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Bezirksvertretung

Gesperrte Brücke bereitet Sorgen

26.06.2012 | 11:47 Uhr
Gesperrte Brücke bereitet Sorgen
Bezirksbürgermeister Norbert Busche (links) begrüßt Dirk Meyer als neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ost. Foto: Eberhard Franken

Langendreer.  Der Übergang an der Von-Waldthausen-Straße beschäftigt die Bezirksvertretung. Die Bahn sei „nicht immer kooperativ“, so kritisieren die Politiker.

Die Besucherplätze im Sitzungssaal des Langendreerer Amtshauses waren nur selten so begehrt wie bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Bochum-Ost. Und das lag beileibe nicht daran, dass die Parlamentarier sich zum 25. Mal in der aktuellen Legislaturperiode trafen. Zur Jubiläumssitzung hatten sich vielmehr Aktivisten von der Wittekindstraße und Vertreter der Kirchschule eingefunden, die jeweils Unterschriftenlisten übergaben und vor Eintritt in die Tagesordnung kurz ihre Beweggründe referieren durften.

Ralf Schmitt, der als Ostbochumer Bezirksbeamter der Polizei in der Sitzung zu Gast war, staunte nicht schlecht, als er sich kurzfristig von Kindern der Kirchschule umringt sah, wo er gerade noch ganz allein gesessen hatte. Die vielen Schulkinder waren mit Lehrern, mit Eltern und 1200 Unterschriften zum Protest gegen die Schulschließung gekommen (siehe Bericht unten). Christof Bürgel wiederum hatte – neben rund 1600 Unterschriften – nur Getränkehändler Gerd Bangert mitgebracht.

Bürgel, Allgemeinmediziner an der Wittekindstraße, bat die Politiker in einem kurzen Statement darum, sich für eine zügige sachverständige Begutachtung der Brücke an der Von-Waldthausen-Straße einzusetzen, damit diese wichtige Verbindung in Werne schnellstmöglich repariert werden könne. „Oder neu gebaut“, fügte er lachend hinzu.

Genau dieses Thema ist auch Dirk Meyer sehr wichtig, der Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Vollmond ist. Meyer hatte in dieser Sitzung seinen ersten Auftritt als neuer Boss der SPD-Fraktion. Bezirksbürgermeister Norbert Busche begrüßte den „Neuen“ als Nachfolger von Hans-Joachim Gruschwitz herzlich.

Für Lkw gesperrt

Dipl.-Ing. Gisbert Soldat vom Tiefbauamt nahm Stellung zur Situation. „Wir überwachen die Brücke regelmäßig“, sagte er. „Wir sind alle drei Monate dort und schauen mit dem Fernglas.“ Vor drei Jahren bereits sei festgestellt worden, dass der Stahl versprödet und Risse bildet, was die Sicherheit massiv gefährdet. Deshalb sei die Brücke für Lkw gesperrt worden. „Das interessierte die Brummifahrer aber wenig“, so Soldat. „Die sagten einfach: Ich muss da durch – und haben dann kurzerhand die Absperrungen beiseite geräumt.“ Oder der Beifahrer lotste den Brummi durch die 2,5 Meter breite Lücke. „Wir mussten deshalb die Brücke komplett sperren.“

Für eine genauere, aussagefähige Inspektion der Brücke muss die darunter befindliche Strecke für mindestens zwei Stunden gesperrt werden, was die Bahn AG derzeit nicht zulasse. Ohne diese Untersuchung allerdings gebe es kein Weiterkommen. „Man sieht die Risse mit dem Fernglas nicht so schnell“, erläuterte Soldat, „deshalb können wir selbst nicht so genau prüfen.“ Die Bahn, so formulierte der Verwaltungsmann sehr vorsichtig, „ist nicht immer kooperativ.“ Auf die Gegenrede, dass es doch möglich sein müsse, die Bahn zu genaueren Prüfungen zu verpflichten, sagte er, dass man dort auf einem sehr hohen Ross sitze und so tue, als sei dies nicht das Problem der Bahn.

Höhenbegrenzung

Norbert Busche setzte noch „einen drauf“. Die Bahn sei bekanntermaßen so wenig kooperativ wie die Harpen AG und die katholische Kirche. Er fragte zynisch, „ob wir dann sogar noch die Strecke freimachen müssen, wenn die Brücke zusammenbricht.“

Damit wenigstens Pkw die Brücke passieren könnten, Lkw aber nicht, brachte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schubert-Loy – unterstützt von der Sozialen Liste eine fest installierte Höhenbegrenzung ins Spiel. „Die muss 80 bis 100 Meter vor der Einschränkung angekündigt werden“, winkte Soldat ab. „Wenn wir das machen, können auch Müllabfuhr und Straßenreinigung die zuführenden Straßen nicht mehr befahren.“ Diese großen Fahrzeuge würden in den vorweg montierten, beweglichen Höhenbegrenzungen steckenbleiben oder diese stark beschädigen.

Eberhard Franken

Kommentare
27.06.2012
22:11
Gesperrte Brücke bereitet Sorgen
von Homer_Simpson | #5

@3

Wahrscheinlich könnten Brücken nicht mal abgerissen werden, weil die Bahn sich dann querstellt und die Strecke nicht sperren will.

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2012-06-26 11:47
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