Bochumer Apotheke mit Bergbau-Tradition wird 120 Jahre alt

Die Glückauf-Apotheke in Bochum-Laer an ihrem heutigen Standort in der Suntumer Straße.
Die Glückauf-Apotheke in Bochum-Laer an ihrem heutigen Standort in der Suntumer Straße.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Seit 120 Jahren gibt es das Geschäft in Laer. Walter Wolf übernahm es 1996 von Familie Barkowski. Der Name „Glückauf“ kommt nicht von ungefähr .

Laer..  Seit 120 Jahren bemüht sich die Glückauf-Apotheke um das Wohlergehen der Bewohner Laers. Zu ihrer Anfangszeit Ende des 19. Jahrhunderts mischte Gründer Albert Barkowski in den damaligen Räumen in der Wittener Straße die ausgegebenen Medikamente, Salben und Zäpfchen noch selbst. Zur Eröffnung seiner Apotheke benötigte er damals eine Konzession, also eine offizielle Genehmigung. Diese erhielt er von der Knappschaft zusammen mit dem Auftrag, die pharmazeutische Versorgung der Bergleute der Zeche Dannenbaum sicher zu stellen.

Seither hat sich viel verändert. In der heutigen Apotheke müssen die Besitzer Dagmar und Walter Wolf noch nicht einmal mehr selbst die Medikamente für ihre Kunden heraussuchen – das übernimmt ein voll automatisiertes, computergesteuertes Arzneilager, das die angeforderten Medikamente „ausspuckt“.

1973 wurde die Villa an der Wittener Straße, in der die ursprüngliche Apotheke beheimatet war und die auch als Wohnhaus der Familie Barkowski diente, im Zuge einer Neukonzeptionierung des Stadtteils abgerissen. Die Glückauf-Apotheke siedelte in einen Neubau an der Suntumer Straße.

Emma Barkowski, die kurz nach dem Abriss verstorbene Tochter von Albert, war eine schillernde Persönlichkeit. „Sie war ein Laersches Unikat. Jeder kannte sie. Sie konnte unheimlich nett sein, aber auch extrem unfreundlich“, erinnert sich Elke Böning. Die 62-jährige lebte in ihrer Kindheit und Jugend schräg gegenüber vom Haus der Barkowskis. „Aber ich bin immer gut mit Emma klar gekommen. Uns verband die Tierliebe“, so Böning.

Katzen gegen Rheuma

Barkowski soll gegen Ende ihres Lebens mit rund 30 Katzen und einem Hund allein in der Villa gelebt haben. Und einen Gesundheitstipp hatte die Apothekerin auch auf Lager: „Sie sagte immer: ,Schafft euch eine Katze an, dann bekommt ihr kein Rheuma’“, erzählt Böning.

1996 übernahmen Dagmar und Walter Wolf die Glückauf-Apotheke. Bis dahin war sie stets in Besitz der Barkowskis gewesen. Walter Wolf berichtet von zähen Verhandlungen mit Adelheid Pasch, Enkelin von Gründer Albert. „Es dauerte zwei Jahre, bis wir endlich nach langem Hin und Her den Vertrag unterschreiben konnten“, erinnert sich Wolf an die Zeit vor dem Kauf. „Dann habe ich an meinem ersten Tag eine leergeräumte Apotheke vorgefunden, kein Stift, kein Stempel war mehr da. Es gab auch keine Computer, nur zwei Kassen“, so Wolf. Dafür aber zwei Angestellte, die der neue Besitzer gerne übernahm.