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Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes

26.06.2012 | 21:57 Uhr
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
Tausende Menschen kamen zu "Bochumer Künstler für Opel". Auch Armin Rohde, Hennes Bender und Frank Goosen (v.l.) solidarisieren sich mit Opel.Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.  Bochumer zeigen Solidarität mit Opel: 3000 Menschen haben am Dienstagabend gegen das drohende Aus des Opel-Werkes in Bochum protestiert. Unter den Protestlern der Aktion „Bochumer Künstler für Opel“ waren auch der Schauspieler Armin Rohde und der Autor Frank Goosen.

An einem lauen Sommerabend versammelten sich am Dienstag laut Polizeiangaben 3000 Menschen vor dem Schauspielhaus, um bei der Kundgebung „Bochumer Künstler für Opel“ Flagge zu zeigen. Unter dem fordernden Motto „Die Arbeit bleibt hier!“ sprachen (nicht nur) BO-Künstler wie Armin Rohde, Frank Goosen oder Hennes Bender den Opelanern und ihren Familien ihre Solidarität aus.

Party und Protest gingen bei diesem vom Schauspielhaus auf die Beine gestellten Solidaritäts-Event Hand in Hand. Punkt 19.30 Uhr stöpselten Thomas Anzenhofer, Torsten Kindermann und die Schauspielhaus-Band die Instrumente ein – die Nummer, die sie intonierten („I won’t back down“ von Tom Petty), passte schon vom Titel her zum inhaltlichen Anspruch des Abends: „Wir werden - hier in Bochum - nicht zurückstecken!“

"Bochum muss eine lebenswerte Stadt bleiben"

Ähnlich kämpferisch äußerten sich Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz , Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel und die Verdi-Geschäftsführerin Gudrun Müller. „Opel ist nicht nur wichtig für Bochum, sondern für die ganze Region“, betonte Scholz. Einenkel warf der Opel-Führung und dem GM-Direktorium eine „kranke und perverse Geschäftspolitik“ vor - angesichts der Tatsache, dass die Schließung des Opelwerks mindestens 500 Millionen Euro kosten dürfte. Müller bekundete den Opelanern die Solidarität der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi: „Wir sind bei Euch, wenn Ihr uns braucht!“

Die Manifestation des Zusammenstehens, des Miteinanders aller in Bochum war denn auch der Impetus, mit dem Intendant Anselm Weber und Schauspielhaus-Dramaturgin Sabine Reich die Kundgebung in den letzten Wochen vorbereitet hatten. „Die Kunst gemeinsam mit Opel für die Stadt, das ist unsere Motivation“, sagte Weber, der betonte, es gebe in Bochum, neben Opel, „eine Vielzahl von Problemen“ zu lösen. „Wir Künstler wollen nicht abseits sehen, sondern zeigen, dass wir alle zusammen daran arbeiten müssen, dass Bochum eine lebenswerte Stadt bleibt“. Starker Applaus war ihm sicher, ein Applaus der nur noch beim Kurzauftritt von Armin Rohde getoppt wurde: „Bochum, ich häng’ an Dir!“ brüllte der gefragte Mime am Ende seiner Ansprache derart beseelt ins Mikrofon, dass es eine Art hatte.

Aufgekratzte Stimmung

Foto: Ingo Otto

„Wir wissen genau, wie eng alles in der Stadt voneinander abhängt. Wenn wir uns dem stellen sollen, müssen wir für eine soziale Stadt eintreten. Keiner wird alleine weiter existieren“, so Sabine Reich. Kindertagesstätten gegen Kultur auszuspielen, das sei nicht der richtige Weg.

Nach den künstlerischen Vorstellungen, zu dem eine musikalische Einlage der BoSy-Bläsergruppe („Glückauf, der Steiger kommt!“), eine Szenenfolge aus „Die Grönholm-Methode“ durch das Prinz Regent Theater und ein von Maja Beckmann und Raiko Küster eindringlich gespielter Ausschnitt aus dem Fallada-Sozialdrama „Kleiner Mann, was nun?“ zählten, gab’s noch ‘was zu gucken. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Doku „Opel – Chronik eines Schicksalsjahres“ gezeigt. Ein Jahr lang hatten die Grimme-Preisträger Ulrike Franke und Michael Loeken im Rahmen des Schauspielhaus-Projekts „Next Generation“ den Alltag der Auszubildenden im Opel-Werk II mit der Kamera begleitet und sie dabei nach ihren Wünschen und Erwartungen gefragt. Was erhoffen sich diejenigen von der Zukunft, deren Arbeitsleben schon am Anfang ungewiss ist?

Der Abend vor dem Schauspielhaus brachte Opel-Arbeiter, Gewerkschafter, Bürger, Politiker und junge Künstler wie die Rapper von X-Vision oder den Poetry Slammer Sebastian 23 zusammen; Parteien also, die sich sonst eher nicht so häufig begegnen. Entsprechend aufgekratzt war die Stimmung: Wer weiß, vielleicht steht Bochum ja wirklich erst am Anfang eines umfassenden Dialogs, in dessen Verlauf sich eine Stadt gemeinschaftlich darüber verständigt, was sie für ihre Bürger sein will.

Jürgen Boebers-Süßmann



Kommentare
28.06.2012
10:28
Film zur Kundgebung "Wir sind Opel!"
von Frau_H_aus_Bochum | #10

Filmreportage zur Kundgebung "Wir sind Opel!" am Schauspielhaus:
http://www.bochumschau.de/wir-sind-opel-2012.htm

27.06.2012
12:17
Solidarität mit Bochum, warum ...?
von radfahrer.ruhr | #9

In der Zentrale von GM herrscht nun echte Angst vor der Aktionen in Bochum ...
... zutiefst beeindruckend.

In Bochum verlängert man gerne sterbenden Industrien, Geld haben wir ja genug!

Weil es keiner hören will, hier noch mal paar ein Gründe, warum Opel in Bochum schließen wird:

- es gibt eine Überkapazität in der Automobilindustrie in ganz Europa
- andere Produktionsstandorte (auch bei GM) sind deutlich billiger
- die Opelfahrzeuge sind im Vergleich zu Mitbewerbern zu teuer
- die Anzahl der verkauften Neufahrzeuge sinkt kontinuierlich
- das Markenimage von Opel schreckt eher ab

Und dann war da noch:
Als in den 1990er Jahren die Stahlindustrie in Dortmund um das Überleben kämpfte, tönte es von Opel-Seite in Bochum: Wir brauchen den Stahl und Stahlprodukte aus Dortmund nicht, es gibt ja genügend Alternativen auf dem Markt. So sah also die heute geforderte Solidarität damals aus.

Pech solche Aussagen, wenn man nun selber Solidarität braucht ...

27.06.2012
11:51
2017
von streicher5002 | #8

Wer kann sich schon sicher sein, ob sein Arbeitsplatz in fünf Jahren noch vorhanden und sicher ist?...?

Die OB?..... Der Intendant?..... Der Dirigent?..... Der Komiker?..... Der WAZ Redakteur?

27.06.2012
11:28
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von engelstrompete | #7

Wo waren diese " Künstler " um bei Schlecker zu kämpfen ?

27.06.2012
09:57
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Malakostraka | #6

Fahren diese "Künstler" selber Opel???

1 Antwort
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von DrNoetigenfalls | #6-1

Völlig irrelevant, welche Autos die fahren oder ob sie vielleicht nur ein Fahrrad besitzen!
Es geht um die Sache an sich und wie die Opel-Belegschaft immer wieder von GM hingehalten und veräppelt wird!

27.06.2012
07:41
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Fornax_Bo | #5

Dann frage ich mich, #4, 1. WARUM fahren Sie dann noch Opel, nur um zu meckern?? Oder weil sie sich die SUPER-INNOVATIONEN nicht leisten können / oder den Mehrwert einfach nicht zahlen wollen ?!?
Klar baut VW/Audi/Mercedes andere Autos... aber zu welchem Preis ? Schon den aktuellen OPC - Scirocco Vergleich gelesen??Oh Wunder , der OPC ist endlich besser als der VW , schonmal was vom Auto des Jahres gehört ? Nennt sich Ampera und ist das erste Serienreife Elektroauto ? Gibts die schon bei den "Premiummarken" ( VW zähle ich jetzt widerwillig dazu ) ? NEIN ...also nicht immer nur eine Seite der Medaille betrachten und rummeckern auf höchstem Niveau... Niemand zwingt Sie Opel zu fahren !

2 Antworten
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Fornax_Bo | #5-1

Meinte natürlich #3

Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Ex-Ruhrgebietler | #5-2

Um es kurz zu machen: Mein VW-Beetle ist bestellt und wird voraussichtl. in der 37. KW geliefert.

Zum Opel Ampera muß ich dann aber doch noch was sagen: Ein Elektroauto das mittels eines eingebauten Benzinmotors (sic!) seine Reichweite auf 500 Kilometer steigern kann und für das man ca. 43000 € blechen muß (dafür bekomm ich auch den neuen Audi A6) ist nicht das Auto des Jahres, sondern der Witz des Jahres.

26.06.2012
22:45
Künstlertour
von HeKo62 | #4

Am 30.06.2012 Schlisst Nokia in Bochum
Am 30.09.2012 Schlisst Nokia in Ulm,
da wird schon eine Künstlertour !

...oder auch nicht.

Ja nächstes Jahr ist Nokia in Berlin dran vielleicht klappt es dann ?

26.06.2012
22:43
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Ex-Ruhrgebietler | #3

Ist ja alles ganz nett, aber solange bei Opel die technischen Innovationen ausbleiben könnte da der Geist von Michael Jackson auf Erden herniedersteigen ohne etwas auszurichten.

VW baut mit das beste Doppelkupplungsgetriebe am Markt, bei Opel gibt es so etwas erst gar nicht. Der neue Audi A4 ist dank Leichtbaumaterialien satte 80 kg leichter als der Vorgänger, bei Opel hat von Leichtbau noch nie einer was gehört. Bei Mercedes gibt es Assistenzsysteme bis der Arzt kommt, bei Opel hält man vermutlich das Mulitifunktionslenkrad noch für den letzten Schrei. Die downgesizten TSI-Motoren von VW bieten enormen Schub bei geringerem Verbrauch, mit meinem 90-PS-Meriva (ja, ich bin noch Opel-Fahrer) komm ich mir vor als würd ich einen Klein-LKW steuern.

Wenn dann zum Verpennen fast aller technischen Trends noch ein zumindest nicht berauschendes Design kommt, dann klingelt das Totenglöckchen für die Marke lauter als es so mancher wahrhaben will...

26.06.2012
22:23
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von skywalker76 | #2

Da helfen leider keine Künstler mehr.
GM zieht seine Sache durch und macht das Werk dicht.
Es werden keine Opel Autos gekauft und somit muss GM irgendwie reagieren.

26.06.2012
22:23
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von ESteiger | #1

Toll! Das wirds bringen! Schaut euch diese "Künstler" mal an! Die sind doch Absteiger und wollen so tzurück an die Sonne!

Unglaublich!

Und fährt von denen überhaupt einer nen Oppel???

Bestimmt nicht!

Labertaschen!

2 Antworten
Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von Biker72 | #1-1

Ein bisschen Eigenwerbung nehm ich an ;-)

Künstler kämpfen für Erhalt des Bochumer Opel-Werkes
von DrNoetigenfalls | #1-2

Völliger Schwachsinn!
Diese Künstler sind Bochumer und solidarisieren sich mit den Opelanern, weil sie an ihrer Heimat hängen! Mit so einer Veranstaltung kommt man bestimmt nicht "tzurück an die Sonne".
Außerdem ist es egal, ob sie Opel fahren oder nicht, das mit der Sache an sich nichts zu tun!
Das Kompliment "Labertasche" kann ich nur zurückgeben!

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