Bilder mit starker Symbolkraft

„Was bleibt“ heißt die neue Ausstellung in der Bücherei mit Arbeiten von Sandra Zimmer-Duvancic und Jörg Dubelaar. Im Hintergrund das Bild „Die Aufhebung“
„Was bleibt“ heißt die neue Ausstellung in der Bücherei mit Arbeiten von Sandra Zimmer-Duvancic und Jörg Dubelaar. Im Hintergrund das Bild „Die Aufhebung“
Was wir bereits wissen
Neue Ausstellung in der Bücherei Langendreer zeigt Malereien von Sandra Zimmer-Duvancic und Fotoarbeiten von Jörg Dubelaar.

Langendreer..  Was heißt Vergänglichkeit in künstlerischen Arbeiten? Wie kommt „Beständiges“ zum Ausdruck? Damit beschäftigt sich die neue Ausstellung „Was bleibt“, die derzeit in der Stadtbücherei (Unterstraße 71) zu sehen ist. Sandra Zimmer-Duvancic und Jörg Dubelaar loten dort in rund 20 Malereien und Fotoarbeiten aus, wie diese beiden (Gegen-)begriffe darstellbar sind und mit welchen Inhalten sie gefüllt werden können.

„Meine Herangehensweise ist da symbolhaft“, erklärt die Malerin Sandra Zimmer-Duvancic. „Vögel sind für mich zum Beispiel bildhafte Zeichen für die geistige Welt, die in Bezug zur materiellen Welt stehen und zugleich ihr gegenüberstehen“, führt die 38-Jährige aus.

Lichtpunkt scheint zu zerfließen

Ihr Blick schweift zu ihrer Arbeit „Aufhebung“. Diese zeigt zwei miteinander – wie in einem Kreislauf – verbundene Vögel in einer kargen Fantasielandschaft, durch die ein zentraler Weg bis zum Horizont führt. Die Gelb- und Grüntöne, die sich auch im Gefieder der Vögel wiederfinden, verstärken den unwirklichen Eindruck. Alles richtet sich auf einen Lichtpunkt im Bildzentrum, der zu zerfließen scheint. Die Künstlerin öffnet damit quasi den Weg in eine „andere“ Welt.

Scheinbar näher an der Wirklichkeit bewegt sich Dubelaar. Sein auf gebürstetes Aluminium gedruckte Foto „Relikt 3“ (Bildserie „Maschinerie“) bildet auf den ersten Blick ein Maschinenteil ab. Da das allerdings ein „Erinnerungsstück“ aus der Bergbau-Zeit ist, bleibt beim genaueren Hinsehen eigentlich „nur“ der romantische Blick im Kopf zurück, den die Bildästhetik unterstreicht.

Dasselbe gilt für die sechs Fotoarbeiten des Kunstlehrers zum Thema „Ein Tag“: Sonne, Regen, Wind und Meer geben dem abgebildeten Sandstrand immer wieder eine neue Struktur. „Diese ständigen Veränderungen sind zugleich ein starkes Symbol für Vergänglichkeit, die wiederum zum Beständigen wird“, betont der 42-Jährige.

Betrachter soll selber interpretieren

Weitere Bilder laden ebenfalls zum Hingucken und Reflektieren ein. Zum Beispiel „Grüner Kopf“ von Sandra Zimmer. Während der Kopf am Horizont in einer geistigen Welt schwebt, steht er über einen hellen Strich in Verbindung mit einer hart arbeitenden menschlichen Kreatur im vorderen Bildbereich. Materielle und geistige Welt begegnen sich, wobei nicht erkennbar ist, welche glücklicher macht.

Bemerkenswert ist hier auch der Rahmen, den die gelernte Vergolderin selbst anfertigte. Der goldfarbene Innenrahmen harmonisiert mit den Bildfarben gelb und grün. Der schwarze Außenrahmen zieht den Blick ins Bild hinein.

Bei der Bildinterpretation möchten sich die beiden Künstler nicht festlegen. „Wir finden es immer spannender, was die Betrachter aus unseren Bildern herauslesen.“