Das aktuelle Wetter Bochum 7°C
Ruhr2010

Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1

18.09.2009 | 17:07 Uhr
Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1

Bochum. Der Bochumer Künstler Kuno Gonschior ist skeptisch. Im Rahmen der Kulturhauptstadt soll die A 40 (früher B1) künstlerisch gestaltet werden. Gonschior befürchtet, dass dadurch die Autofahrer abgelenkt werden.

Zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 soll die A 40 künstlerisch gestaltet werden. Der Bochumer Künstler Kuno Gonschior befürchtet, dass dadurch die Autofahrer abgelenkt werden.

„Für das Jahr 2010 ist das vielleicht möglich, doch dann muss das ganz schnell wieder verschwinden”, sagt Gonschior: „Da sollen ja ganz viele Dinge gemacht werden.” Kuno Gonschior weiß, wovon er spricht: Gehörte er doch zur Gruppe „B1”, die 1969 gegründet worden war und die ebenfalls das Band der damaligen B1 künstlerisch aufwerten wollte.

Eine wichtige Zeit

Im Rahmen einer großen Ausstellung, die derzeit u.a. im Marler Skulpturenmuseum zu sehen ist, wird an diese für die Kunst aus dem Ruhrgebiet so wichtige Zeit erinnert. „Es war schön, dass wir alten Knacker uns bei der Ausstellungseröffnung mal wieder getroffen haben”, schmunzelt Kuno Gonschior. Zu „B 1” gehörten seinerzeit zehn Künstler aus dem Revier, aus Bochum war neben Kuno Gonschior der Bildhauer Friedrich Gräsel dabei. Beide genießen heute eine internationale Reputation.

Vor 40 Jahren hat sich also „B 1” gegründet. Kuno Gonschior: „Wir waren damals alles Einzelkämpfer”. Denen indessen klar geworden war, dass das „Ruhrgebiet mit den Zentren wie Köln und Düsseldorf nicht konkurrieren konnte". Da habe es nahe gelegen, dass man sich zusammenschloss. Eigentlich hätten sich die „B 1”-Künstler zunächst als eine „Ausstellungsgesellschaft” verstanden, die dabei mithelfen sollte, dem Einzelnen Möglichkeiten zu verschaffen, sein Werk besser zu präsentieren.

Was haben wir Gemeinsames?

„Doch dann haben wir uns gefragt: Was haben wir eigentlich Gemeinsames?”, erzählt Gonschior und gibt zur Antwort: „Wir wohnten alle an der B1. Darum wollten wir Kunst mit der Landschaft Ruhrgebiet verbinden.” Mit dem Bus fuhren die zehn Künstler über die B1, schauten sich um, erste Ideen keimten. Zur Strategie gehörte, dem massiven Eingriff, den die Trasse in der Landschaft verursachte, starke Zeichen gegenüberzustellen.

Dazu kam es allerdings nicht, da die verantwortlichen Stellen befürchteten, die Autofahrer würden durch die „starken Zeichen” irritiert und abgelenkt. Wiederholen sich solche Bedenken jetzt für das Jahr 2010, doch diesmal aus dem Munde eines Künstlers. „Unsere Kunstwerke damals hätten den Straßenverkehr nicht beeinträchtigt”, steht für Kuno Gonschior fest. Im Gegensatz zu den Planungen für das Kulturhauptstadtjahr 2010.

Werner Streletz

Facebook
 
Kommentare
15.03.2010
16:25
Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1
von Besen | #4

Kunst ist schön - Autofahren genauso

Unsere B1 braucht etwas anderes als Kunst,
nämlich n Fahrradweg und Schienen !

Kunst gehört an Plätze und in Museen !!!

Basta

19.09.2009
06:48
Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1
von B0 Pendler | #3

Wenn das nach 2010 wieder verschwindet, dann geht das wieder mit den Baustellen los (was jetzt schon nervig genug ist)

18.09.2009
22:46
Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1
von Sublimer | #2

Das klingt doch eher nach einer frustrierten Revangekutsche... sowas muss man meiner Meinung nach eigentlich keine Beachtung schenken...

18.09.2009
21:58
Kuno Gonschior warnt vor Kunst auf der B 1
von Andrea Figger | #1

Ich würde gerne beim täglichen Stau etwas abgelenkt werde

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/220417/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Altpapiertour
Bildgalerie
WAZ Serie
Fliegerbombe entschärft
Bildgalerie
Bombenfund
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Aus dem Ressort
Sechster Brand im selben Wohnhaus in Bochum-Hamme
Feuerwehr
Zum sechsten Mal in knapp drei Wochen hat es in einem Mehrfamilienhaus im Bochumer Ortsteil Hamme gebrannt. Am Dienstagmorgen stand ein Mülleimer in Flammen. Niemand wurde verletzt. Feuerwehr und Polizei gehen von einem Serienbrandstifter aus. Sein Motiv: unklar.
Rainer Einenkel dankt „Herbie“ für Solidarität
Opel
In einem persönlich gehaltenen Brief dankt der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, Herbert Grönemeyer für seine Solidarität mit den Beschäftigten des Autobauers. Einenkel wörtlich: