Kretschmer geht: Neuer Vorstand bei Sparkasse Bochum

Kajo Kretschmer im Tierpark - hier will er auch im Ruhestand aktiv sein.Foto:Sparkasse Bochum
Kajo Kretschmer im Tierpark - hier will er auch im Ruhestand aktiv sein.Foto:Sparkasse Bochum
Was wir bereits wissen
Dirk Ziegler ist neuer dritter Mann im Vorstand, Kajo Kretschmer ist seit Neujahr im Ruhestand. Er will seinen Ruhestand im Ehrenamt nutzen.

Bochum.. Als „Herr der Erdmännchen“ ist er im Tierpark bekannt. „Sisyphos des Potts“ wird er vom ehemaligen Intendanten des Schauspielhauses, Matthias Hartmann, genannt: Karl Jochem – kurz Kajo – Kretschmer hat viele Interessen, förderte Kunst, Kultur und Tierpark. Aber seine Hauptaufgabe, die des Kreditvorstands der Bochumer Sparkasse, hat er jetzt niedergelegt: Mit dem Neujahrsknall begann für Kretschmer der Ruhestand – nach 37 Jahren bei der Sparkasse und fast 30 Jahren als Mitglied des Vorstandes.

„Es war eine Entscheidung, die ich bewusst getroffen habe“, erzählt Kretschmer, der als Kreditvorstand erst 2016 hätte ausscheiden müssen: in demselben Jahr, in dem auch der Vorstandsvorsitzende Volker Goldmann hätte gehen müssen. „Und es wäre schlecht gewesen, wenn wir beide gleichzeitig in den Ruhestand getreten wären.“

Deswegen hat der 64-Jährige jetzt ein Jahr früher Zeit für seine Hobbys und sein Ehrenamt – das er besonders auf den Tierpark lenken möchte. 1988 spendete die Sparkasse dem Zoo zum eigenen 150-jährigen Jubiläum das Aquarium und Fossilienhaus. „Wir wollten damals etwas Nachhaltiges schaffen, worin sich alle Leute wiederfinden.“ Seitdem wurde die dortige Förderungsbereitschaft nicht müde, die Sparkasse investierte unter Kretschmer Millionen. „Für die Zukunft habe ich noch viele gute Ideen, wie etwa einen neuen Spielplatz im Park.“

Urgroßvater leitete Fuhrunternehmen

Neben der Betreuung vom Tierpark freut sich Kretschmer nun „für das Zeit zu haben, wofür ich vorher nie Zeit hatte“, erzählt er im Telefongespräch auf dem Weg zum Urlaub in Lübeck. Eine Atlantik-Kreuzfahrt, mehr Sport, aber bloß nicht alles auf einmal. „Ich warte in Ruhe ab, wie ich den Machtverlust überwinde“, sagt er im Halbscherz.

Dirk Ziegler ersetzt Kretschmer als dritten Mann im Vorstand der Sparkasse. Der gebürtige Dortmunder war vorher vor allem in Essen tätig, arbeitete dort bei der Nationalbank, bei der Sparkasse und Geno-Bank, wo er sich vor allem um das Firmenkundengeschäft kümmerte.

Zu Bochum hat der 51-jährige Vater zweier erwachsener Kinder seit langem eine Bande, schon sein Urgroßvater leitete ein Bochumer Fuhrunternehmen, „zu der Zeit noch mit Pferden“. Derzeit wohnen und arbeiten seine Tochter und sein Zwillingsbruder, ein Polizist, in der Region. Ziegler verspricht, ein „Vorstand zum Anfassen und Ansprechen“ zu werden und „Kunden lieber in deren Firmen als in meinem Büro“ zu treffen. Und als „Theaterfreund“ wird er vielleicht auch in kultureller Hinsicht das Erbe vom „Sisyphos des Potts“ antreten.