Konjunkturkrise bremst Unternehmens-Neugründungen
23.02.2009 | 20:54 Uhr 2009-02-23T20:54:00+0100Bochum. Die Wirtschaftskrise hat die Firmen-Neugründungen in Bochum kräftig gebremst. Die IHK verzeichnet für das letzte Quartal 2008 einen deutlichen Einbruch um 50 Prozent. Ein Schwerpunkt der Gründungsaktivitäten ist das Gesundheitswesen.
Die Konjunkturkrise hat sich auch bei den Unternehmensgründungen negativ ausgewirkt. War die Entwicklung im mittleren Ruhrgebiet im vergangenen Jahr zunächst noch positiv, so beobachtete die IHK im letzten Quartal 2008 einen deutlichen Einbruch im Gründungs-Geschehen. „Dennoch ist es erfreulich, dass wir für 2008 insgesamt einen Bestandszuwachs von 434 Unternehmen im IHK-Bezirk verzeichnen können", so IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann Neinhaus. Der positive Saldo setzt sich aus 138 im Handelsregister eingetragenen Firmen und 296 Kleinbetrieben zusammen.
Neinhaus: „Der negative Trend der letzten Monate muss schnell umgekehrt werden, auch wenn die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen alles andere als gut sind." Trotz Konjunkturkrise bieten sich besonders für innovative Unternehmensgründungen im Dienstleistungsbereich gute Chancen. Für das Jahr 2009 rechnet Neinhaus damit, dass sich die Zahlen stabilisieren werden: „Ich bin zuversichtlich, dass durch die Existenzgründungsaktivitäten im Hochschulbereich, durch die Businessplan-Wettbewerbe sowie das von der Wirtschaftsförderung Bochum und der IHK gemeinsam betriebene Startercenter nicht nur die Zahl der Gründungen stabil bleibt, sondern sich auch die Qualität der Gründungen verbessert".
Vorteilhalfte Nähe zur Ruhr-Universität
Darüber hinaus wurde eine Lücke bei der Finanzierung von Kleinstgründungen geschlossen: Existenzgründer können jetzt beim Startercenter das neue Mikrodarlehen der NRW.Bank beantragen. Zusätzlich stehen den Gründern Senior-Experten für das Coaching zur Seite. Gerade Gründer mit kleinem Kreditbedarf und fehlenden Sicherheiten klagen oft über Probleme bei einer Finanzierung über die Hausbank.
Bochum weist insgesamt einen Nettozuwachs von 279 Unternehmen auf, verfehlte aber die Vorjahreszahl (+ 792) deutlich. Auch hier war besonders das vierte Quartal 2008 mit einem Rückgang von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorquartal entscheidend. Schwerpunkte der Gründungsaktivitäten lagen im Gesundheitswesen und im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik sowie bei weiteren unternehmensnahen Dienstleistungen und der Kreativwirtschaft. Wie auch in den Vorjahren kann die Stadt bei den Gründungen von der Nähe zur Ruhr-Universität profitieren.

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