„Kooperation und Eigensinn”
04.03.2009 | 08:19 Uhr 2009-03-04T08:19:00+0100
So haben zehn Städte ihren Schulterschluss überschrieben, der im zweiten Masterplan Ruhr gipfelte.
Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Herne, Mülheim und Oberhausen wollen in den Bereichen Wohnen, Städtebau/Stadtentwicklung und Region am Wasser (Letzteres tangiert Bochum kaum) enger zusammenarbeiten, gleichwohl ihre Eigenständigkeiten behalten.
Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch: „Jede Kommune stellt sich mit ihren Vorhaben vor, um Investoren zu locken. Vieles wird im Ruhrgebiet noch immer viel zu kleinkariert gesehen. Langfristig wollen wir keine Abgrenzungen mehr. Wir präsentieren uns nicht als Stadt Bochum, sondern als Metropole Ruhr.” Das sei auch ein strategisches Element, das der „G 10” (Gruppe der Zehn) mehr Schlagkraft verleihe gegenüber Land, Bahn, etc. als in Einzelauftritten. Ziel ist vor allem den Bestand zu sichern, die Menschen in der Region zu halten.
Luftschlösser werden kaum gebaut
Luftschlösser werden in den vorgestellten Projekten kaum gebaut; nicht erst seit der Finanzkrise fehlt den Kommunen (und dem Land) das Geld für hochtrabende Ziele; private Investoren sind also gefragt.
Ausnahmen sind da Städte wie Duisburg und Essen, die visionär das Wohnen am Wasser („Living Bridge”, „Marina”) präsentieren. Bochum hat da kaum Kapazitäten, denn Kemnade soll nicht zugebaut werden. Mehr zu bieten hat die Stadt im Bereich Stadtentwicklung: Da versucht sie, im Masterplan mit der „Bochumer Empfangskultur” zu glänzen, zu der die Kunst-Lichttore gehören, der Umbau der so genannten City-Radialen und die Innenstadt West – mit wenigen Ausnahmen wie der Bau des Konzerthauses, Umbau Buddenbergplatz – allesamt bereits begonnene Projekte.
Zudem ein Masterplan Innenstadt
Bochum will zudem einen Masterplan Innenstadt erstellen, denn die City teilt das Problem der Leerstände und Filialisten-Inflation mit den Nachbarn. Kratzsch: „Ich weiß, dass auch andere Städte einen solchen Masterplan für ihre Innenstädte erarbeiten. Ob es dazu ebenfalls einen gemeinsamen Auftritt geben wird, muss man sehen.” Denn Konkurrenz wächst dort, wo es um wirtschaftliche Interessen geht.
Nicht zuletzt deshalb werden die „G 10” wohl vorerst auch das für die Bürger dringliche Problem eines einheitlichen öffentlichen Personen-Nahverkehrs, der die Städte mühelos miteinander verbindet und Grenzen wegschmelzt, nicht lösen. Ernst Kratzsch: „Es gibt verschiedene übergeordnete Instanzen, die ihre Autonomie nicht aufgeben wollen.”

13:42
vielleicht kommt ja doch langsam was in bewegung?
man muß diesen verschiedenen übergeordneten instanzen die ihre autonomie nicht aufgeben wollen mal ordentlich dampf machen. dabei wäre es auch mal mutig die jenigen namentlich zu benennen welche in den bezirksregierungen, kreisverwaltungen, verkehrsbetrieben und stadtwerken fotwährend blockieren und sich so weiter an der kleinstädterei in metropoleruhr fett machen.
08:47
Masterpläne stecken erst einmal die vorhandenen Claims ab und nutzen nur einigen Wenigen wie z.B. der Fa.Hardeck, als aufgrund eines Masterplans Ikea in Bochum nicht bauen durfte.
Ein Masterplan, der die Kommunen-Herrschaften zu Gunsten EINER Ruhrstadt-Bezirksregierung kappt, das wär mal was!
Aber sowas scheitert wieder daran, dass sich eine Bürokratie nicht selbst weg rationalisiert.