Hobby-Kapitäne feiern in Werne runden Geburtstag

Der Boden für den Nachbau des Vermessungsschiffs „Norderney“ entsteht aus Glasfasermaterial. Mit dabei (v.l.): 2. Vorsitzender Thomas Becker, Frank Bosbach, Robert Gesell, Hanno Niesler, Christian Imort, Detlef Döring und 1. Vorsitzender Siegfried Scheping.
Der Boden für den Nachbau des Vermessungsschiffs „Norderney“ entsteht aus Glasfasermaterial. Mit dabei (v.l.): 2. Vorsitzender Thomas Becker, Frank Bosbach, Robert Gesell, Hanno Niesler, Christian Imort, Detlef Döring und 1. Vorsitzender Siegfried Scheping.
Foto: Wicho Herrmann
Was wir bereits wissen
Schiffsmodellclub Bochum wird 30 Jahre alt. Das diesjährige Hafenfest im Freibad Werne wird gleichsam eine Jubelfeier mit internationalen Gästen.

Werne. Modellbaufreunde zusammenbringen und gemeinsam dem Hobby nachgehen: Das war die Idee von Schiffsmodellbaufans und ihrer Ehefrauen, als sie am 4. August 1985 im Gasthaus Goeke (Grumme) den Schiffsmodellclub-Bochum 1985 (SMC) gründeten.

„Wir wollten Modellbauer aus ihren Wohnungen und Kellern herausholen, um dem schönen Hobby gemeinsam nachzugehen“, erinnert sich Erich Kindermann, der seit den Anfängen Kassierer im Verein ist. Der 66-Jährige ist gemeinsam mit Uwe Brückner (58) nach 30 Jahren das letzte Gründungsmitglied. Vorsitzender wurde der inzwischen verstorbene Lothar Hildebrandt.

Seit 2008 ist der Modellbauclub in Werne zu Hause. Seitdem findet jedes Jahr im September das Hafenfest im Freibad an der Bramheide statt. Bei schönem Wetter sind dann dort nicht nur gut 100 unterschiedliche Schiffe – vom historischen Segler bis zum modernen Hafenschlepper – unterwegs. Auch gut 1000 Besucher finden den Weg ins Freibad und schauen begeistert zu. Das nunmehr achte Hafenfest am Sonntag, 20. September, ist zugleich Jubiläumsfeier.

„Wir sind gerade bei den Planungen“, erklärt der Vorsitzende Siegfried Scheping. Klar sei derzeit, dass viele Modellbaufreunde aus Belgien, den Niederlanden sowie aus ganz Deutschland zum Fest anreisen werden. „Wir haben schon einige Zusagen“, so der 56-jährige technische Mitarbeiter bei der Bogestra. Hinzu kommen die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie die Tschernobyl-Kinderhilfe mit ihrer Tombola. „Ein Mundharmonikaverein tritt zudem mit zünftiger Musik auf“, erklärt Thomas Becker, 2.Vorsitzender.

„Von Anfang waren wir bei so manchem Stadtteilfest dabei“, erinnert sich Uwe Brückner. Etwa dem Grummer Seefest der Bezirksvertretung Mitte, dem Stadtparkfest sowie am Ümminger See. Immer hatten die Modellbauer, die Wert auf originalgetreue Nachbauten historischer und moderner Schiffe legen, viele Zuschauer. So mancher Fan stieß auch hinzu. Das Problem blieb ein eigenes Vereinsheim. Denn: Bis Mitte der 90er Jahre trafen sich die Aktiven sonntags in verschiedenen Grummer Gaststätten. Ein leer stehender Pavillon der Grundschule Laer schuf Abhilfe. Dadurch fand der Club auf dem Gelände des Kleingartenvereins Kleffmannsbusch in Laer zunächst ein zu Hause. Ab 2001 wurde die Zeche Gibraltar am Kemnader See ein weiterer Treffpunkt.

Erst der Umbau einer ehemaligen Produktions- und Lagerhalle am Werner Hellweg 509 in 2008, den der Verein in Eigeninitiative anstrengte, brachte wieder mehr Modellbaufans zusammen. Mit dem Nachwuchs David (14) und Mateo (10) sowie mit drei neuen Mitgliedern von der „Interessensgemeinschaft Spezialschiffe“ fühlt sich der Verein heute gut für die Zukunft aufgestellt.