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Bauland für Familien liegt brach

16.08.2012 | 18:21 Uhr
Bauland für Familien liegt brach
Auf dem Gelände an der Ovelackerstraße wird der Baugrund untersucht, links Uwe Gergoski, rechts Ralf Raschdorf, Fa. Grundbau EssenFoto: Eberhard Franken

Langendreer. Der ehemalige Kirmesplatz in Langendreer, Ovelacker Straße, war heftig beworben worden als Bauland für junge Familien. Von Anfang an war das Interesse von Bauwilligen an Einzelgrundstücken dort groß. Eine Bürgerinformation 2009 ließ bei vielen die Hoffnung aufs eigene Heim wachsen. Die Stadt stellte einen Bebauungsplan auf (Nummer 896), der Ende 2010 in Kraft trat. Doch dann passierte lange nichts mehr.

Luciano Inama gegenüber der WAZ: „Als Ziel zur Fertigstellung war bei dem Bürgerabend Mitte 2010 ausgegeben worden. Warum der Zeitplan jetzt schon um fast zwei Jahre überschritten wurde, ist mir schleierhaft. Die Ausschreibungen für die derzeit durchgeführten Kernbohrungen zur Ermittlung von Bergschäden hätte bereits Ende 2010 erfolgen müssen.“

Die Stadt verweist auf die prekäre Haushaltslage als Ursache für die Verzögerungen. Sprecherin Tanja Wißing: „Es konnten zwischendurch nur noch die vertraglichen Bindungen, die die Stadt eingegangen war, erfüllt werden. Alles weitere verhinderte die Haushaltssperre.“

Im Frühjahr dieses Jahres wurde die Fläche zunächst nach Blindgängern abgesucht, jetzt, im August, schlossen sich Schadstoffuntersuchungen an. Der Boden – zuletzt eine Wiese mit Bauschutt – ist laut Verwaltung mit PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet; der bei der Verkokung von Steinkohle anfallende Teer enthält hohe Anteile an PAK, die als krebserregend gelten.

Das Gelände wurde vor Jahrzehnten zwecks Nutzung als Kirmesplatz aufgeschüttet. Die Aufschüttung besteht aus den üblichen im Ruhrgebiet vorhandenen Materialien wie Bauschutt und Schlacken. Diese sind an einigen Stellen mit PAK und Cadmium belastet. Stadtsprecherin Barbara Gottschlich: „Vom Ergebnis her ist dies nicht besorgniserregend, sondern der Boden muss auf den Flächen, die als Hausgarten genutzt werden, ausgetauscht werden.“

Es dürfe aber auf jeden Fall gebaut werden; in den Flächen, wo Kinder spielen, muss der Boden ausgetauscht werden, etwa einen Meter tief. Wo versiegelt ist, muss nicht ausgetauscht werden.

Gern hätte die Stadt das Projekt selbst entwickelt, zumal sie mit dem Wohnbauland den Zuzug junger Familien forcieren will. Inzwischen neigt sie dazu, es einem Bauträger zu überlassen. Gottschlich: „Noch haben wir uns nicht abschließend entschieden, das Grundstück anzubieten, es fehlt noch die wirtschaftliche Kalkulation. Nächstes Jahr im Februar soll die Fläche dann wohl auf dem Markt angeboten werden.“

Noch Ende letzten Jahres hieß es, die Stadt überlege noch, ob sie das Land als Einzeleigentum oder im Block vergeben solle.

Vorgesehen sind 18 Mehr- und elf Einfamilienhäuser auf dem 9200 Quadratmeter großen Areal sowie dreigeschossige Reihenhäuser hin zur Ovelackerstraße. Die Erschließung soll über die Ovelackerstraße erfolgen – oder eine verkehrsberuhigte Stichstraße mit Wendeplatz. Eine Fußverbindung soll entlang des öffentlichen Grünstreifens geschaffen werden, der langfristig zum Schulzentrum Ost verlängert werden kann.

Sabine Vogt



Kommentare
19.08.2012
12:21
Bauland für Familien liegt brach
von einstpaulinunvfl | #9

Es ist doch verwunderlich das im Bochumer Osten immer Bauträger zum Zuge kommen. Die Rechtfertigungen dafür sind immer gleich. Am Kirmesplatz wird jetzt die Kontamination des Bodens als Begründung angeführt. Dies ist abwegig. Der Bauträger wird die Kosten für die Sanierung in seine Kalkulation einfließen lassen und entsprechend weniger für die Grundstücke bieten. Damit konfrontiert, gibt die Stadt an, dass nach dem Abtragen des Bodens die Errichtung eines Kellers günstiger wäre, wenn dies in einer Hand geplant wird. Dies entspricht nicht der Realität. Die Sanierung muss nur in Teilbereichen durchgeführt werden und dann auch nur bis zu einem Meter. Da entsteht keine Vorleistung zur Erstellung eines Kellers. Der zuständige Sachbearbeiter im Bochumer Liegenschaftsamt scheut anscheinend die Arbeit. Die Übertragung aller anfallenden Arbeiten an einem Unternehmer erspart etliche Ausschreibungen. Der Amtsleiter und der Dezernent das überprüfen.

17.08.2012
16:11
Bauland für Familien liegt brach
von wir-kommen-wieder-1848 | #8

@5

Ich finde nur diesen Link:

http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W27XWKHV372BOLDDE

Aktuell keine Angebote auf der Homepage für ganz Bochum! Helfen Sie mir doch bitte weiter, wo diese Neubaugebiete in Langendreer sein sollen.

Danke

17.08.2012
16:04
Bauland für Familien liegt brach
von wir-kommen-wieder-1848 | #7

@5

Hier sind etliche gute Angebote in direkter Nähe zu unserem Stadtteil zu finden:

http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/immobilienangebote_der_stadt/unbebaute_grundstuecke/index.html

http://www.witten.de/stadtplanung-bauen-wohnen/bauen/bauland-in-witten/abgeschlossene-bebauungsplanverfahren.html

Vielleicht zeigen Sie mir mal die Angebote der Stadt Bochum.
Danke

17.08.2012
15:59
Bauland für Familien liegt brach
von wir-kommen-wieder-1848 | #6

@5

Neubaugebiete, nicht einzelne Grundstücke, werden in Langendreer schon seit Jahren immer nur Bauträgern und keinen Familien angeboten. Geben Sie mir doch bitte einen Hinweis, wo ein Neubaugebiet in Langendreer in den letzten fünf Jahren ohne Bauträger erschlossen wurde? Derartig Gebiete sind für junge Familien sehr attraktiv. Der Stadtteil wird vernachlässigt und droht zu veröden.

Siehe auch meinen Kommentar unter:

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/langendreer/es-herrscht-gaehnende-leere-id6963269.html

17.08.2012
13:57
http://www.bochum.de/
von FreieMeinung79 | #5

Hier stehen wieder bis zu 30 Grundstücke, frei bebaubar und von der Stadt erschlossen. Dazu gehörten sowohl Grundstücke in Langendreer als auch Werne etc. So ganz verstehe ich die Kommentare hier nicht.

Außerdem treiben die Bauträge die Preise richtig hoch, verkaufen Einheitsbrei zum Preis vom Individualbau. Das kann nicht junge Familien interessieren, die sich entfalten wollen.

17.08.2012
13:46
Bauland für Familien liegt brach Teil 2
von lafamiglia | #4

Nach sechs Jahren erfolgloser Suche nach einem Grundstück wandern wir nun ins Umland ab und werden bald nach Lütgendortmund umsiedeln. Dort entstehen zwei!!! größere Neubaugebiete, die Grundstücke werden jeweils einzeln angeboten. Genügend Angebote gibt es auch von der Stadt Witten. Hier müsste die Politik -Bezirksvertretung- eingreifen und die Stadtverwaltung auffordern, die Grundstücke in Langendreer anders zu vermarkten.

17.08.2012
13:45
Bauland für Familien liegt brach Teil 1
von lafamiglia | #3

In Langendreer wurden in den letzten Jahren alle Neubaugebiete an Bauträger veräußert (Iserlohner Straße, Everstalstraße, Stockumer Straße, Heimelsberg -um nur einige anzuführen). Auf Nachfrage an das dafür zuständige Liegenschaftsamt wurden immer Argumente für diese Vorgehensweise vorgetragen. Andererseits versucht jedoch keiner in der Verwaltung durch etwas mehr Engagement und Willen, die Grundstücke einzeln zu vermarkten und somit den Bürger entgegenzukommen.

Die hier für die Ovelackerstraße vorgetragene Begründung ist nicht überzeugend. Die Möglichkeit, sich die anfallenden Arbeiten durch die Anzahl der Ausschreibungen (Dekontamination, Erstellung der Stichstraße incl. Versorgungsanschlüsse, Vermessung der Grundstücke etc.) zu ersparen, scheinen hier ausschlaggebend für den Vertrieb an einen Bauträger zu sein.

17.08.2012
00:05
Bauland für Familien liegt brach
von fogfog | #2

wenn man blindgänger sucht wird man doch in der bochumer verwaltung garantiert fündig.

16.08.2012
22:56
Bauland für Familien liegt brach
von PaulKersey | #1

Ja, bite bitte bitte wieder wie immer die Entwicklung einem Bauträger überlassen, dann werden auch die letzten zahlungskräftigen Familien, die ein individuell geplantes Haus haben wollen in den Speckgürtel, wie Datteln, Dorsten oder Witten abwandern.

Was Bochum fehlt sind bauträgerfreie Grundstücke, insbesondere für Familien des Mittelstandes und nicht nur für ausgesuchte VIP´s wie Wollschläger in Wiemelhausen oder ausgesuchte Akademiker die man in Bochum in jedem Fall halten will.

Haltet doch in Bochum mal den Mittelstand oder wollt Ihr hinterher nur Hartzis hier haben?
Leute im Amt, wenn Ihr DAS immer noch nicht erkannt habt, dann gute Nacht, gute nacht Bochum!

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