Alte Brennerei Eickelberg in Langendreer hat neuen Besitzer

Die alte Brennerei Eickelberg an der Oberstraße soll zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut werden.
Die alte Brennerei Eickelberg an der Oberstraße soll zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut werden.
Foto: Lutz Leitmann
Was wir bereits wissen
Nils Scharla hat Eickelberg an der Oberstraße in Langendreer gekauft. Er will das Industriedenkmal zu einem Wohn- und Geschäftshaus umbauen.

Langendreer..  Die ehemalige Brennerei Eickelberg an der Oberstraße 43 hat einen neuen Besitzer gefunden: Nils Scharla, Geschäftsführer vom Solaranlagen-Installateur „NilsSun Energie“, hat das Gebäude Ende letzten Jahres erworben. Der Unternehmer möchte aus dem Industriedenkmal ein Wohn- und Geschäftshaus machen. Jetzt sucht er einen Mieter.

Das Gebäude ist jahrelang als Gastronomie betrieben worden, stand zuletzt aber leer (wir berichteten). „Die Aufteilung ist für eine Gastronomie nicht optimal“, sagt Nils Scharla. Er sieht stattdessen Arbeitsräume in den zwei Etagen der ehemaligen Gaststätte. „Denkbare Nutzungen wäre zum Beispiel ein Büro für einen Notar, eine Werbeagentur oder ein Ingenieurbüro“. Aber auch eine Kunstgalerie könnte sich Scharla vorstellen.

Im bislang ungenutzten Obergeschoss soll eine Loft-Wohnung entstehen, mit neuen Dachgauben und einer begehbare Aussichtsplattform auf 14 Metern Höhe. „Von hier aus wird man einen Blick auf ganz Bochum haben“, so der neue Besitzer.

Ein „verrücktes“ und „außergewöhnliches“ Projekt

Die vollständige Brennereitechnik wie alte Kessel und Dampfmaschinen aus dem frühen 20. Jahrhundert sollen zudem erhalten bleiben. Scharla spricht deswegen von einem „außergewöhnlichen“ und „verrückten“ Projekt.

Zu den zeitlichen Plänen für den Umbau konnte er sich noch nicht äußern. „Auf Verdacht bauen wir nichts um.“ Erst einmal müsse sich ein Mieter finden, um auch konkrete Wünsche von ihm in die Planung zum Umbau einbringen zu können. Erst dann soll renoviert werden; bisher steht nur der Bauantrag. Insgesamt hat die alte Brennerei eine Fläche von rund 440 Quadratmetern, wovon rund 70 Quadratmeter als Wohnfläche vorgesehen sind.

Die Langendreerer Brennerei hat eine traditionsreiche Geschichte: Dietrich Eickelberg begann die Produktion im Jahr 1866 und ließ hier hochwertigen Korn herstellen. 1924 vergrößerte sich der Betrieb, eine Wacholderbrennerei und Likörfabrik schlossen sich an. Bis 1980 wurde der Familienbetrieb über drei Generationen hinweg geführt.

Seit 1989 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Getränkehändlerin Ruth Gabriel ließ das Haus dann 1990 aufwändig restaurieren: Unter anderem wurden 526 doppelbeglaste Scheiben eingebaut. Nach dem Umbau erhielt das Gebäude den Denkmalschutzpreis. „Mit dem Denkmalamt sind aber alle Pläne abgesprochen“, versichert Nils Scharla.