang. Am 9. November spielt er im Vorprogramm von 18 Summers im Matrix in Bochum-Langendreer.

Stefan Reinke



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