Freizeithaus Inpoint wird 50 Jahre alt

Eine eingeschworene Truppe: Jugendliche und Betreuerim Inpoint verbindet ein vertrauensvoller Umgang miteinander.
Eine eingeschworene Truppe: Jugendliche und Betreuerim Inpoint verbindet ein vertrauensvoller Umgang miteinander.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Das Freizeit- und Medienhaus Inpoint ist für viele Jugendliche ein zweites Zuhause. Dafür sorgen enge Bindungen zwischen Jugendlichen und Betreuern.

Langendreer..  „Schlechte Laune kann man hier nicht genießen“, sagt Pia scherzhaft. „Wenn man schlecht gelaunt hierher kommt, geht man gut gelaunt wieder.“ Die 14-Jährige ist eine von insgesamt 300 Jugendlichen, die im Freizeit- und Medienhaus Inpoint ein- und ausgehen. Vor 50 Jahren eröffnete Oberbürgermeister Fritz Heinemann das damals noch eher schmucklose und karg eingerichtete Gebäude. Dessen Vorgänger lag an der Hauptstraße und war das erste Bochumer Jugendhaus überhaupt. Dieses wurde aber schnell zu klein, nach sechsjähriger Bauzeit eröffnete 1964 das Inpoint in der Unterstraße.

Seitdem hat sich einiges verändert. „Wir haben viel in Eigenleistung zusammen mit den Kiddies gemacht“, erzählt Manfred Grundig, der seit 1988 das Jugendhaus leitet. Die tristen weißen Klinkerwände mit Farbe verschönert beispielsweise. Auch kamen eine Küche, ein Computerraum und ein Tonstudio im Laufe der Zeit hinzu.

„Als ich hier anfing, da standen die Jugendlichen schon mittags vor der Tür und um 22 Uhr mussten wir sie regelrecht rauswerfen. Das hier war praktisch deren Zuhause“, erinnert sich der 62-jährige Grundig. Denn Kinder und junge Erwachsene hatten oft kein eigenes Zimmer und damit auch weniger Freiräume. Das ist heute anders. „Die Jugendlichen sind autarker“, so Grundig. Vor allem die Technik hat viel verändert, so besitzt mittlerweile eigentlich jeder ein Handy, Laptop und Fernseher.

Dennoch kommen immer noch im Schnitt zwischen 40 und 60 Kinder und Jugendliche jeden Tag ins Inpoint – Grundig kennt sie alle mit Namen. Die persönlichen Bindungen zu den Betreuern bedeuten den Jugendlichen viel. „Ich finde es toll, dass man mit den Mitarbeitern reden kann. Sie haben immer ein offenes Ohr“, erzählt die 15-jährige Sabah. Das bestätigt auch Grundig: „Es ist wichtig, dass man die Kids ernst nimmt.“ Vor allem deshalb, weil viele von ihnen aus eher problematischen Familienverhältnissen kämen. Die meisten Jugendlichen sind Stammgäste. „Ich war das erste mal hier, da war ich ‘n Meter groß“, sagt Meike, 16 Jahre. Sie kommt „zum Lachen, um Spiele mit den Betreuern zu spielen und wegen der Ausflüge“ ins Jugendhaus.

Zusätzlich kochen die Mitarbeiter jede Woche mit den jungen Besuchern. „Das ist sehr nachgefragt“, weiß Grundig. In der Küche des Jugendhauses lernen die Jugendlichen teilweise zum ersten Mal, Lebensmittel selbst zuzubereiten. „Wir machen auch gerne Pommes, frisch aus Kartoffeln. Die Kiddies sind immer wieder überrascht, dass die tatsächlich aus diesen runden Dingern gemacht werden“, schmunzelt Manfred Grundig.

Seit 1994 dient die ehemalige Hausmeisterwohnung des Jugendhauses jungen Frauen in Notsituationen als Unterschlupf. In der Wohngemeinschaft können bis zu drei Mädchen unterkommen. Insgesamt 150 Frauen haben davon bislang Gebrauch gemacht.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE