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„Die Musik verbindet uns“

27.06.2012 | 17:25 Uhr
„Die Musik verbindet uns“
Bühne frei für „Die rockenden Hörgeräte“: Die Schüler begeisterten bei ihrem Auftritt im LWL-Schulzentrum mit Songs von Nena oder Ich & Ich.

Langendreer.  Beim Konzert „Langendreer rockt und swingt“ im LWL-Schulzentrum spielen Menschen mit Behinderungen gemeinsam auf.

„Langendreer rockt und swingt – Konzert unter einem Dach“: So lautete das Motto im Schulzentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Die drei Schulen für körperbehinderte sowie für gehör- und sprachbeeinträchtigte Schüler luden zum dritten gemeinsamen Konzert ihrer Schüler ein. Unterstützung erhielten sie von der städtischen Musikschule, deren Modellprojekt „Spiel mit“ in diesen Tagen sein 33-jähriges Bestehen feierte.

Im Foyer der Westfälischen Schule für Schwerhörige ging es gut zwei Stunden rund: Sieben Bands und Solisten traten auf und boten ein breites Repertoire an Pop- und Rockmusik. Etwa 130 Mitschüler, Eltern und Lehrer feierten die Auftritte.

Zum Auftakt präsentierte Christoph Wolf (Klasse 10b der Hasselbrink-Schule) gemeinsam mit Harald Juhl gelungen das Popstück „Reach for the stars“. Die sechs Musiker von den „Rockenden Hörgeräte“, die die Schule am Leithenhaus (Westfälische Schule für Schwerhörige) besuchen, legten fröhlich nach. Mit zwei Keyboards und zwei Sängern, Schlagzeug und E-Gitarre intonierten sie „99 Luftballons“ von Nena und „Vom selben Stern“ von Ich&Ich. Das kam gut an, wie der Applaus zeigte.

Für Musik ist nur nachmittags Zeit

Den Bandnamen wählten die selbstbewussten Schüler, die alle eine Beeinträchtigung des Gehörs haben, selbst aus, so Lehrer Maik Horstmann von der Musikschule: „Denn alle tragen Hörgeräte.“

Dana von der Schule Haus Langendreer für Körperbehinderte übernahm im Anschluss die Regie. Sie rief den Besuchern fröhlich zu. „Hallo, wir sind die Rockfetzband.“ Ihre sieben Mitmusiker, darunter auch Lehrer der Musikschule, spielten dazu gleich fetzig auf. Dana stimmte dann zusammen mit Jannis einige Hits an: etwa den Schlager „54, 74, 90, 2012“ von den Sportfreunden Stiller, passend zur Fußball-EM.

Die Musiklehrer waren bei allen Auftritten der Bands immer wieder präsent. Mal spielten sie mit, mal dirigierten sie. Lehrerin Claudia Schmidt kümmerte sich zudem um die gesamte Technik, damit es überhaupt zum Konzert kam. Lehrer und Eltern halfen mit, beim Schleppen der Stühle sowie beim Essen und Trinken.

„Unsere Schüler haben hier richtig viel Spaß beim Auftritt. Die Musik verbindet uns“, lachte Frank Zöllner, Schulleiter vom „Haus Langendreer“.

Die Rektorinnen Renate Printzen (Schule am Leithenhaus) und Silvia Hagenbucher (Hasselbrink-Schule) sahen das ebenso. Printzen schränkte allerdings ein, dass an ihrer Schule das Musikmachen in den Bands nur nachmittags möglich sei. Beim „Haus Langendreer“ ist es Teil des Ganztagsunterrichts. An der Hasselbrinkschule muss es überhaupt erst richtig anlaufen.

Deutlich wurde insgesamt: Alle drei Schulen sehen das jährliche Konzert als guten Weg, auch, um beim Miteinander von Menschen mit verschiedenen Behinderungen mehr Austausch zu schaffen.

Wicho Herrmann



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