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Langendreer

Geschichte "ohne Ende"

17.09.2008 | 18:16 Uhr

Historischer Rundgang durch Langendreer dauerte statt der angekündigten 50 Minuten fast zweieinhalb Stunden.Ortsteil präsentierte sich beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals mit einem neuen, gelungenen Konzept

Langendreer. "Stoff ohne Ende" gebe es für den Tag des offenen Denkmals in Langendreer, meinte Buchhändlerin Beatrix Schulte-Gimmerthal.

Das bewies auch die Tatsache, dass der erste von ihr entworfene Stadtrundgang statt der angekündigten 50 Minuten in der Realität fast zweieinhalb Stunden dauerte.

Mehr als 20 Teilnehmer begrüßte Stadtführer Olaf Vorberg um 12 Uhr zum Rundgang, der bereits am Startpunkt Christuskirche mit interessanten Informationen aufwartete. Als die Sprache etwa auf die historischen Glocken kam, wusste Vorberg, im Ortsteil auch bekannt als Inhaber der Weinhandlung Vinaglobo, von zwei Rettungaktionen zu berichten: Als die Spanier Ende des 16. Jahrhunderts Langendreer unsicher machten, vergrub die Gemeinde die wertvollen Klangkörper, um sie in Sicherheit zu bringen. Und im 2. Weltkrieg waren die Jahrhunderte alten Glocken schon beschlagnahmt worden, um sie für Rüstungszwecke einzuschmelzen. Doch das Kriegsende kam diesem traurigen Schicksal zuvor, schließlich konnten sie 1946 in einem Lagerhaus in Lünen ausfindig gemacht werden.

Direkt hinter der Kirche ging's geschichtsträchtig weiter, hier standen nicht nur die Vorgänger der heutigen Kirchschule, sondern auch die allererste Müser-Brauerei. Dann ging es weiter über Klockerigge, Marktplatz, Evangelischen Friedhof und andere historische Gefilde. Auch der Gefäng- nisturm von Haus Langendreer gehörte zum Programm der insgesamt fünf Rundgänge, bei denen die Stadtführer mit einer Flagge, auf der das Langendreerer Wappen prangte, voranschritten. Sogar alteingesessene Bürger merkten später an, dass sie bei der Tour ihnen bislang unbekannte Ecken entdeckt hätten.

In der Christuskirche hatte Beatrix Schulte-Gimmerthal einen Büchertisch aufgebaut, außerdem zeigte sie historische Fotos und einen Film, den sie bei einem Rundflug über dem Bochumer Osten aufgenommen hat. Letzterer kam so gut an, dass Besucher ihn direkt von der Leinwand auf ihre Digital-Kamera bannten.

Erstmalig machte auch die Heimatstube beim Denkmal-Tag mit, hier konnte man u.a. aus Streichhölzern hergestellte Modelle der Christuskirche oder des Bergbaumuseums bestaunen. Auch die schon lange der Vergangenheit angehörende Kirmes an der Dördelstraße konstruierte der Bastler, der seine Objekte kürzlich dem Museum im Keller des Amtshauses überließ. Stolz zeigten die Heimatstuben-Betreiber Friedhelm Vielstich und Heinz-Richard Gräfe auch einen weiteren "Neuzugang": die Druckplatten des 1921 bei Gimmerthal hergestellten Notgeldes (dessen Scheine sie natürlich schon in der Sammlung hatten).

Auf dem Programm standen aber auch die Marienkirche und der Friedhof in Ümmingen. Hier an der Wittener Straße ließ sich eine der mit Bussen in Bochum gestarteten Gruppen vom Langendreerer Lokalhistoriker Clemens Kreuzer über die Grabstelen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie die mittelalterliche Kirche, von der noch die Grundmauern zu sehen sind, informieren.

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