Abschied von der Franz-Dinnendahl-Realschule in Langendreer

Umzugsstress statt Unterricht: Andreas Mönig, Schulleiter der Franz-Dinnendahl-Realschule, umgeben von gepackten Kartons
Umzugsstress statt Unterricht: Andreas Mönig, Schulleiter der Franz-Dinnendahl-Realschule, umgeben von gepackten Kartons
Foto: Wicho Herrmann
Was wir bereits wissen
Gebäude an der Unterstraße in Langendreer ist leergezogen. Zehntklässler wechseln für ein Jahr zum Lenneplatz. Schluss auch für Jakob-Muth-Schule .

Langendreer..  Andreas Mönig, Schulleiter der Franz-Dinnendahl-Realschule (FDS), saß in den letzten Tagen im wahrsten Wortsinne auf gepackten Kisten. Denn: „Zu Ferienbeginn verlässt unsere Schule für immer das Schulzentrum Ost, das dann leer gezogen wird“, erklärt der 41-jährige. „Damit verschwindet die Franz-Dinnendahl-Realschule mit ihrer mehr als 130-jährigen Geschichte endgültig aus Langendreer.“

Ziel der verbliebenen Schüler der FDS ist der Stadtteil Grumme. Mönig und die zwei Klassen der Jahrgangsstufe 10 kommen in der ehemaligen Katholischen Hauptschule am Lenneplatz unter. Hinzu kommen dort zwei weitere Klassen der nun endgültig ausgelaufenen Helene-Lange-Realschule (Hamme). Gemeinsam fusioniert man für ein Jahr zur FDS. Mit dem Schulabschluss aller Schüler im Sommer 2016 wird die FDS dann endgültig aufgelöst.

Das Ende war allerdings abzusehen, wenn auch erst ein Jahr später. Als die Sekundarschule Ost (heute Nelson-Mandela-Schule) an der Stiftstraße im August 2012 die Türen öffnete, bedeutete das zugleich das Aus für die benachbarte Albert-Schweitzer-Ganztagsschule und die Franz-Dinnendahl-Realschule an der Unterstraße. „Sie sollen auslaufend schließen“, beschloss damals die Schulpolitik.

Hieß: Beide Schulen durften keine Schüler mehr aufnehmen. Für die FDS bedeutete das durch den Schulaufbau (bis einschließlich Klasse 10) zunächst ein Ende im Sommer 2017. Indem die Schüler der 8. Klasse ab August nun aber in der Anne-Frank-Realschule (Gerthe) unterrichtet werden, kommt es zum vorzeitigen Ende. Die Lehrer geht jeweils mit.

Die verbliebenen Schüler haben nun einen deutlich längeren Schulweg. Dieser könne bis zu einer Stunde pro Strecke je nach Wohnort dauern, so Schulleiter Mönig: „Die Schulverwaltung hielt das für zumutbar.“ Alle Schüler bekamen ein Schokoticket.

Schulleiter Andreas Mönig: „Wir gehen hier ohne Groll“

„Wir gehen hier ohne Groll“, sagt der Schulleiter zum Schluss. Erst im November 2012 hatte Andreas Mönig die Nachfolge von Hildegard Rademacher angetreten. „Alle Lehrer haben hier auch nach dem Schließungsbeschluss gute Arbeit geleistet“, sagt er.

Die Jakob-Muth-Schule zieht nun ebenfalls aus. (wir berichteten) „Das Schulverwaltungsamt will den Standort schulisch aufgeben“, erklärt die Barbara Gottschlich, Sprecherin der Stadt, zur Situation. Über die weitere Nutzung des Schulzentrums sei noch nicht entschieden.

Gottschlich: „Es handelt sich um eine sehr große Fläche, deren Planung anspruchsvoll ist und über einen neuen Bebauungsplan laufen soll.“ Näheres lasse sich – insbesondere aufgrund der oft kurzfristig nötigen Entscheidungen über Flüchtlingsunterkünfte – nicht sagen.