Das große Stühlerücken
26.03.2008 | 16:35 Uhr 2008-03-26T16:35:20+0100Evangelischer Kindergarten Langendreerstraße zieht ins Gemeindehaus um. Für die dort ansässigen Gruppen ist als Ersatz-Treffpunkt ein Raum in der Kirche im Gespräch. Kiga-Flachbau wird abgerissen, dort entsteht Wohnbebauung
Langendreerholz. Große Ver-änderungen stehen im Paulusbezirk der Evangelischen Großgemeinde Langendreer an: Im Kindergarten Langendreerstraße schließt Ende Juli eine Gruppe, und die gesamte Einrichtung soll im Sommer in das benachbarte Gemeindehaus umziehen. Das Haus wird dafür umgebaut.
Das große Stühlerücken betrifft damit zwar zunächst die Kindertagesstätte mit derzeit 80 Kindern in vier Gruppen: einer Tagesstättengruppe, zwei "normalen" Gruppen sowie der 2007 eingerichteten U3-Betreuung (Kinder unter drei Jahre). Die Gemeindegruppen müssen aber auch neue Räume beziehen. Sie schaffen so Platz für die Einrichtung, die Anfang August am neuen Standort wieder ihren Betrieb aufnehmen soll.
Pfarrer Wilfried Geldmacher, die Mitarbeiter und das Presbyterium stecken entsprechend derzeit mitten in der Organisation der ganzen Umbau- und Veränderungsmaßnahmen. "Wir warten auf die Baugenehmigung der Stadt. Dann können im Gemeindehaus die notwendigen Umbauarbeiten losgehen", sagt der Pfarrer.
Der Kindergarten ist somit zwar der Auslöser für die gesamte Entwicklung, bei der die Stadt durch Gruppenschließung überzählige Kindergartenplätze in der Region abbauen will. Die Kirchengemeinde nimmt das aber auch zum Anlass, der eigenen schlechten Finanzsituation entgegenzuwirken, da sie nach dem Umzug ein Gebäude weniger bewirtschaften muss.
Der in die Jahre gekommene Flachbau des Kindergartens wird im Herbst abgerissen. Auf der gesamten Fläche (inklusive der heutigen Außenspielbereiche) entstehen dann acht Einfamilienhäuser. "Auf dem Parkplatz an der Straße wird zudem ein Mehrfamilienhaus errichtet", erklärt Geldmacher. Das Presbyterium hat dafür das gesamte Gelände an einen Essener Bauträger in Erbpacht abgegeben. Geldmacher: "Baubeginn ist dann, wenn das Unternehmen die geplanten Eigentumshäuser verkauft hat."
Der Umbau im Gemeindehaus soll spätestens im Mai starten. Die Gemeindevertreter und die insgesamt 15 Gruppen, die sich derzeit im dem 1908 errichteten Gemeindehaus und dem Anbau von 1982 treffen, bereiten sich schon auf diesen Tag vor. Der geschäftsführende Ausschuss im Gemeindebezirk denkt als Ersatz-Treffpunkt für die Gruppen über einen abgeschlossenen, beheizbaren Raum im Kirchenschiff nach. Zwei Jugendgruppen wollen sich zudem beispielsweise in der Sakristei treffen. Pfarrer Geldmacher ergänzt: "Der Konfirmandenunterricht ist ab dann möglicherweise im Gemeindehaus an der Alten Bahnhofstraße."
Die Veränderungen im Kindergarten sind damit der Auslöser für eine Gesamtentwicklung, die von den leeren Haushaltskassen diktiert wird. In die Einrichtung werden zukünftig nur noch 55 Jungen und Mädchen gehen. Infolgedessen wird es zum neuen Kindergartenjahr kaum noch Neuaufnahmen von außerhalb geben, zunächst rücken die U3-Kinder nach.

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