Im Spiel wird im ev. Gemeindehaus Laer die Bibel lebendig

Ingo Frank lädt mit seiner Gitarre zum Mitsingen ein. Groß und Klein nehmen das Angebot gerne wahr.
Ingo Frank lädt mit seiner Gitarre zum Mitsingen ein. Groß und Klein nehmen das Angebot gerne wahr.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum 25. Mal veranstaltet in diesen Tagen die evangelische Gemeinde in Laer eine Kinderbibelwoche. Initiiert und bis heute betreut von den Eheleuten Raddatz.

Laer..  Heute geht es um Freundschaft. Knapp 40 Kinder haben sich nach einem gemeinsamen Frühstück im ev. Gemeindesaal versammelt und verfolgen gespannt die Geschichte von Königssohn Jonathan und Hirtenjunge David aus dem Alten Testament, die Gemeindemitglieder und Jugendliche aus dem benachbarten Jugendtreff aufführen. Mittendrin die neunjährigen Drillinge Lukas, Henrik und Tom aus Altenbochum, die zum ersten Mal an der Kinderbibelwoche der ev. Gemeinde teilnehmen.

Jeden Tag wird die biblische Geschichte weitererzählt, wird die Bibel im Spiel lebendig. Das Trio aus Altenbochum findet das klasse. „Es macht Spaß, zuzuhören“, sagen sie. Außerdem ist die Geschichte spannend. „Schließlich will König Saul aus Eifersucht David ermorden lassen. Doch Jonathan hilft ihm“, erklären sie. Spaß macht den Dreien auch das anschließende Basteln. Passend zum Thema werden aus alten Streichholzschachteln Freundschaftsboxen entworfen. Mit großer Freude stürzen sich die Kinder auf Kleber, Bastelschere und Papier, um loszulegen.

Emma (7) aus Laer kennt das schon; sie zählt zu den Dauergästen und nimmt bereits zum dritten Mal an der Kinderbibelwoche teil. Sie bastelt gerade eine kleine Schachtel für ihre Freundin. Lea (14) vom Jugendtreff hilft ihr dabei. Emma findet aber auch die erwachsenen Betreuer „super nett, weil die sich immer so toll verkleiden und lustig sind“.

Gemeint sind damit u.a. die Gemeindemitglieder Rosi und Heiner Raddatz. Die Idee zur Kinderbibelwoche stammt von ihnen. „1990 haben wir damit angefangen“, erzählt Rosi Raddatz. „Mein Mann und ich sind von Beginn an dabei, später stießen Karin Gimm und Gerd Merkens dazu. Anfangs, als wir noch berufstätig waren, mussten wir extra Urlaub nehmen, um die Kinder betreuen zu können.“

Doch für das Ehepaar war das nie ein Thema, dafür ist die Kinderbibelwoche zu sehr Herzensache. „Es macht einfach Spaß, mit den Kindern Zeit zu verbringen und ihnen die Bibel näherzubringen“, sagt Rosi Raddatz. „Außerdem haben wir selbst keine Kinder, vielleicht sind deshalb so engagiert bei der Sache.“ Rosi lacht: „Und die Eltern sind froh, dass wir uns um ihre Kinder kümmern.“ Auf der Suche nach Themen für die Kinderbibelwoche recherchiert die 74-Jährige im Internet. Das Passende zu finden ist gar nicht so einfach. „Denn wir müssen ja immer einen Bezug zum Osterfest finden“, erklärt Rosi. Einmal, erinnert sie sich, sei man mit einem Esel aus dem Tierheim durch Laer gezogen, um den Einzug nach Jerusalem zu symbolisieren. „Das war hinterher Stadtgespräch.“ Lustig sei auch eine Übernachtung in der Kirche gewesen: „100 Kinder auf Luftmatrazen; und wir hatten nur eine Toilette. Das war eine kurze Nacht für uns Betreuer“, schmunzelt Rosi Raddatz bei dem Gedanken daran.

Neue Pfarrerin zeigt sich ob des enormen Engagements beeindruckt

Für Claudia Frank, die neue Pfarrerin, ist es die erste Kinderbibelwoche. Sie ist ganz begeistert über so viel Engagement: „Die Vorbereitung lief fast von selbst, das ganze Team ist super eingespielt. Sehr beeindruckend, was hier jedes Jahr auf die Beine gestellt wird. Eine tolle Bereicherung für das Gemeindeleben.“