Konzert für ein oft belächeltes Instrument

Der italienische Dirigent Enrico Onofri ist als Barock-Spezialist bekannt. Mit den Symphonikern setzte er seine besonders feinen Klangvorstellungen durch und glänzte durch Präzision, auch in Werken späterer Epochen. Auf dem kurzweiligen Programm des achten Symphoniekonzertes standen Meisterwerke, die - in aller Kürze - wirkten! Vivaldis Sinfonia zu der Oper „Arsilda, Regina di Ponto“ gestaltete Onofri mit Exaktheit und genauen Tempi.

Auch auf seine Interpretation von Haydn übertrug Onofri dieses Ideal der Präzision auf die Tempi und Dynamik - mit großer Wirkung! Solist des Abends war der Südafrikaner Stefan Temmingh. Er schaffte es, das Publikum mit einem Instrument zu bezaubern, das auf den ersten Blick vielleicht nicht jedermanns Geschmack ist: die Blockflöte.

Ein Stück seines Landsmanns Hendrik Hofmeyr - eigens für Temmingh geschrieben - spielte der jungen Solist mit besonderer Freude. Dieses im Programm als „zugänglich“ beschriebene Werk wirkte wie der Soundtrack zu einem Schauermärchen à la Tim Burton. Wunderschön waren die unterschiedlichen Klangfarben von Sopranino-, Sopran- und Bassblockflöte. Trotz seiner überzeugenden und kunstvollen Solo-Zugabe des Blockflötisten: Star des Abends waren die Symphoniker unter Enrico Onofri. Wunderbar!

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