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Einer, der sich kümmert

25.10.2012 | 18:26 Uhr
Einer, der sich kümmert
Im Gespräch auf dem Wochenmarkt am „Stern“: Polizist Ralf Schmitt mit Wolfgang Sperber,Foto: Eberhard Franken

Langendreer.  WAZ-Serie „Mein Revier“: Polizeihauptkommissar Ralf Schmitt liebt seinen Beruf und sein Revier in Langendreer

Der Mann ist im Streifendienst jahrelang von einem Einsatz zum anderen gehetzt, hat in seinen 31 Jahren in Uniform Wechseldienst und aggressive Gegenüber erlebt. Trotzdem gibt Polizeihauptkommissar Ralf Schmitt eine Liebeserklärung ab: „Das ist einer der schönsten Berufe, die es gibt.“ Dass er den Beruf liebt, spüren die Menschen in seinem Bezirk 309 – am Alten Bahnhof, am Ümminger See und an der Unterstraße – wann immer sie ihn treffen.

Der „Benjamin“ der Bezirksbeamten aus dem Bochumer Osten ist gerne am „Stern“. Hier ist man auch direkt im Zentrum seines Bezirkes, den er auch wegen der wunderbaren Altbauten schätzt. „Da gerate ich schonmal ins Schwärmen“, sagt er. „Wunderschöne Fassaden und hohe Räume machen den Reiz dieser Wohnobjekte aus.“ Und er liebt den Ümminger See. „Obwohl es sich im Grunde um Abwasser handelt, kommt hier regelmäßig Urlaubsatmosphäre auf.“ Hinzu komme der Freizeitwert für sportlich orientierte Mitmenschen und die vielfältige Vogelwelt.

Dass es am Alten Bahnhof nicht nur schöne Objekte gibt, weiß Schmitt natürlich besonders gut. So wünscht er sich eine schnelle bauliche Lösung für die Brandruine der ehemaligen Diskothek Zwischenfall und auch für die Leerstände im Kiez. Mit diesen Wünschen ist er ebenso wenig allein wie mit der Hoffnung, dass die Wege im Park besser ausgeleuchtet werden, damit dort ein höheres Sicherheitsgefühl entstehen kann.

„Reisende, die den S-Bahnhof Langendreer-West nutzen wollen, sollten kein Gepäck mitführen“, scherzt Schmitt, denn dort gibt es keinen Aufzug, aber eine sehr steile Treppe, die besonders älteren Menschen zu schaffen macht.

Dass die Menschen Halteverbote nicht beachten, erzählt dem Polizisten Jürgen Bliesath, der mit dem Kanal-TV-Wagen der Stadt die „Unterwelt“ inspiziert. „Endlich treffe ich mal einen“, so der Techniker zu Schmitt, „der sich vielleicht mal um dieses Problem kümmert.“ Über die Polizei-Präsenz am Alten Bahnhof freut sich auch „Cut“-Inhaber Yalcin Durmus, in dessen Frisiersalon sich Schmitt öfter mal sehen lässt. „Die Schulkinder sind morgens viel disziplinierter“, sagt Durmus, „spucken nicht vor die Scheiben.“ Für den Fotografen setzt sich Schmitt sogar kurz auf den „Schneideplatz“ – alle lachen.

Seit Anfang des Jahres hat Schmitt die Aufgabe des KMI übernommen. Das ist der Kontaktbeamte zu muslimischen Institutionen, der durch Vertrauensbildung eine gut Basis zwischen muslimischen Bürgern und der Polizei schaffen soll. „In vielen Herkunftsländern ist das Verhältnis der Bürger zur Polizei durch Misstrauen und Angst vor Übergriffen getrübt“, erzählt der Polizist.

Auch bei Kindern hilft es, dass Schmitt stets offen und vorbehaltlos auf die Menschen zugeht. „Herr Schmitt, heute muss ich zum Arzt“, ruft ein Junge und „Herr Schmitt, jetzt kaufen wir neue Schuhe“. „Das ist ein so tolles Gefühl“, so der gerührte Polizist. „Ich muss den Jungen endlich mal nach seinem Namen fragen.“

Eberhard Franken



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