Bochumer Senioren erkunden zu Fuß ihr Viertel

Die Seniorengruppe unter Führung von Anne Breuing (hellgrüne Jacke) überquert auf der Dannenbaumstraße die Autobahn A40.
Die Seniorengruppe unter Führung von Anne Breuing (hellgrüne Jacke) überquert auf der Dannenbaumstraße die Autobahn A40.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei von Paten begleiteten Spaziergängen durch Altenbochum können auch Alteingesessene noch Neues erfahren. Jede Woche eine neue Strecke .

Altenbochum. „Zu Fuß sieht alles besser aus“, sagt Anja Exner, mit Blick auf den kleinen Laerschen Park, durch den sie mit rund 20 Altersgenossen flaniert. Seit kurzem finden in Altenbochum Seniorenspaziergänge statt, vorbei an Sehenswürdigkeiten des Viertels bis an seine Grenzen – initiiert hat dieses Projekt das Seniorenbüro Mitte.

Vier Paten begleiten die Teilnehmer, planen Routen und bereiten die Spaziergänge vor. Einer ist Bernd Mühlenberg. „Man erreicht vieles damit“, findet er: Zunächst fördere die Bewegung die Gesundheit der Älteren, außerdem sei es eine Alternative zum alleine vor dem Fernseher sitzen – für die Senioren, wie auch für ihre Paten. „Ich mach’ ja auch mit, weil ich nicht Zuhause sitzen will“, sagt er. Außerdem lerne er so sein Heimatviertel kennen.

Die Alteingesessenen kennen teilweise Stock und Stein und haben einen anderen Blick auf den Bochumer Osten, so wie Mechthild Bieder: „Hier hat sich ja soviel verändert“, sagt sie. Früher sei es hier ruhiger, fast schon ländlich gewesen, wo die graue Wittener Straße sich an Tankstellen, Autohäusern und S-Bahn-Schienen langzieht, erinnern sich einige Teilnehmer. Aber es gibt auch schöne Ecken zu entdecken:

Der erste Spaziergang führte zum großen Hauptfriedhof am Freigrafendamm, jetzt geht es unter anderem durch den kleinen Laerschen Park, die naheliegenden Schrebergärten und vorbei an den geschichtsträchtigen Altenbochumer Werkstätten – zuvor bevölkert von Opelanern, davor eine Zeche. Patin Anne Breuing gibt die Fremdenführerin und berichtet kurz über die Geschichte des Gebäudes.

Anja Exner freut sich, dass sie noch etwas Lokalhistorie lernt: „Das ist doch wichtig, um seine Wohngegend kennenzulernen“, findet sie und gesteht: „Dass das mal eine Zeche war, wusste ich zum Beispiel gar nicht.“

Breuing achtet darauf, dass es auf den Spazier-Routen stets ein paar Plätze gibt, zu denen sie etwas erzählen kann. Kommende Spaziergänge will sie bis an die Grenze nach Querenburg führen, dann soll es auch zum geologischen Garten gehen.

Die Spaziergänge dauern eine Stunde; aber wer nicht so gut zu Fuß ist, der soll sich nicht abgeschreckt fühlen: „Es soll einfach Spaß machen und keinen überfordern“, sagt Pate Bernd Mühlenberg. „Falls einige nicht hinterherkommen, teilen wir die Gruppe einfach auf.“

Bisher ist das noch nicht vorgekommen – denn die Altenbochumer Senioren glänzen durch Fitness.