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Ein treuer Kamerad

13.06.2012 | 16:51 Uhr
Ein treuer Kamerad
Dietmar Klimmek (links) wird von seinen Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr am Werner Hellweg feierlich verabschiedet. Foto: Björn Bowinkelmann

Werne.  Nach 41 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr hat sich Dietmar Klimmek aus dem Dienst verabschiedet. Viele Einsätze und eine Katastrophe liegen hinter ihm.

Stolze 41 Jahren lang war Dietmar Klimmek im ehrenamtlichen Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bochum. Nun hieß es für den 63-Jährigen Abschied nehmen aus der Abteilung, wo er zuletzt aktiv war: der „Sondereinheit Information und Kommunikation“ bei der Feuerwehr Bochum. An der Feuerwehr Wache 3 (Werner Hellweg) hat sie ihren Sitz.

Beim vorletzten Übungsdienst überraschten ihn nun seine Kameraden mit einer kleinen Abschiedsparty. Vor dem offiziellen Teil stand dabei zuerst das Abholen zum Dienst mit dem Feuerwehr-Oldtimer „LF16TS“ aus dem Jahr 1957 auf dem Programm. Dann folgte – bei strömendem Regen – eine luftige Rundfahrt mit dem Drehleiterwagen in 30 Metern Höhe über die gesamte Feuerwache. Der ehemalige Prüfungsingenieur von der Deutschen-Montan-Technik nahm es gelassen hin.

Die „Freiwillige Feuerwehr, Löscheinheit Altenbochum“ (heute: Löscheinheit Altenbochum-Laer) war 1971 nach dem zweijährigen Bundeswehrdienst seine erste Station bei der Feuerwehr. 1991 gründete der auf der Zeche Robert Müser ausgebildete Betriebs- und Grubenschlosser zusammen mit Klaus Hölling und Rolf College die Bochumer Jugendfeuerwehr. Sie hat noch heute am Pappelbusch in Altenbochum ihren Sitz.

„Sondereinheit Information und Kommunikation“

Einer neue Großaufgabe stellte sich Klimmek, als er 2003 in die neu gegründete „Sondereinheit Information und Kommunikation“ eintrat. Unter der Leitung von Einheitsführer College wurde der damals 54-Jährige Funker im 13-köpfigen Team, das eine Sonderstellung innerhalb der Bochumer Feuerwehr hat. „Wir sorgen bei Klein- und Großeinsätzen für den reibungslosen Ablauf der Kommunikation“, so College. Diese Aufgabe übernimmt sie bei Großeinsätzen auch im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg. Ausleihe in andere Regierungsbezirke inklusive.

Zurück zu Klimmek. „Meinen letzten Einsatz hatte ich beim Entschärfen der Fünf-Zentner-Fliegerbombe im Wiesental am 28. Mai“, erklärte er. Da lief alles gut.

Auch bei der Loveparade im Einsatz

Das war aber nicht immer so: Da das Sicherstellen der technischen Kommunikation bei öffentlichen Großveranstaltungen ebenfalls eine Aufgabe des Teams ist, war Klimmek auch bei der Loveparade 2010 in Duisburg im Einsatz. „Wir haben ständig neue Einsatzfahrzeuge und Krankenwagen an den Ort der Katastrophe heran dirigiert“, erinnerte er sich. „Zum Nachdenken bleibt da keine Zeit“. Der Schock stellte sich erst später bei der gesamten Einheit ein.

Irgendwann wurde es für Klimmek offiziell. Einheitsführer College überreichte mit herzlichen Worten die Abschiedsurkunde: „In der Ehrenabteilung wirst du sicher die 50 Jahre voll machen“, lachte er. College wird der nächst im Team sein, der Klimmek dorthin folgt.

Der erste, der die dreijährige Verlängerung der ehrenamtlichen Dienstzeit beantragte

Stefan Lieber von der Bochumer Branddirektion verabschiedete den Feuerwehrmann ebenfalls: „Du warst der erste, der die dreijährige Verlängerung der ehrenamtlichen Dienstzeit beantragte“, betonte er da unter anderem. „Wir haben das gerne geprüft und befürwortet, weil du immer ein guter Kamerad und ein Vorbild für andere warst“, so Lieber weiter. Klimmek musste dadurch nicht schon mit 60 Jahren ausscheiden.

Einen Blumenstrauß gab es auch für Ehefrau Anke, die ihren Dietmar immer zum Einsatz und den Übungsabenden gehen ließ

Wicho Herrmann

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