Unterschiede regen an
Gemeinsame Ausstellung des Freien Malkreises Ruhrgebiet in der Stadtteilbücherei an der Unterstraße.
Wicho Herrmann
Langendreer. Bekanntlich gibt es viele Wege, ein Bild zu malen und etwas auf einer Leinwand abzubilden. Der Freie Malkreis Ruhrgebiet, dessen fünf Mitglieder derzeit in der Bücherei Langendreer (Unterstraße 71) ihre Werke ausstellen, macht das nun auch zum Thema. Die Ausstellung im Untergeschoss Bibliothek heißt nämlich: „Fünf Realisten - Tausend Fantasien”.
Die Besucher finden diese Vielfältigkeit gleich mehrfach vor. So malen die Künstler, die sich alle durch Kurse und in Eigenarbeit das Malen beibrachten, nicht nur jeweils unterschiedlich. Sie bevorzugen auch verschiedene künstlerische Malstile, Techniken und Bildmotive. Selbst der Untergrund, auf dem Werke entstanden sind, ist nicht „nur” die Leinwand. „Dem Betrachter wird so beim Durchwandern der Ausstellung nie langweilig”, stellt deshalb Kurt Stahnke fest, der die Künstlergruppe 2008 zusammenbrachte. „Wir sprechen damit zugleich auch ein breiteres Publikum mit unseren auf die Leinwand gebrachten Fantasien an”, erklärt Stahnke weiter. Beim Miteinander in der Malgruppe sei diese Unterschiedlichkeit zudem sehr anregend.
Stahnke selbst malt eher realistisch, wie seine Arbeiten zeigen. Ob Landschaften, Häuser oder Vögel, der Hobbykünstler, der durch einen längeren Krankenhausaufenthalt zum Malen kam, schafft zumeist ein Abbild von seinem Bildmotiv. Einzelne Werke gehen dann darüber hinaus, indem deren Symbolik in den Vordergrund rückt. Etwa wenn ein Vogel zur Sonne hinfliegt und damit den Wunsch nach Freiheit zum Ausdruck bringt.
„Ich probiere gerne unterschiedliche Malstile und Materialien aus”, bekennt dagegen Anneliese Höcker zu ihren Arbeiten. Ihre fünf Werke spiegeln das wider. Acryl- und Ölfarbe, Leinwand und Karton kommen zum Zuge. Mal sind die Farben mit Airbrush, mal mit Pinsel aufgetragen. Die Motivik reicht hier von einem wirklichkeitsnah abgebildeten Löwen, über eine ägyptische Symbolik bis hin zu einem Berg, den es nur in der Fantasie gibt.
Die Bilder der anderen drei Künstler stehen im Kontrast dazu. Manuel J. Gietmann präsentiert bunte, der Fantasie entsprungene Unterwasserlandschaften, die ein wenig an ein Korallenriff im Pazifik erinnern.
Hans Schorn, dessen Arbeiten schon im Eingangsbereich zum Untergeschoss hängen, ordnet sich der informellen Malerei zu. Entsprechend abstrakt erscheinen auf den ersten Blick die beiden in rotbraun gehaltenen Werke mit den vielsagenden Titeln „Küss mich” und „Rotlicht Milieu”. Das genauere Betrachten fördert dann in sich verschlungene Körperteile und Gesichter zu Tage.
Eher surrealistisch sind wiederum die ausgestellten Bilder von Alina Plitmann. Die Arbeit „Selbstcello” zeigt zum Beispiel, wie eine junge Frau mit einem Cello eins wird, indem ihr Kopf zum Instrumentenhals wird. Andere Arbeiten, bei denen neben der Ölkreide auch die Collagetechnik zum Zuge kommt, beschäftigen sich ebenfalls mit derartigen Veränderungen.












