Langendreer
"Dreiklang" gelingt auf der Bühne
23.02.2010 | 08:00 Uhr 2010-02-23T08:00:00+0100Achtklässler der Rudolf-Steiner-Schule führen „Prinz und Bettelknabe” auf und ernten viel Beifall
Langendreer. Waldorfschulen sind dafür bekannt, dass dort künstlerische Fächer gleichwertig neben den klassischen Schulfächern gelehrt werden. Dass das Sinn macht, zeigte wieder eine Schülertheateraufführung der Rudolf-Steiner-Schule, diesmal von den Schülern der Klasse 8c.
Drei mit Witz und Charme gespielte öffentliche Aufführungen von „Prinz und Bettelknabe” nach dem Jugendbuch von Mark Twain begeisterten das Publikum im vollen Festsaal der Schule, weitere interne Schüleraufführungen werden noch folgen. Da solche Inszenierungen erfahrungsgemäß einen beträchtlichen logistischen Aufwand mit sich bringen, ist eine Kooperation zwischen den Kollegen der Schule sowie den Eltern der Schüler unverzichtbar.
So konnten die Regisseure Folkert Neumer und Karl-Heinz Scharpey unter anderem auf die Unterstützung der Handarbeitslehrerin Ulrike Witzel-Höner zurückgreifen, deren professionell ausge-statteter Theaterfundus für alle Klassenspiele der Schule die Kostüme und diverse Requisiten bereithält.
Doch besondere Erwähnung müsse, so Neumer, auch die teilweise wochenlange Unterstützung durch die Eltern der Schüler finden, ohne die ein solches pädagogisches Projekt allein aus personeller Sicht gar nicht zu realisieren wäre. Dass gerade aber dieser „Dreiklang” Lehrer-Eltern-Schüler das Erfolgskonzept der seit 90 Jahren weltweit praktizierten Waldorfpädagogik ist, darin sind sich Neumer und seine Kollegen einig. In dieser Atmosphäre fühlten sich die Schüler wahrgenommen und entwickelten eine vielfältige Kreativität, da die Prozesse für sie transparent und sinnhaft in ihrem Lebensalltag eingebettet sind. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass es wünschenswert sei, dass der Staat sich in Sachen Bildung weitestgehend zurückhalte, da Bevormundung nicht mit einer freien humanistischen Bildung vereinbar sei.
Die offene Atmosphäre und die vorbehaltlose Unterstützung durch alle Beteiligten habe schließlich auch die Schüler der Klasse 8c in die Lage versetzt, innerhalb der wenigen Wochen ihrer Schauspielepoche eine Fülle von Kompetenzen und Potenziale zu entwickeln, die mit einem leistungsorientierten und von staatlicher Obrigkeit verordneten Lehrplan vielleicht nie zu Tage getreten wären.
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