Kritik von den Ratsfraktionen
22.01.2009 | 08:38 Uhr 2009-01-22T08:38:00+0100Vor den Medien hatte sich OB Ottilie Scholz schon zur Loveparade-Absage erklärt - am Mittwoch waren die Ratsfraktionen an der Berichts-Reihe. Und da gab es nicht nur warme Worte für die Oberbürgermeisterin.
In der Vergangenheit habe sie die entsprechende Information der Ratsfraktionen überhaupt nicht für nötig gehalten, kritisierte Lothar Gräfingholt (CDU): „Ich meine mich zu erinnern, dass die Streckenführung bis zum Schluss geheim war.” Die Absage sei richtig gewesen, aber zu spät, kritisierten FDP und Grüne. Weil bereits im Sommer '07 von bis zu einer Million Feierlustiger auszugehen war, meinte Günter Gleising (Soziale Liste), hätte man da schon klarmachen müssen, „was wir können und was wir nicht können.”
Chancen ausgereizt
In der Sache gab es keinen Widerspruch: Nachdem der Veranstalter Lopavent den Tanz auf der A 40 abgelehnt hatte, weil man der Welt neue Bilder - „Schauspielhaus- statt Schnellstraßen-Rave” - liefern wollte, waren die Chancen offenbar ausgereizt. „Die gesamte Strecke von 3200 Metern Alleestraße, Ring und Königsallee kann 500 000 Menschen aufnehmen”, rechnete die OB vor, „der Rest hätte die angrenzenden Wohngebiete geflutet.” Man hätte Situationen geschaffen, in denen die Sicherheitskräfte nicht mehr hätten retten, bergen, sichern können: „Bochum ist nach unserer Schätzung mit 400 000 bis 500 000 Menschen zu.”
Auf den Fluren wurde freilich ein „Kommunikations-GAU” eingeräumt. Dass man erst so spät aufgemacht habe, sei vor allem der Wunsch der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr gewesen: „Wenn nämlich Bochum für die Love-Parade zu klein ist, dann sind eigentlich auch Gelsenkirchen und Duisburg als Veranstaltungsorte gestorben.”
Deutliche Worte
„Hier hat sich keiner mit Ruhm bekleckert,” fand CDU-Fraktionssprecher Roland Mitschke deutliche Worte. Offensichtlich seien auch kaum Versuche unternommen worden, die Veranstaltung in einer anderen Ruhrgebietsstadt durchzuführen, wenn für Bochum abgesagt werden muss. Mitschke süffisant: Wenn der SPD-Fraktionsvorsitzende feststelle, dass im Zusammenhang mit der Absage der Loveparade republikweit der Eindruck entstanden sei, „in Bochum sind nur Deppen am Werk”, so gebe er ihm ausdrücklich recht. Die Ursache dafür sehe er in einer „dilettantischen Informationspolitik” der OB. „Die Politik ist im vergangenen Jahr über den Ältestenrat mehrfach über den Stand der Vorbereitungen informiert worden und von keiner politischen Seite sind grundsätzliche Bedenken vorgetragen worden.”
Man müsse zum Beispiel nicht lange verhandeln, wenn man erkenne, dass der Bochumer Hauptbahnhof keine ausreichende Kapazität habe. Die Größe des Bahnhofs, so Mitschke, „hat sich in den letzten Monaten nicht verändert”.
"Politik nicht einbezogen"
„Die Politik war nicht einbezogen,” kritisiert auch Jens Lücking, Fraktionschef der FDP, den Entscheidungsprozess bis zur Absage. Bei Nachfragen nach dem Stand habe es immer geheißen, die Planungen seien in vollem Gange und man sei auf einem guten Weg.

17:27
Die loveparade wäre schlecht für Bochum gewesen, gut dass sie weg ist!
von daher, alles richtig gemacht...
12:28
@wittmann: Da glaubt jemand allen Ernstes, dass die aufgeführten Projekte und Veranstaltungen im Bochum von heute noch eine Chance hätten. Na ja, und eine Veranmstaltung für Experimentallabors für Medikamente aufzuführen.
00:37
Bis auf manfred wittmann sind die Kommentare nur polemisches Geschwätz!!!
20:02
Wenn 500.000 Leute auf 3,2 km Strecke passen, wie lang hätte die Strecke sein müssen, damit 1,6 Mio. Leute drauf passen. Wenn unserer OB nicht einmal der einfachste Dreisatz einfällt, muss man sich über das Crossboarder-Desaster nicht wundern.
16:01
Herne-Süd halt
14:58
Wenn ich diese Schlaumeier so höre und lese, dann wird mir übel.
Wie soll ich diese infamen Leserbriefe verstehen?
Hauptsache Party? Egal, auch auf die Gefahr, dass es Menschenleben kosten könnte?
Ich halte die Entscheidung des Verwaltungsvorstand für absolut richtig und verantwortungsvoll. Ich habe von unserer OB auch nichts anderes erwartet.
Einziger Vorwurf: Bochum hätte diesen Spuk garnicht erst beginnen sollen. Bochum hat sich nichts vorzuwerfen, lieber dklausing, ich verweise da nur auf BO-Total, Giro, Kemmnade-Intern. etc. Ich halte deine Zeilen für eine Unverschämtheit.
12:42
Hoffentlich wird das Konzerthaus (Bochum Symphonie) nicht auch eine Nummer zu gross für diese Provinzstadt mit ihren Provinzpolitiker-Deppen ...
10:48
Aber wenigstens die Strafanstalt für Sexualtäter kommt in die Provinzstadt Bochum - gegen den Willen der regierenden Kommunalpolitiker. Da kommt bei mir Schadenfreude auf. Und wenn man dann seitens der Landesregierung die Stadt Bochum umgangsmäßig so behandelt, wie diese ihrerseits ihre Politik gegenüber dem Bürger abwickelt, dann wird die Freude noch größer.
10:38
Provinziell bleibt provinziell. Aber so etwas kommt ja des Öfteren dabei heraus, wenn Greis/innen über Projekte und Veranstaltungen für jüngere entscheiden.