Flüchtlinge und Nachbarn sollen Konflikte einfach wegfeiern

Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD), Annette Schnoor (Initiative Langendreer/Werne gegen Nazis) und Katharina Schubert-Loy (Initiative/die Grünen, v.l.) freuen sich auf das Begegnungsfest in der Krachtstraße.
Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD), Annette Schnoor (Initiative Langendreer/Werne gegen Nazis) und Katharina Schubert-Loy (Initiative/die Grünen, v.l.) freuen sich auf das Begegnungsfest in der Krachtstraße.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Bürgerwoche findet an den Übergangsheimen Krachtstraße ein Begegnungsfest statt. Flüchtlinge und Nachbarn sollen sich so näher kommen.

Werne..  Gut zu tun hatten gestern Nachmittag Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) sowie Annette Schnoor und Katharina Schubert-Loy von der „Initiative Langendreer/Werne gegen Nazis“. Mit Flyern zogen sie durch die Nachbarschaft der Übergangsheime Krachtstraße, um für das dort stattfindende Begegnungsfest zu werben. Im Rahmen der Bürgerwoche Ost wird am Freitag, 12. Juni, in der Zeit von 16 bis 21 Uhr auf der Wiese vor den Flüchtlingsunterkünften gefeiert.

Die Verknüpfung mit der Bürgerwoche Ost ist bewusst gewählt. Schließlich lautet das Motto dort seit 38 Jahren „Bürger begegnen sich – wir machen mit“. Und genau das wollen die Initiatorinnen auch an der Krachtstraße erreichen. „Zwischen den 133 Flüchtlingen, die zum Teil schon viele Jahre hier wohnen, und der Nachbarschaft gibt es nicht so wahnsinnig viel Kontakt“, weiß Katharina Schubert-Loy. Im Gegenteil, eher gäbe es hin und wieder Probleme.

Diese Konflikte sollen nun nach Möglichkeit bei diesem Begegnungsfest einfach weggefeiert werden. Zeitgleich will die Initiative an einem Ort wie diesem, wo nicht alles reibungslos abläuft, rechten Strömungen keinen Nährboden bieten. „Dem möchten wir mit dem Begegnungsfest entgegenwirken“, sagt Katharina Schubert-Loy.

Schulen, Jugendtreffs und auch ein Fußballverein machen mit

Die Unterstützung der Bezirksvertretung Ost ist ihr, die als Grünen-Abgeordnete selbst diesem Gremium angehört, gewiss. „Wir sind mit Geld und Tat selbstverständlich dabei“, sagt Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche, die sich über das Engagement der Initiative „Langendreer/Werne gegen Nazis“ freut. Denn diese stelle das Fest „mit wenig finanziellen Mitteln, aber mit viel persönlichem Einsatz“ auf die Beine.

Mit viel Elan ist beispielsweise Annette Schnoor dabei. Aus dem Kopf kann sie nahezu das komplette das Programm runterbeten. „Wichtig ist uns, dass die Flüchtlinge das Fest mitgestalten. Die Frauen kochen landestypische Gerichte, die Männer grillen ein Lamm und die Jugendlichen helfen bei Auf- und Abbau.“

Auch zwei Schulen wurden mit ins Boot geholt: Willy-Brandt-Gesamtschüler lesen selbst verfasste Geschichten zu Flüchtlingsthemen, und Nelson-Mandela-Schüler tragen ein Musical über die Verschiedenheit der Tiere vor. Die Jugendtreffs Brühmann-Haus und „JuCon“ beteiligen sich mit Stockbrotgrillen und Kinderschminken. Und ein junger Torwart des Werner SV lässt sich freiwillig die Bälle um die Ohren schießen.

Bei Regen greift Plan B – und die Wiese wird überdacht.