Kunstausstellung kooperiert mit Ballett-Aufführung

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Das Museum ist konzeptionell auf die Öffnung nach Außen und somit auch auf die Kooperation mit anderen, gerne auch spartenübergreifenden Institutionen ausgelegt. Die Charlotte-Salomon-Ausstellung ist in dieser Hinsicht noch einmal etwas Besonderes, denn sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, speziell mit dessen Ballettchefin Bridget Breiner (*1974). Deren Choreographie und Inszenierung „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“ mit Musik von Michelle DiBucci wurde im Februar 2015 uraufgeführt und fand bei Kritik wie Publikum gleichermaßen eine sehr gute Aufnahme.

Breiners Tanzabend veranschaulicht das über das persönliche Schicksal hinausreichende, metaphorische Potenzial der Kunst der Charlotte Salomon. Die Komponistin Michelle DiBucci besorgte die Musik zum Ballett: nicht sinfonisch, eher filmisch collagiert, postmodern und mit klassischen Zitaten durchsetzt (Mozart, Bizet, am Ende Schuberts „Der Tod und das Mädchen“) – ein eindringlicher Kunst-Abend, der den Bildern Charlotte Salomons folgt, die, auf Leinwände projiziert, im Bühnenhintergrund vorüberschweben. Das Miteinander von Bild-, Tanz- und Musikregie lässt das Publikum die Welt mit den verstörten Augen Charlottes sehen, alptraumartige Wesen aus ihrer Vergangenheit steigen wieder empor.