Künstler Karl Gehse aus Bochum übergibt Städten seine Ruhr.2010-Luftbilder
22.02.2011 | 17:50 Uhr 2011-02-22T17:50:00+0100Bochum. Das Ruhrgebiet aus der Volgelperspektive: Der Bochumer Architekt und Künstler Karl. F. Gehse hat Luftbilder von sieben Ruhrgebietsstädten für das Kulturhauptstadtjahr auf Leinwand gebannt. Nun übergab er die Bilder an die abgebildeten Städte.
Einen eigenwilligen Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr besorgte der Bochumer Architekt/Künstler Karl. F. Gehse . Er bannte die Ansichten von sieben Ruhrgebietsstädten auf die Leinwand – Ansichten aus der Vogelperspektive. Städtebauliche Besonderheiten und Ähnlichkeiten der Metropole Ruhr wurden dabei deutlich. Die großformatigen Tafeln wanderten 2010 durchs Revier. Am 22. Februar 2011 wurden sie in der Fiege-Brauerei an Vertreter der abgebildeten Städte Bochum, Essen, Duisburg, Mülheim, Herne, Gelsenkirchen und Dortmund übergeben. In den Rathäusern sollen sie einen Platz finden.
„Sieben Städte, sieben Ansichten“ hieß die 2010-Ausstellung, zu der auch ein Katalog erschien (Klartext Verlag, 14,95 Euro). Die von WAZ-Kulturredakteur Jürgen Boebers-Süßmann editierte Broschüre ordnet Gehses Ruhrgebiets-Bilder und -Skizzen, die auf Luftbildern des Fotografen Hans Blossey basieren, nachvollziehbar ein.
Kein Thema nur für Fachleute
Städtebau sei ein Thema für Fachleute, hört man gelegentlich. Aber das Gegenteil ist der Fall, Städtebau geht uns alle an, denn die Auswirkungen von Planung (= Straßen, Plätze, Gebäude) sind ja genau das, mit dem die Menschen Umgang haben, und von dem sie auch geprägt werden. In Gehses Bildern wie im Katalog werden solche städtebaulichen Tendenzen, Lösungen und Entwicklungen des Ruhrgebiets seit der Industrialisierung thematisiert und eingeordnet. Essen, Duisburg, Mülheim, Herne, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund erscheinen so aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. „Mich interessierte die Frage: Warum sieht das Ruhrgebiet so aus, wie es sich heute präsentiert?“, so Karl Gehse.
Malerische Umsetzung
Neben dem ästhetischen Aspekt vermitteln seine Bilder immer auch stadtplanerische Informationen. „Unglaublich, nahezu gleichzeitig haben sich die Städte im Ruhrgebiet entwickelt“, erklärt Gehse. Beim Betrachten der Luftbilder von Hans Blossey sei er schließlich auf die Idee zu der malerischen Umsetzung gekommen.
Mit markanten, bunten Pinselstrichen hat der Architekt die Stadtansichten erfasst. Seine Bilder sind moderate Abstraktionen, bleiben aber zuordenbar. Schnell hat der Blick auf den einzelnen Tableaus ein bekanntes Bauwerk ausgemacht, und kann sich so orientieren. Duisburg, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Bochum und Dortmund kommen verfremdet, aber wiedererkennbar ‘rüber.

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