Kreativ mit der Baustelle umgehen
28.01.2009 | 00:10 Uhr 2009-01-28T00:10:00+0100
Bochum. Mit dem Umzug der Museumsverwaltung in die Villa Nora setzt sich für Direktor Hans Günter Golinski eine Entwicklung fort, die sich kaum noch aufhalten lässt.
Wenn er seitwärts durchs Fenster schaut, sieht er das Gebäude, dem sein berufliches Engagement gilt. Bis vor einigen Tagen saß Museumsdirektor Hans Günter Golinski ebenfalls noch dort an seinem Schreibtisch. Doch dort werkeln jetzt die Handwerker an der Restaurierung der Fassade der Villa Marckhoff.
Noch wird überall gewerkelt
Das neue Domizil der Museums-Verwaltung befindet sich jetzt im historischen Gebäude gegenüber, in der Villa Nora. Noch wird in den anderen Etagen gewerkelt - u.a. soll dort die Kulturstiftung der Sparkasse neue Räume finden - doch für Hans Günter Golinski bilden die wenigen Schritte über die Bergstraße einen großen Schritt für das Kunstmuseum. „Wir sind an einem Superpunkt angelangt”, freut sich der Museumschef: Er habe wieder kräftig Zuversicht geschöpft, nachdem die Hoffnungen auf eine gedeihliche Entwicklung fürs Kunstmuseum in den letzten Monaten ein wenig geschwunden waren. So ist ein Millionenbetrag, der zunächst dem neuen Outfit des Museums zugedacht war, zum Planetarium umgeleitet worden, das schnellstens einen neuen Projektor brauchte.
Fassade ist christomäßig verhüllt
Doch nun ist die Fassade der Villa Marckhoff christomäßig verhüllt auf dem Weg zu einer neuen Fassade, die natürlich letztlich so aussehen wird wie die alte. Der Umzug in die Villa Nora ist ebenfalls geschafft; das alles sind Bausteine für ein Gesamtwerk, dass - und dessen ist sich Golinski sicher - nicht mehr zurück gedreht werden kann: „Ein Dominospiel ist ganz massiv in Bewegung gesetzt worden.”
Zumal die künftigen Fassadenelemente von innen her befestigt werden, so dass auch die Innenräume der Villa Marckhoff in Mitleidenschaft gezogen werden und logischerweise einer Renovierung unterzogen werden müssen: Im Altbau wird einmal der Eigenbesitz des Museums zu besichtigen sein.
Großer Batzen Geldes fehlt
Obwohl noch ein großer Batzen Geldes für die Renovierung des Museums fehlt - bisher steht dafür ein Restbetrag von 400 000 Euro zur Verfügung - ist Hans Günter Golinski in dieser Hinsicht zuversichtlich. Beim Neujahrsempfang habe Kulturdezernent Michael Townsend betont, dass das Kunstmuseum durchaus vom zu erwartenden zweiten Konjunkturprogramm der Bundesregierung profitieren könne. Golinski: „Ein Hoffnungsfunke”: So sei der Tag nicht fern, dass sich auch im Museums-Neubau, der so neu natürlich nicht ist, die Wünsche des Museumsdirektors erfüllen werden. Ein ansprechendes Museumscafe´ soll's geben´, das in anderen Instituten dieser Art schon lange zum Alltag gehört und dass in Bochum doch schmerzlich vermisst wird. Außerdem soll der Eingang verlegt werden - in den Übergang zwischen Alt- und Neubau.
Optimismus geht weit
Der Optimismus von Hans Günter Golinski geht so weit, dass es ihn nicht einmal schreckt, wenn im Kunstmuseum zum Kulturhauptstadtjahr 2010 teilweise noch die Handwerker arbeiten. „Wir werden dann mit dieser Situation kreativ umgehen”, stellt Hans Günter Golinski fest. Will heißen: Auf dem Museumsvorplatz soll während der Bauzeit so etwas wie eine Bauhütte entstehen (das Vorbild dafür stammt aus dem Mittelalter): Durch diese Bauhütte könnten Führungen für Schulklassen und andere Interessierte organisiert werden.
Das Museum glänzen lassen
Doch wie weit die Renovierung dann auch voran geschritten sein wird: Das Museumsprogramm zum Kulturhauptstadtjahr beginne exakt am 1. Januar. Zumal das Museum 2010 seit 50 Jahren bestehe. Also ein weiterer Grund, das Museum glänzen zu lassen. Nach Wunsch von Hans Günter Golinski soll für den festlichen Schein eine Lichtskulptur von François Morellet an der Außenfassade des Museums sorgen. Er sei für diesen Plan mit der Galerie „m” im Gespräch, die den bedeutenden französischen Künstler vertrete. Es werde also Licht ...

22:12
Das schrottigte Museum von Deutschland endlich schliessen!