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Kunstaktion

Kunst mit der Planierwalze

25.09.2012 | 14:35 Uhr
Kunst mit der Planierwalze
Performance von Ruppe Koselleck (rosa Hemd) und Susanne von Bülow: mit einer Stra§enwalze wird ein Gro§druck des Straßenprofil der Brückstraße auf Bütttenpapier erstellt. Foto Stefan Arend

Bochum. Spektakuläre Performance mitten in der Stadt: Die Künstler Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck druckten mittels schwerem Gerät den Bochumer Boden der Brückstraße auf Büttenpapier.

Planierwalze trifft Büttenpapier zwecks Bildproduktion. Auf diese Kurzformel lässt sich die Aktion bringen, die an der Brückstraße für Aufsehen sorgte. Viele Passanten verfolgten interessiert die Performance des Künstlerpaars Susanne von Bülow und Ruppe Koselleck. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ab in die Mitte“ druckten sie den Boden direkt, analog, ab - mittels darauf aufgetragener Farben und Farbpigmenten, schweren Büttenpapiers, einer dieses schützenden Daunendecke und des final über diese Schichten hinüberwalzenden Fahrzeuges. Anschließend wurde das Büttenpapier vorsichtig von vielen helfenden Händen vom Boden gelöst - und das Ergebnis bewundert.

Dabei entstanden ästhetisch – vor allem durch den individuell durch die Künstler getätigten Farbauftrag – gestaltete Direkt-Porträts des Bürgersteigs an der Brückstraße. Einschließlich des Drecks und anderer Strukturen, etwa Gully-Deckel und Fahrbahnmarkierungen. Die Bilder werden nun zum Preis eines Quadratmeters des bildgebenden Bodens laut der offiziellen Bochumer Grundbodenwertkarte vom 24. September verkauft. Demnach kostet ein Quadratmeter Bild auf der Brückstraße in Höhe des Spielzeugladens Brummbär (Hausnummer 27) satte 1200 Euro. Nicht der Künstler bestimmt also den Wert seiner Kunst, sondern der Baugrundpreis, der konjunkturellen Schwankungen unterworfen ist. Die Künstler bildeten somit nicht nur die bloße Oberfläche ab, sondern - über ihre Verwertung - auch quasi die unsinnliche Komponente eines Quadratmeter Bodens.

Manche Autofahrer hupten wegen der Behinderungen, die Passanten reagierten gemischt, einige moserten, „das sieht ja furchtbar aus, das Ergebnis entspricht nicht dem Aufwand“, andere stellten sich spontan zum Gruppenfoto zusammen. Ein Regenguss wischte später alle Spuren der Kunstaktion weg. Die wenigen aufwändig und spektakulär entstandenen Drucke sind ab Freitag, 28. September, in Kaffeekontor Beckers (Kortumstraße 115) ausgestellt.

Zum Vergleich sollen auch noch Bütten-Drucke auf der Kö in Düsseldorf, auf dem Prinzipalmarkt in Münster, auf der 5th Avenue in New York und auf der Avenue des Champs-Elysées in Paris entstehen. Wie man sich vorstellen kann, werden die wohl um einiges teurer ausfallen. In Bochum werden die Künstler am 5. Oktober noch einmal aktiv, dann entstehen Drucke an der Rotunde, am alten Katholikentagsbahnhof und in der Nähe des geplanten Einkaufszentrums von ECE in der City.

Tom Thelen



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