Hörbehinderte begeistern im Konzert

Von „Rockende Hörgeräte“ bis„Rockfetzband“ – fünf Gruppen nahmen beim integrativen Konzert „Langendreer rockt und swingt“ teil.
Von „Rockende Hörgeräte“ bis„Rockfetzband“ – fünf Gruppen nahmen beim integrativen Konzert „Langendreer rockt und swingt“ teil.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Hörbehinderte Jugendliche der Förderschulen am Leithenhaus stellen beim integrativen Konzert eindrucksvoll ihr Können unter Beweis.

Langendreer..  „Hier zu singen ist einfach super“, sind sich Marina (16) und Michael (14) nach ihrem Duett zu „Au revoir“ (Mark Foster) einig. Die gut 150 Besucher hatten die beiden Sänger der Band „Rockende Hörgeräte“ von der Schule am Leithenhaus (Hörbehinderte) beim sechsten Integrativen Konzert von „Langendreer rockt und swingt“ tatkräftig angefeuert.

Sängerin Marina brachte auch im Anschluss bei der Ballade „Am seidenen Faden“ (Tim Bedzko) ihr Publikum in Schwung. „Das ist mein Lieblingslied“, verriet die Schülerin der 10. Klasse später. „Das war ein gelungener Auftritt“ zog Gitarristin Giuila Bilanz. Auch ihrer Schulleiterin Renate Printzen – zugleich auch Gastgeberin des integrativen Events im Schulforum – war die Freude anzusehen. Vor allem darüber, wie sehr die Musik das Selbstbewusstsein ihrer Schüler mit Hörgeräten fördert.

Auch den Bands aus der Nachbarschaft – Hasselbrink-Schule (Sprachbehinderung) und Schule am Haus Langendreer (körperlich-motorisch behindert) – gelang es, das Publikum zu begeistern. Die „Rockfetzband“ (Schule am Haus Langendreer) kam etwa mit „Auf uns“ (Andreas Bourani) gut an. Beim zweiten Stück – der inoffiziellen WM-Hymne – sangen alle mit. Das machte erst recht Stimmung.

Die Frage „Geht es Euch gut?“ hätte sich die Band „Crazy 6“ (Haus Langendreer) zu Beginn ihres Gigs eigentlich sparen können. Antwort: na klar! Und die Laune des Publikums blieb auch gut, denn die folgenden Pop- und Reggae-Stücke rissen die Besucher weiter mit. Für die fünfköpfige Band mit Tessa (Gesang), Jöran (Cajon), Vidian (Schlagzeug), Theoka und Dennis (E-Piano) war es das letzte Konzert. Moderatorin Printzen: „Alle werden im Sommer die Schule mit ihrem Abschluss verlassen.“ Da kam Wehmut auf.

Bleiben die Schulband ohne Namen von der Hasselbrink-Schule und die Musikgruppe „Piano Plus“. Während die Schüler mit Sprachbehinderung mit gängigem Pop – „Altes Fieber“ (Tote Hosen) – ihr Publikum fanden, lag es an „Piano Plus“, andere Akzente zu setzen. Die 13 Musiker um die ausdrucksstarke Sängerin Anna Reizbikh (Rollstuhl, ehemals Schule am Haus Langendreer) spielten tollen Jazz. Sie leisten Integrative Arbeit durch Musik auch nach der aktiven Schulzeit. Reizbikh freute sich, die alten Schule zu besuchen. „Musik verbindet eben“, betonte auch Bandleiterin Claudia Schmidt (Musikschule), die seit Jahren das Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Musikern organisiert.