Kunstaktion rückt 70 Gemälde in den Blickpunkt

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kunstwerke aus der eigenen Sammlung und eine Fotodokumentation zeigt das Museum Bochum zum Abschluss des ungewöhnlichen Ausstellungsprojekts „Der Blumenverkäufer“.

Bochum..  Initiiert u.a. von der Kunststiftung NRW, nahm im vergangenen Jahr die mexikanische Künstlergruppe Tercerunquinto den Kunstbesitz des Museums unter die Lupe. Dabei lernten Julio César Castro Carreón, Gabriel Cázares Salas und Rolando Flores Tovar nicht nur die kunsthistorischen Hochkaräter des Bochumer Besitzes, von Kirchner bis Bacon, kennen. Vielmehr erfuhren die Gäste aus Lateinamerika, dass das 1980 eingeweihte Museum eben keine Dauerausstellung präsentiert, sondern von vornherein auf wechselnde Bilder- und Kunstschauen baulich angelegt war.

Mit ihrer fast zehn Monate währenden Aktion „Vendedor de flores“ („Der Blumenverkäufer“) wollte Tercerunquinto einige der dauerhaft im Fundus schlummernden Gemälde und Skulpturen im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar und erfahrbar machen.

Blumenstrauß als „Visitenkarte“

Als exemplarischen „Bildbetrachter“ wählten die Künstler aus Mexiko einen aus Indien stammenden Blumenverkäufer aus, den sie im Bermudadreieck kennengelernt hatten. Ihm ganz persönlich wurden zwei Mal in der Woche Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus dem Bestand gezeigt und erläutert. Das Museum kaufte ihm bei jedem Besuch einen Blumenstrauß ab, den der Mann als „Visitenkarte“ hinterließ (die WAZ berichtete).

70 Kunstwerke wurden so im Laufe der Zeit präsentiert, sie hingen stets prominent im Foyer des Museums, so dass jeder Besucher Blickkontakt aufnehmen konnte. „Zwar handelte es sich bei ,Vendedor de flores’ um ein weniger spektakuläres Projekt, dennoch wirkte es auf unterschiedlichsten Ebenen nachhaltig“, sagt Museumsdirektor Hans Günter Golinski. So nahmen Mitglieder der Kunst- und Museumsgesellschaft, Schüler- und Studentengruppen, aber auch einzelne Gäste an den Einführungen für den Blumenverkäufer teil.

In einer kleinen Ausstellung lässt das Museum bis Anfang Juni seine Besucher an dem mittlerweile so vertraut gewordenen Ritual teilhaben, und stellt einige der Werke vor, die in den letzten Monaten immer nur für drei Tage zu sehen waren.