Kranke Mutter kann jetzt auf Umzugshilfe hoffen

Sandra Wett wohnt im vierten Stock. Mit ihrem Rückenleiden kann sie nun darauf hoffen, dass das Jobcenter einen Umzug mitfinanziert.
Sandra Wett wohnt im vierten Stock. Mit ihrem Rückenleiden kann sie nun darauf hoffen, dass das Jobcenter einen Umzug mitfinanziert.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Nach einem WAZ-Bericht kann eine alleinerziehende Mutter nun doch darauf hoffen, dass das Jobcenter die Kosten für einen Umzug übernimmt.

Bochum.. „Ohne die WAZ hätte das wohl nicht geklappt.“ Sandra Wett ist von einer Last befreit. Täglich quält sie sich mit einem Rückenleiden in ihre Dachgeschosswohnung an der Wohlfahrtstraße in Wiemelhausen. Nun kann sie darauf setzen, dass das Jobcenter die Kosten für einen Umzug übernimmt.

Seit über ein Jahr liegt die alleinerziehende Mutter zweier Kinder im Clinch mit der Hartz-IV-Behörde. Zwar hatte eine Orthopädin bei der Speditionskauffrau einen Wirbelsäulenschaden diagnostiziert und – ebenso wie ihr Hausarzt -- dringend einen Wohnungswechsel empfohlen. „Das tägliche Treppensteigen und Einkaufstütenschleppen hoch in den vierten Stock ist tödlich für meinen Rücken“, weiß die 40-Jährige, die seit Herbst 2014 krankgeschrieben ist. Doch: Das Jobcenter, von dem sie Aufstocker-Leistungen bezieht, verweigerte bislang eine Kostenübernahme für einen Umzug und verwies auf ein Gutachten des Gesundheitsamtes. Danach sei „eine medizinische Notwendigkeit für einen Umzug (...) nicht gegeben“. Der Arzt habe damals nur gemeint: „Stellen Sie sich mal nicht so an.“ „Eine echte Untersuchung hat nie stattgefunden“, erinnert sich Sandra Wett.

Ein Widerspruch blieb erfolglos. Die Bemühungen der WAZ nicht.

Neue Bleibe im Erdgeschoss

Auf Anfrage unserer Zeitung räumte die Behörde im Februar ein, dass sich der Gesundheitszustand von Sandra Wett offenbar verschlechtert habe. Was bislang abgelehnt wurde, war jetzt möglich: ein zweites Gutachten. Das Ergebnis liegt nun vor. „Aus amtsärztlicher Sicht“ werde „ein Wechsel in eine ebenerdige oder mit Aufzug erreichbare Wohnung befürwortet, um einer Verschlimmerung des Wirbelsäulen- und Gelenkleidens entgegenzuwirken“, heißt es darin.

Sandra Wett ist glücklich. Für Juni hat sie bereits eine neue Bleibe für sich und die Kinder angemietet: im Erdgeschoss, ganz in der Nähe ihrer Eltern. „Besser geht’s nicht.“

Licht an, Bretter verschwunden

Aktuelle Erfolgsmeldungen nach WAZ-Berichten gibt es auch von zwei weiteren Lesern:

Peter Sauret sah an der Unterstraße 104 in Langendreer fast sieben Wochen schwarz. Im Zuge der Straßenbahn-Bauarbeiten wurde eine Straßenlaterne vor seinem Haus versetzt. „Nach zwei Tagen wurde es dunkel – und nie wieder hell. Zu später Stunde müssen wir uns heimleuchten.“ Beschwerden bei den Stadtwerken hätten keinen Erfolg gezeigt. Erst in diesen Tagen wurde die Laterne instandgesetzt. „Grund war ein Kabelfehler aufgrund der Baumaßnahme“, bestätigt Stadtwerkesprecher Christian Seger. Durch die Beschädigung des Beleuchtungskabels können derzeit andere Leuchten auf der Unterstraße in Richtung Fuchsweg nicht betrieben werden. Eine Reparatur solle „zeitnah“ erfolgen.

„Das deprimiert mich zutiefst.“ Gisela Bursztyn-Frank besucht regelmäßig die Ruhestätte ihrer Mutter auf dem Friedhof Blumenstraße. „Entsetzlich“ fand sie den Anblick von Spundbrettern, wie sie bei neuen Gräbern Verwendung finden. „Seit drei Monaten stehen die Bretter auf Feld 32. Das sieht aus wie auf einem Betriebshof und nicht wie auf dem Friedhof.“ Der WAZ-Bericht in der vergangenen Woche zeigte prompt Wirkung. „Hurra, die Spundkiste ist weg. Was für eine Freude!“, bedankt sich Gisela Bursztyn-Frank.