Böllerschießen im Volkspark: Ohren zugehalten – und „Rumms“

Die Böllerschüsse des Artillerievereins sind so heftig, das einige Besucher sich lieber die Ohren zuhalten.
Die Böllerschüsse des Artillerievereins sind so heftig, das einige Besucher sich lieber die Ohren zuhalten.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit 18 Salutschüssen verabschiedete der Artillerieverein Werne das alte Jahr. Ein alter Brauch, der bei den großen und kleinen Besuchern gut ankommt

Langendreer/Werne..  Mit 18 Salutschüssen verabschiedete der Artillerieverein Werne beim inzwischen schon traditionellen Böllerschießen im Volkspark Langendreer am frühen Silvesterabend vorzeitig das alte Jahr. Der satte Knall der dafür eingesetzten Böller war dabei weithin ins „Dorf“ sowie in Richtung „Alter Bahnhof“ zu hören. Die gut ein Meter hohen gelben Stichflammen des Mündungsfeuers konnten hingegen nur die rund 50 Besucher in unmittelbarer Nähe sehen.

„Das ist toller Anblick“, fand Besucher Till (46) mit strahlenden Augen. „Für mich ist das eine super Einstimmung auf das neue Jahr.“ Der satte Knall störte ihn überhaupt nicht. Till: „Ein Freund gab mir den Tipp. Und ich muss sagen: Das hat sich richtig gelohnt, zu kommen.“

„Schade nur, dass es so schnell wieder vorbei ist“, meinte dazu Norbert Vogel vom Artillerieverein. Zusammen mit Till schaute er dabei auf die sechs Böllerrohre mitten auf der abgesperrten matschigen Wiese. Vorsitzender Volker Neuhoff und sein Team befüllten sie gerade – beim Licht der Taschenlampe – mit Schwarzpulver und Granulat als Abdeckung für den letzten Durchgang.

„Das Wetter kommt uns dabei nicht gerade entgegen, weil es feucht und der Boden durchgeweicht ist“, so Vogel weiter. Beim ersten Durchgang mit den drei 20 Millimeter sowie drei 50 Millimeter Rohren gab es eine Fehlzündung. Hieß: Neuhoff (35) ersetzte das Pulver und das für die Farbeffekte sorgende Granulat für den zweiten Durchgang durch den Inhalt der mitgebrachten Plastikflaschen. Das Schwarzpulver darin – zum Beispiel 114 Gramm für die großen Rohre – wog der Konrektor an einer Dortmunder Schule vorab zu Hause ab.

Böllerschießen erhöhte die Vorfreude auf das Mitternachtsfeuerwerk

Vogel erinnerten die schwierigen Platzverhältnisse in diesem Jahr derweil an das erste Schießen 2007 im Volkspark Werne. „Nach den damals vom Ordnungsamt erlaubten sechs Schüssen, hatte sich das Rohr durch den Rückstoß in den morastigen Untergrund richtiggehend eingegraben.“

Derlei Probleme hatten Caroline (5) und Erik (6), die mit Papa Tobias (35) zuschauten, an Silvester nicht auf dem Schirm. Sie fanden das Böllern einfach schön, freuten sich allerdings noch mehr auf das eigene Böllern zum späteren Zeitpunkt. Opa Harald (59) trug schon die Raketen unterm Arm. „Ich knall gleich mit Knallerbsen“, erklärte Erik weiter und machte das auf dem angetrockneten Weg gleich mal vor.

Begeistert vom Böllern waren auch Irene und Marc Schubert, die neugierig mit den Kindern Cedric und Anouk vorbeischauten. „Eine schöne Brauchtumspflege“, meinte Marc, nachdem ihm Uwe Fritz Neuhoff (68) das Unterfangen erklärt hatte. Neuhoff war hochzufrieden: „Mit jedem Jahr kommen mehr Leute vorbei.“