Flüchtlingskinder genießen Ausflug auf den Biohof

Gut gelaunt marschiert die Truppe aus Langendreer dem Trantenrother Hof entgegen.
Gut gelaunt marschiert die Truppe aus Langendreer dem Trantenrother Hof entgegen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Netzwerk Langendreer unternimmt mit Flüchtlingsfamilien vom Wiebuschweg einen Ausflug zum Trantenrother Hof in Witten. Tiere stehen ganz hoch im Kurs.

Langendreer..  Schon von weitem ist fröhliches Lachen zu hören. Kurz darauf laufen auch schon die ersten Kinder vom Papenholz herunter Richtung Trantenrother Hof kurz hinter der Stadtgrenze zu Witten. Doch noch vor der Hofeinfahrt – dem eigentlich Ziel – entdecken sie plötzlich Ziegen und Schafe, die am Wegesrand weiden. An ein Weitergehen ist jetzt natürlich nicht mehr zu denken. Streicheln ist angesagt. Dabei wartet auf dem Hof Bio-Landwirt Bert Schulze-Poll bereits auf seine Gäste.

Diese kommen heute aus Langendreer. Das neu ins Leben gerufene Netzwerk Flüchtlinge Langendreer hatte die Neuankömmlinge vom Wiebuschweg zu diesem Ausflug zum Trantenrother Hof eingeladen. Und viele – insbesondere Kinder – haben an diesem wunderbar sonnigen Tag Lust, sich mit den acht ehrenamtlichen Netzwerkern auf den Weg zu machen.

Für Bert Schulze-Poll, der sich inzwischen bei den Kindern eingefunden hat, ist dieser Besuch durchaus etwas Besonderes – auch wenn er schon seit vielen Jahren Woche für Woche Führungen anbietet. „Doch Flüchtlinge habe ich hier noch nie empfangen“, sagt der 45-Jährige. Schulze-Poll und seine kleinen Besucher verstehen sich sofort blendend. Sprachbarrieren werden mittels Zeichensprache überwunden. Viele Kinder können auch schon ziemlich gut Deutsch. Und zur Not ist ja noch Netzwerk-Helferin Milena da, die Serbisch spricht.

Streicheleinheiten für die Hunde Lenny und Gimli

Nach einer guten Viertelstunde ist der Hof dann doch erreicht. Hier stehen die nächsten Streicheleinheiten an: für die Hunde Lenny und Gimli. Nermin und Alija (beide 12) sind hellauf begeistert. „Gimli ist der Beste“, jubeln die beiden, die sich auf dem Hof total wohl fühlen: „Wir lieben den Wald, die Natur und Tiere.“ Na, da sind die zwei hier genau richtig. Denn schon geht es weiter zu den Pferden, die sogleich mit Heu gefüttert werden dürfen.

„Tiere gehen halt immer“, freut sich Kristin Schwierz vom Bahnhof Langendreer, die das Netzwerk mit ins Leben gerufen hat. „Schön, dass der Ausflug so gut ankommt. Alle haben großen Spaß. Und so kommen vor allem die Kids mal raus aus den Wohnungen und erleben etwas.“ Da bietet der Biohof doch die perfekte Abwechslung zum grauen Alltag.

Derweil wuseln die Kinder über den Hof und entdecken an jeder Ecke etwas Neues. Etwa die Schweine, für die die kleinen Besucher ein Spalier bilden sollen, damit sie rüber in den anderen Stall laufen. Die Puten, die viele in natura noch nie gesehen haben. Und dann erst die großen Landmaschinen, die man auch toll zum Klettern nutzen kann . . .

Am Ende zaubern die Netzwerk-Helfer noch ein Picknick aus ihren großen Rucksäcken, während die Kinder ein Trampolin besetzt halten. Frisch gestärkt geht es schließlich zurück nach Langendreer. Noch einmal zweieinhalb Kilometer Fußmarsch. Halb so schlimm auch für kleine Kinderfüße, wenn man sich schon mal auf den nächsten Besuch auf dem Trantenrother Hof freuen kann. Denn Kristin Schwierz lässt zum Schluss bereits durchblicken: „Das machen wir bestimmt noch mal.“