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Verkehr

Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau

11.01.2012 | 15:28 Uhr
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau

Langendreer.   Initiative erinnert an Tagesbrüche entlang der vorgesehenen Trasse der 310. Anträge auf Prozesskostenhilfe laufen

Das letzte Wort über die Verlängerung der Straßenbahnlinie 310 über Unter- und Hauptstraße noch lange nicht gesprochen. Noch bei der letzten Versammlung der Bahn-Gegner wurde Durchhaltewillen und der Wille zur Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss signalisiert. Man hat den Widerstand also keineswegs aufgegeben.

Die aktuellste Wortmeldung der Initiative gegen den Straßenbahnbau bezieht sich jetzt auf die Gefahren, die der Baugrund in Langendreer bereit hält: Bekanntermaßen ist der Untergrund hier wegen der ausgiebigen Bergbauaktivitäten besonders porös und die Gefahr von Tagesbrüchen latent immer vorhanden. Sven und Wolf-Dieter Varney, die den Kiosk an der Unterstraße betreiben, übergaben der Stadtteilzeitung eine Übersichtsskizze mit fünf Stellen an der Unterstraße und vier weiteren Positionen an der Hauptstraße. „Dort müssen“, so sagen die beiden, „Luftschutz-Schächte und -Bunker sowie Bergwerksstollen verfüllt und verpresst werden.“

Die Skizze zeigt z.B. Bereiche in Höhe Unistraße, Am Neggenborn und am Sportplatz des ESV Langendreer-West, wo ja erst vor kurzem ein Tagesbruch gefallen ist. Gleiches gilt für den Bereich Has-selbrink-/Hauptstraße, wo vor einigen Jahren auf einem Garagenhof ein Tagesbruch entdeckt wurde. An dieser Stelle ist ab Dezember 2006 wochenlang ein Betongemisch in die Erde gepresst worden.

Ebenfalls nicht verschwiegen werden darf die Tatsache, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf seinem Schulgelände (Haus Langendreer) in den vergangenen Jahren immer wieder umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt und dabei jede Menge Beton in den Untergrund gepumpt hat.

Die Schwachstellen im Untergrund sind von den Varneys recherchiert worden. „Es müssen 35 km verfüllt und verpresst werden“, schreiben sie. „Kosten ca. 19 bis 250 Mio. Euro.“ Diese Information hätten der Bogestra, der Stadt Bochum und der Planfeststellungsbehörde rechtzeitig zur Verfügung gestanden. „Dies wurde vorsätzlich während der öffentlichen Anhörung verschwiegen.“ Es stelle sich die Frage, wer das alles bezahlen soll. Die beiden Gewerbetreibenden stellen - wie andere Einwender auch - gerade einen Antrag auf Prozesskostenhilfe beim Oberverwaltungsgericht in Münster, was Rechtsanwalt Dietrich-Wilhelm Fortmann sowieso all jenen empfiehlt, die bereits Einwendungen gemacht haben. „Je mehr sich wehren“, sagt er, „desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einer durchkommt.“

Die Frist für die Klageerhebung beginne erst dann wieder zu laufen, so erläutert Fortmann, wenn das Gericht über die Prozesskostenhilfe entschieden habe. Für den Antrag bedarf es keiner anwaltlichen Hilfe. „Und eine Klage - dann mit Anwalt - ist auch nach einer Ablehnung des Antrags noch möglich.“

Die Firma Opel Pieper geht gleich in die Offensive. „Mein Sohn bereitet gerade die Klage vor“, erzählt Inhaberin Marlies Harmening. Björn Harmening ist Jurist, hat sich aber der Unterstützung eines Verwaltungsjuristen versichert. „So geht das einfach nicht“, ärgert sich Harmening. „Die Baumaßnahme ist für uns eine existenzielle Bedrohung.“

Eberhard Franken

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Kommentare
18.01.2012
22:09
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von Homer_Simpson | #24

@23
Naja, das ist wohl die berühmte "German Angst".

18.01.2012
19:02
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von drmccoy | #23

Da erlebt die Straßenbahn in Frankreich einen Boom der seinesgleichen sucht, und hier im Ruhrgebiet wird die Tram verteufelt auf biegen und brechen. Dabei wäre es auch für die Redakteure mal zeit einen positiven Bericht zu schreiben was da in Frankreich eine neue Tramstrecke so alles auslöst. Steigende Mieten attraktive Strecken und Alleen, Mit einem Wort dort ist die Tram der Renner, Würde man die Streckenkilometer aneinander reihen käme man auf eine ungefähre Strecke von Bochum bis Berlin. Also hört endlich auf unsummen von Steuergeldern zu verschwenden um gegen die Tram zu klagen, das passt mir als ÖPNV Benutzer noch viel weniger!!!

17.01.2012
08:00
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #22

So, so, wenn die Bahn gebaut wird müssen Hohlräume verfüllt werden, das kostet Millionen. Wird sie nicht gebaut sparen wir das Geld und die Busse können ruhig in die Hohräume stürzen. Das ist doch die logische Konsequenz aus diesem Artikel.
Wenn es wirklich Hohlräume gäbe müssten die betreffenden Straßenabschnitte sofort gesperrt werden - für Autos und sogar Fußgänger, eventuell sogar Häuser evakuiert werden, den es besteht höchste Gefahr für Menschenleben. Also sind wir den Bahnbauern doch zu Dank verpflichtet wenn sie solche Gefahrenstellen aufdecken, oder geht es hier gar nicht um Menschenleben?
Bei einem Bus liegt die Last auf 4 Rädern, bzw. auf 6 Rädern bei Gelenkbussen. Bei einer Bahn wird die Last durch die Schiene großflächig verteilt. Die Einsturzgefahr bei Bussen ist also um ein vielfaches höher als bei einer Bahn.
Und so ganz nebenbei: die Kosten für Bergbaufolgeschäden, wie z.B. Hohlräume, trägt nicht die Stadt, nicht die Bogestra, sondern der Bergbau. Die Stadt spart also nichts wenn die Bahn nicht gebaut wird.

16.01.2012
22:01
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von Homer_Simpson | #21

@19
Genau das meine ich auch. Wenn die Straßenbahn nicht gebaut werden würde, könnten die Gewerbetreibenden auch nicht sagen: "Wir möchten lieber kaputte Leitungen und Kanäle haben, damit die Baustellen unsdie Kunden nicht vergraulen".
Irgendwo meine ich auch mal gelesen zu haben (vielleicht in der WAZ?), dass die Gewerbetr. auch nicht direkt gegen die Straßenbahn, sondern mehr gegen die Baustellen sind.

16.01.2012
20:22
Bahn-Gegner leben hinter´m Mond
von Westwind | #20

Als Unsummen verschleudert wurden um in der Innenstadt sämtliche Straßenbahnlinien unter die Erde zu buddeln, protestierte niemand. Autofahrern wurden zusätzliche Fahr-, Abbiegespuren und Parkflächen geschaffen und so war´s der einschlägigen Lobby recht. Wenn nun eine teilweise eingleisig und eher an einen Museumsbetrieb erinnernde Straßenbahnlinie modernen Gesichtspunkten angepasst wird, kommen ewig-gestrige Bürger hinterm Ofen hervor.
Wenn von allen Seiten nach Elektromobilität gerufen wird, sollte man sich auch darüber im klaren sein, dass diese energietechnisch nur sinnvoll ist, wenn -wie bei der Straßenbahn z.B.- per Fahrleitung direkt am elektrischen Netz gefahren wird. Elektrische Energie lässt sich nämlich nicht speichern. Akkus sind nur ein Umweg über verlustbehaftete Energiespeicherung in chemischer Form. Lange Ladezeiten, gewichts- und volumenmäßig mit Akkus vollgestopfte Fahrzeuge erscheinen nicht sinnvoll. Die Straßenbahn schon...

15.01.2012
20:42
Blödsinn!
von sunny2007 | #19

Das würde bedeuten, dass in Langendreer keine Baustelle mehr finanziert werden könnte. Warum war das bis jetzt anscheinend nie ein Problem?

Dabei sollte man mal bedenken, dass der größte Teil der Bauarbeiten gar nicht für die Straßenbahn erforderlich ist. Die Versorgungsrohre unter der Straße müssten irgendwann eh gemacht werden. Darf das dann auch nicht sein? Billiger und schneller wird das später jedenfalls nicht.

Dann sollte man sich speziell bei Opel mal Gedanken um die Qualität der angebotenen Produkte machen. Die Kunden hätten mehr davon, wenn die Fahrzeuge weniger Pannen hätten. Da hilft dann eine perfekte Zufahrt zur Werkstatt auch nicht, Lieber wäre es mir, den Weg gar nicht erst machen zu müssen. Oder steht Opel das Wasser schon so weit bis zum Hals, dass man die Straßenbahn verzweifelt als Konkurrenz verhindern muss?

1 Antwort
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von AusBochum | #19-1

Moment mal. Laut Dekra-Mängelreport ist Opel ganz weit vorne, mit Astra und Insignia sogar ganz vorne.

http://www.derwesten.de/auto/deutsche-autos-halten-im-gebrauchtwagenreport-der-dekra-die-spitze-id6238559.html

Wäre schön, wenn man etwas poitiver über den Opel-Standort reden und schreiben würde, solange es den noch gibt. Wenn nochmal 5000 Leutchen mit ihren Familien und die Mitarbeiter diverse ansässige Zulieferer ebenfalls ihre Jobs verlieren, dann wird Bochum erst recht zur Wüste. Da wird von allem weniger gekauft. Das solte man sich vor Augen halten, wenn man auf Opel rumhackt.

15.01.2012
15:28
Den Klägern gebührt Respekt!
von Comedian | #18

Die Kläger gegen den Straßenbahnbau verdienen Dankbarkeit und Respekt, denn sie scheinen die Letzten zu sein, die diesem Irrsinnsprojekt noch einen Knüppel zwischen die Beine werfen können.

Man kann es gar nicht fassen: In ganz Bochum wird aufgrund der kappen öffentlichen Kassen gegenwärtig über eine radikale "Streichliste" diskutiert, der Schulen, Schwimmbäder, Kultureinrichtungen, etc. zum Opfer fallen werden. GLEICHZEITIG (!) leitet man ein Millionenprojekt in Form dieser Straßenbahn in die Wege, die nicht nur durch den Bau, sondern auch durch ihren Betrieb ein Fass ohne Boden wird. Eine solche Planung grenzt doch an Schizophrenie.

Verschlimmert wird diese programmierte Katastrophe noch durch die verheerenden Folgen, die die jahrelangen Bauarbeiten für den Stadtteil und die ansässigen Unternehmen haben werden.

Und der größte Witz besteht darin, daß es noch nicht einmal seriöse Erhebungen gibt, die eine substantielle Nachfrage bei den Bürgern für eine solche Bahn belegen würden. Wo sollen denn die Tausende von Pendlern herkommen, die Tag für Tag mit der Bahn begeistert von Langendreer nach Altenbochum fahren?

Insofern: Hut ab vor den Klägern.

6 Antworten
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #18-1

@Comedian
Das Geld für den Bau den Bahn zahlt nicht die Stadt, sondern die Bogestra und das Land. Wir sie nicht gebaut hat die Stadt keinen Cent mehr.
Was ist mit Rentnern, Kindern die kein eigenes Auto fahren? Wie sollen alte Menschen mit Rolli, Leute mit Kinderwagen und Behinderte in einen Bus steigen? Die kommen die Treppe nicht hoch. Ja, es gibt Busse mit Lift, aber damit dauert der Einstieg lange und der Bus hat Verspätung und für Alle, die eine Anschlußverbindung brauchen, heißt es "warten".
Busse sind im Unterhalt keineswegs günstiger als Busse. Schauen sie sich mal die Schäden an der Straße an, z.B. vor deen Citypoint.
Die Bauarbeiten dauern in der Summe 2 Jahre. Es wird aber nicht überall gleichzeitig gebaut, sondern in Abschnitten. Für einen einzelnen Abschnitt dauern die Bauarbeiten einige Wochen.
Und es ist bekannt das Busse schlecht von den Fahrgästen angenommen werden, verständlich bei den Nachteilen. Auf allen! Bahnlinien aber steigen die Fahrgastzahlen.

Das Geld für den Bau "zahlt" also die Bogbestra - und wer zahlt für die Bogestra?
von Comedian | #18-2

@Mr. Ruhrgebiet:
Selbst wenn die Bogestra das Geld für den Bau zahlen sollte, so muß die Stadt Bochum letztlich doch dafür aufkommen.
Denn die Bogestra ist wiederum auf Millionen-Zuschüsse der Stadt Bochum angewiesen. 33 Millionen € waren es allein in 2010!! Und diese Zuschüsse würden durch den Bau der Straßenbahn garantiert nicht sinken, sondern eher noch drastisch steigen.
Und das Land? Das sind letztlich auch nur die Steuerzahler, die hier für ein Katastrophenprojekt belangt werden sollen, das zwar vielleicht Prestige, aber kaum Nutzen bringt.

Und es ist doch eine Binsenweisheit, daß Bauarbeiten sich in die Länge ziehen (Witterung, etc.). Die Annahme, daß für einen Abschnitt nur wenige Wochen benötigt werden, ist zwar optimistisch, aber auch schrecklich naiv.

Bleibt dann noch der zweifellos lobenswerte soziale Gedanke, daß Renter, Kinder, Leute mit Kinderwagen, etc. sich vielleicht über eine Straßenbahn freuen würden. Es gibt aber keine seriöse Erhebung, die nachweist, wie groß diese Zielgruppe in Langendreer ist und ob sie überhaupt Bedarf für eine Straßenbahn hat.

Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #18-3

@Comedian
Auch die Zuschüsse für den Betrieb des ÖPDV kommen vom Land. Und warum sollten die Zuschüsse steigen? Auch jetzt fährt die 310 von Wattenscheid nach Witten, mit alten Wagen die reparaturanfällig sind - nur eben an Lagendreer vorbei. Neue Fahrzeuge dürften im Betrieb eher preiswerter sein. Und Busse fahren auch nicht kostendeckend. Wer zahlt denn die immensen Schäden an der Straße die Busse verursachen. Schauen Sie doch einmal die Fahrbahn vor dem CityPoint an. Die wurde erst vor kurzen neu gebaut, jetzt hat sie tiefe Spurrillen.
Die Mittel von Land sind gebunden an den Ausbau des ÖPNV. Wenn ein Gremium festgestellt hat der Ausbau der 310 ist förderungswürdig, warum sollen wir die Mittel dann zurückweisen, damit sie an ein anderes, weniger dringendes Projekt gegeben werden. Für irgendein anderes ÖPNV Projekt werden sie auf jeden Fall verwendet.
Welchen Prestigegewinn bringt denn eine Straßenbahn? Glauben Sie im Ernst irgendein Mensch außerhalb von Bochum nimmt Notiz davon? Oder irgendein Bochum geht mit Stolz geschellter Brust einher weil durch Langendreer jetzt die 310 fährt?
Und haben Sie irgendwelche Anhaltspunkte das die Bahn keinen Nutzen bringt. Auf allen Bahnlinien steigen die Fahrgastzahlen kontinuierlich. Das es gerade bei der 310 nicht so sein sollte müßten Sie schon belegen, die Statistik spricht gegen Sie.

Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von Comedian | #18-4

@Mr. Ruhrgebiet:

Wenn es denn nun ZUSCHÜSSE vom Land gibt, die unbedingt verbraucht werden müssen, dann soll man die alten reparaturanfälligen Wagen der bereits bestehenden Straßenbahnlinie 310 eben erneuern. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wir reden hier aber nicht von der Anschaffung neuer Wagen, sondern vom kilometerlangen Neubau einer ganzen Strecke. Das ist eine grundsätzlich andere Angelegenheit.

Sie schreiben ferner sehr richtig, daß es sich bei den Landesmitteln nur um ZUSCHÜSSE, aber eben um keine komplette Finanzierung handelt. Wenn eine Kommune sich den Bau oder den Betrieb der Bahn aber gar nicht leisten kann, dann muß man eben die Landeszuschüsse verstreichen lassen.
Wenn die Straßenbahn 310 nämlich unterm Strich – sei es nun durch ihren Bau oder Betrieb – höhere Kosten und Defizite verursachen wird, dann werden letztlich die Bürger der Stadt Bochum dafür bluten müssen. Und so lange es auf dieses Risiko hinausläuft, muß man sich als Bürger dagegen wehren – insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund der katastrophalen Finanzlage der Stadt.

Zum Prestigegewinn: Ich habe diesen Begriff durchaus ironisch überspitzt gewählt Denn gegenwärtig scheint mir der "ökologische Prestigegewinn" das einzige Argument für eine Straßenbahn zu sein. Ganz nach dem Motto: "Seht her, wie umweltbewußt wir sind. Wir haben sogar eine Straßenbahn gebaut.".

Last but not least: Bitte versuchen sie nicht, die Beweislast umzukehren. ICH muß überhaupt nicht belegen, daß die 310 nichts bringt. Es genügt auch nicht der Hinweis, daß rein statistisch betrachtet an anderen Orten Straßenbahnlinien unter ganz anderen Voraussetzungen steigende Fahrgastzahlen haben.
In diesem Falle geht es ganz speziell und ausschließlich um den Bau der 310 in Langendreer. Und da sieht die Lage nun mal so aus:
Diejenigen, die die Steuergelder ausgeben wollen, müssen konkret belegen, daß die 310 einen Nutzen bringt. Diejenigen, die Langendreer jahrelang mit Bauarbeiten lahmlegen wollen, müssen belegen, daß die 310 einen Nutzen bringt. Diejenigen, die die Stadtkasse mit den langfristigen finanziellen Folgen des Betriebs der 310 belasten wollen, müssen belegen, daß die 310 einen Nutzen bringt. Diejenigen, die Bäume, Parkplätze, Gewerbe, etc. der Straßenbahn opfern wollen, müssen belegen, daß die 310 einen Nutzen bringt. Diejenigen, die dafür sorgen, daß die Zufahrt zu Gewerbetreibenden durch die 310 für immer behindert wird, müssen belegen, daß die 310 einen Nutzen bringt. Und diese konkreten Belege existieren nun mal nicht.

Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #18-5

@Comedian
Was haben Sie immer mit der Kommune? Die Bogestra betreibt den ÖPVN, erhält Zuschüsse von Land um die Fahrpreise bezahlbar zu halten. Die Kommune hat nichts damit zu tun.
In diesem speziellen Fall ist die Kommune aber insofern beteiligt, weil Versorgungsleitungen erneuert werden. Das macht Sinn, denn wenn die Straße sowieso aufgerissen wird bietet sich die Leitungserneuerung an. Ohne Bahn müsste die Leitungserneuerung nicht 2012 sein, aber innerhalb der nächsten Zehn Jahre. In diesem Zeitraum wird es also garantiert eine Baustelle geben.
Außerdem gibt das Land Zuschüsse zum Ausbau von Strecken, nicht zur Ausbesserung vorhandener Wagen.
Aber abgesehen davon, wenn die alten Wagen jetzt renoviert würden bleiben sie störanfällig. Fahrzeuge die 25 Jahre alt sind immer störanfällig. Sie fahren auch kein 25 Jahre altes Auto im Alltag. Es gibt für so alte Fahrzeuge lagermäßig keine Ersatzteile mehr, sie müssen kostenspielig angefertigt werden. Und wenn Sie heute z.B. die Motorsteuerung auf Fordermann bringen fällt Ihnen Morgen der Bremsregler aus. Das gilt für Autos genauso wie für Bahnen. Außerdem erlauben die alten Fahrzeuge keinen niveaugleichen Einstieg. Neue Fahrzeuge sind preiswerter im Unterhalt weil weniger Reperaturen anfallen und die wenigen Reparaturen auch preiswerter durchgeführt werden, also letztendlich weniger Zuschüsse zum Betrieb notwendig. Und die neuen Fahrzeuge haben den niveaugleichen Einstieg und erschließen zusätzlich Langendreer. Für diese Leistungsverbesserung gibt es Zuschüsse.
Zur Zeit Fährt eine Bahn von Bochum nach Witten dicht an Langendreer vorbei, und von Langendreer fährt ein Bus nach Bochum. Zwei Fahrzeuge tun das was eine Bahn allein erledigen kann, und das täte sie im 10-Minuten Takt. Die zwei Fahrzeuge zur Zeit sind nie und nimmer wirtschaftlicher als eine Bahn.
Was die Wirtschaftlichkeitsberechnung angeht, die gibt es. Können Sie von der Bogestra erhalten. Von den Gegnern höre ich immer nur: "stimmt alles nicht". Kein nachvollziehbares Argument, keine Gegenrechnung. Ohne Wirtschaftslichkeitsanalyse hätte man niemals die Landeszuschüsse bekommen. Meinen Sie da sind Trottel die alles glauben? Nur die Gegner scheinen zu meinen die lapidaren Worte "ist unwirtschaftlich" würden genügen Berechnungen außer Kraft zu setzen. Nein, die Befürworter haben die Belege erbracht. Bei den Gegner nichts als Behauptungen.

Fragen über Fragen...
von Comedian | #18-6

@ Mr. Ruhrgebiet: Es macht Freude mit Ihnen zu diskutieren.

1. Ich habe Ihnen bereits zugestimmt, daß gegen eine Instandsetzung der BESTEHENDEN Linie 310 und der BESTEHENDEN Fahrzeuge gar nichts einzuwenden ist. Sie müssen also nicht erneut die störanfälligen 25 Jahre alten Wagen in die Diskussion bringen. Um es aber noch einmal zu sagen: Wenn Sanierungsbedarf für die Strecke oder die Fahrzeuge der 310 besteht, dann soll saniert werden. Kein Mensch würde wohl dagegen auf die Barrikaden gehen.

Es geht aber nach eindeutiger Lage der Dinge nicht um eine die Sanierung der bestehenden Linie 310, sondern um einen kilometerlangen Neubau, der die Bahn auf völlig neuen Wegen in das Langendreerer Straßenbild förmlich hineinquetschen wird – vornehmlich zu Lasten von Anwohnern und Gewerbetreibenden.


2. Was die kommunalen Zuschüsse für die Bogestra betrifft, so habe ich gegenteilige Informationen wie Sie. Ohne großen Aufwand findet jede Suchmaschine u.a. diesen Artikel: http://www.derwesten.de/staedte/bochum/bei-der-bogestra-steigen-trotz-kundenrekords-weiter-die-ticket-preise-id4545482.html Da ist von 33,3 Mio. € Zuschüssen im Jahr durch die Stadt Bochum im Jahr 2010 die Rede.

3. Bleibt also noch ihre These: "Zur Zeit Fährt eine Bahn von Bochum nach Witten dicht an Langendreer vorbei, und von Langendreer fährt ein Bus nach Bochum. Zwei Fahrzeuge tun das was eine Bahn allein erledigen kann, und das täte sie im 10-Minuten Takt. Die zwei Fahrzeuge zur Zeit sind nie und nimmer wirtschaftlicher als eine Bahn."
Aber bei ihrer Rechnung sind doch letztlich wieder ZWEI Fahrzeuge notwendig, weil ja statt im bestehenden 20-Minuten-, dann im 10-Minuten-Takt gefahren werden soll. Wirtschaftlicher wirds also nicht, denn der Personal- und Fahrzeugaufwand bleibt gleich.

4. Last but not least: Ich will nicht kategorisch abstreiten, daß es bei der Planung Wirtschaftlichkeitsberechnung gegeben haben könnte, denn ich weiß schlichtweg nicht, ob es diese gab. Ich bin nur ein einfacher Bürger und war bei der Planung nicht persönlich dabei. Es gilt jedoch die Binsenweisheit, daß bei derartigen Projekten gerne Gefälligkeitsgutachten erstellt werden. Im Klartext: Wenn die Bahn politisch gewollt ist, dann muß es eben auch ein Gutachten geben, daß diesem Willen entspricht.

Bis heute habe ich keinen Beleg der Befürworter vorgelegt bekommen, wonach entlang der geplanten Strecke tausende Bürger wohnen, die bereits mit Begeisterung darauf warten, mit der Bahn z.B. von Langendreer nach Altenbochum zu fahren.



15.01.2012
08:51
Hier scheint es nur einen großen Hohlraum in Langendreer zu geben
von Robert.Mueser | #17

Bei den ganzen Kommentaren gegen die Bahn kann der Leser zu der Erkenntnis kommen, daß es in Langendreer tatsächlich einen großen Hohlraum zu geben scheint:

Ein wirklich schlagkräftiges Argument gegen den Bahnbau.

14.01.2012
14:06
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von AusBochum | #16

Außerdem, hackt doch nicht so auf den Geschäftsleuten rum, die wir noch in Langendreer haben! Wir haben doch mittlerweile schon genug Leerstand. Daran wird aber eine Straßenbahn auch nichts ändern. Da braucht es schon andere Ideen, um die Attraktivität im Ort zu steigern. Ich frage mich manchmal, was Busche, Schiffer, Tiemann und Konsorten für ein attraktiveres Langendreer tun. Darüber liest man so gar nichts.

14.01.2012
13:55
Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von AusBochum | #15

Also Leute, was sind denn das für stumpfe Argumente für eine 310 ? Warum sollte denn jemand KEIN Auto kaufen, wenn eine zusätzliche Straßenbahn fährt? Man lässt es höchstens sinnvoller Weise mal stehen, um die Umwelt zu schonen.
Da ist aber ein Bus viel flexibler.
Warum wurde, solange ich denken kann, denn kein Bus eingesetzt, der die Wittener Straße hochfährt?
Der Gedankengang muss doch so aussehen: Wir testen mal den Zulauf auf einer Strecke mit einem Bus. Wenn sie hoch frequentiert wird und genügend Geld da ist, DANN erst kann man über eine Straßenbahntrasse nachdenken.
Hört sich das falsch an?

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von MrRuhrgebiet | #15-1

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Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #15-6

@AusBochum
Ja, das hört sich falsch an.
Busse werden nicht von den Fahrgästen angenommen. Das ist verständlich bei den Nachteilen. Menschen mit Behinderung können nicht einsteigen, Frauen mit Kinderwagen brauchen immer Hilfe. Kommt mehr als ein Rollstuhlfahrer bleibt der zweite draußen weil kein Platz mehr im Bus ist. Vorausgesetzt der Bus hat einen Lift, sonst bleiben beide draußen. Hinzu kommt das die Benutzung des Liftes lange dauert, der Fahrplan kann nicht eingehaltenb werden. Für Alle die eine Anschlußverbindung brauchen heißt es dann "warten". Und aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen das Busverbindungen eh nur selten erreicht werden, der Straßenverkehr ist einfach nicht kakulierbar.
Und das Geld ist da. Es zahlt nicht die Stadt, es zahlt die Bogestra und das Land. Bauen wir jetzt nicht die 310 gibt das Land die Mittel an ein anderes Projekt und es ist weg. Da von dem Geld auch neue Fahrzeuge angeschafft werden sollen müßte dann die Bogestra die Fahrzeuge vollständig selbst finanzieren. Das wird deutlich teurer als die 5 Millionen Eigenanteil beim Bau zum jetzigen Zeitpunkt.

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von MrRuhrgebiet | #15-8

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von MrRuhrgebiet | #15-9

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Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von MrRuhrgebiet | #15-10

@AusBochum
Ja, das hört sich falsch an.
Busse werden nicht von den Fahrgästen angenommen. Das ist verständlich bei den Nachteilen. Menschen mit Behinderung können nicht einsteigen, Frauen mit Kinderwagen brauchen immer Hilfe. Kommt mehr als ein Rollstuhlfahrer bleibt der zweite draußen weil kein Platz mehr im Bus ist. Vorausgesetzt der Bus hat einen Lift, sonst bleiben beide draußen. Hinzu kommt das die Benutzung des Liftes lange dauert, der Fahrplan kann nicht eingehaltenb werden. Für Alle die eine Anschlußverbindung brauchen heißt es dann "warten". Und aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen das Busverbindungen eh nur selten erreicht werden, der Straßenverkehr ist einfach nicht kakulierbar.
Und das Geld ist da. Es zahlt nicht die Stadt, es zahlt die Bogestra und das Land. Bauen wir jetzt nicht die 310 gibt das Land die Mittel an ein anderes Projekt und es ist weg. Da von dem Geld auch neue Fahrzeuge angeschafft werden sollen müßte dann die Bogestra die Fahrzeuge vollständig selbst finanzieren. Das wird deutlich teurer als die 5 Millionen Eigenanteil beim Bau zum jetzigen Zeitpunkt.

Bahn-Gegner verweisen auf Bergbau
von AusBochum | #15-11

Es gibt doch auch modernere Busse, die Behindertenfreundlich sind. Dafür müsste man aber dann nicht Schienen verlegen.
Eine Möglichkeit wurde vor einem halben Jahr sogar mal in der WAZ vorgestellt.

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